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Segeberg TV-Profis und Wild-West-Neulinge - 65. Saison für Karl-May-Spiele
Lokales Segeberg TV-Profis und Wild-West-Neulinge - 65. Saison für Karl-May-Spiele
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20:20 26.02.2016
Karl-May-Spiele am Kalkberg, 2016, der Schatz im Silbersee: Till Demtroeder gibt Old Shatterhand (v. l.), Susan Sideropoulos als Ellen Patterson, Oliver Stritzel als Cornel Brinkley. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

Winterwetter im Wilden Westen von Bad Segeberg hat die diesjährigen Gaststars der Karl-May-Spiele bei ihrem ersten Auftritt auf die Probe gestellt. Im Schneeregen und bei Temperaturen knapp über null Grad präsentierten sich die Schauspieler Till Demtrøder (48), Susan Sideropoulos (35) und Oliver Stritzel (58) am Freitag erstmals als neue Helden am Kalkberg.

Erster Auftritt für die Neuen am Kalkberg: Die TV-Schauspieler Till Demtrøder (48), Susan Sideropoulos (35) und Oliver Stritzel (58) stellten sich heute als Gaststars der Karl-May-Spiele vor.

In Kostüm und hoch zu Ross drehten Old Shatterhand (Demtrøder), Cornel Brinkley (Stritzel) und Ingenieurin Ellen Patterson (Sideropoulos), die mit ihrem Vater ein Silberbergwerk in den Jagdgründen eines Indianerstammes errichten will, vor Fotografen und Kamerateams ihre erste Runde durch das „Indian Village“ des Freilichttheaters. Vom 25. Juni an zeigen die Festspiele den Klassiker „Der Schatz im Silbersee“. Als Winnetou reitet Jan Sosniok (47) in seine vierte Spielzeit.

Für die perfekte Ausstattung überreichte Geschäftsführerin Ute Thienel Demtrøder noch den berühmten Henrystutzen. „Es war nur eine Frage der Zeit, das war uns allen klar: Irgendwann werden Sie nicht nur Zuschauer sein, sondern als Held in das Geschehen eingreifen“, begrüßte sie den aus TV-Serien wie „Großstadtrevier“ und „Hallo Robbie!“ bekannten Darsteller.

Demtrøder selbst sprach von einem „ganz großem Moment“ in seinem Leben. Seit seiner Kindheit sei er in dem Theater zu Gast und oft angefragt worden, ob er nicht mitspielen wolle. „Das ging immer nicht, aufgrund meiner Serien. Jetzt passt es gerade von der Konstellation“, sagte Demtrøder. Die Karl-May-Spiele seien eine „besondere Institution“. „Etwas, wo die Zeit auch ein bisschen stehen geblieben ist“, sagte er, wo „richtiges Schauspiel, echte Geschichten und echte Emotionen rübergebracht werden“.

Seinem Shatterhand will der Hamburger ein „bisschen norddeutschen Charakter einhauchen“ und den Polizisten von Schleswig-Holstein empfahl der TV-Polizist, während seiner Saison als Wild-West-Held könnten sie alle in Urlaub gehen: „Ich bin jetzt da.“ Beim Anblick von Sideropoulos in ihrem „tollen Kostüm“ sei ihm zudem die Idee gekommen, die Autoren zu bitten, das Stück doch noch ein bisschen umschreiben zu lassen, sagte Demtrøder grinsend. Sideropoulos bekam von Geschäftsführerin Thienel noch einen Colt: für den Fall, dass „Ihre Schlagfertigkeit und Ihr Charme einmal nicht ausreichen sollten“.

Mehr als zehn Jahre lang war Sideropoulos in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen, „Mila“ auf Sat.1 mit ihr in der Titelrolle floppte allerdings jüngst. „Ich liebe Herausforderungen und freue mich auf einen Sommer hier bei Karl May, voller Abenteuer, Liebe, Leidenschaft, tollen Kollegen, hoffentlich gutem Wetter und ganz viel Publikum“, sagte sie. „Cowboy und Indianer“ gehöre zu den Lieblingsspielen ihrer beiden Söhne (4 und 5), hatte Sideropoulos zuvor erklärt. „Wahrscheinlich werden sie einige Male kommen und gucken und jedes Mal neue Freunde aus der Kita mitbringen“, vermutete die Schauspielerin.

Als Cornel Brinkley nahm Stritzel die Schatzkarte vom Silbersee entgegen. Die Kalkberg-Arena sei eine „Kultstätte“, sagte der Schauspieler, der unter anderem bis 2004 Ermittler im WDR-„Polizeiruf 110“ im Bergischen Land war und als Synchronsprecher internationalen Stars seine Stimme lieh. „Wir haben ja in Deutschland nicht wirklich das Western-Genre“, sagte er. „Da bieten die Bad Segeberger Festspiele eine wunderbare Gelegenheit, endlich mal einem Kindheitstraum nachzugehen.“ Junge Zuschauer seien für ihn die größte Herausforderung, erklärte er. „Kinder und Jugendliche sind als Publikum unbestechlich. Ich hoffe, dass sie mich als bösen Cornel Brinkley für immer im Gedächtnis behalten.“

Die vergangene Saison der Karl-May-Spiele war mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen: 346 677 Zuschauer hatten die Aufführungen besucht. In diesem Sommer wird ein kleines Jubiläum gefeiert: „Wir starten in unsere 65. Saison und zeigen den wohl größten und berühmtesten Klassiker Karl Mays“, sagte Thienel. In dem Abenteuer kämpfen Winnetou und Old Shatterhand gegen eine Gangsterbande, die am Silbersee einen sagenumwobenen Schatz finden will. Bis zum 4. September steht das Stück auf dem Programm.

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