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Segeberg Täter mit Metallstange raubt Tankstellen aus
Lokales Segeberg Täter mit Metallstange raubt Tankstellen aus
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21:37 10.04.2017
Zuletzt schlug der als ungewöhnlich groß beschriebene Räuber am Sonnabend gegen halb neun Uhr abends an der Esso-Tankstelle in der Straße Bleeck zu. Quelle: Symbolbild LN-Archiv

Zuletzt schlug der als ungewöhnlich groß beschriebene Räuber am Sonnabend gegen halb neun Uhr abends an der Esso-Tankstelle in der Straße Bleeck zu. Am vergangenen Montag hatte es die Jet-Tankstelle im Liethberg getroffen (die LN berichten). Seine Beute blieb in beiden Fällen gering – auch, weil sich viele Tankstellen-Betreiber inzwischen vor den Räubern zu schützen wissen.

„Es ist zum Glück nichts weiter passiert“, sagt Esso-Pächter Peter Schlömer. Der Mitarbeiter habe richtig reagiert, die Kasse geöffnet und den stillen Alarm ausgelöst. Danach sei der Räuber verschwunden. Von dem Schreck abgesehen habe der Kassierer den Überfall gut überstanden. „Das ist anders, wenn Schusswaffen im Spiel sind, so wie vor zwei Jahren bei einem Überfall bei uns“, sagt Schlömer. Wer das erlebe, sei unter Umständen wochenlang nicht mehr arbeitsfähig. Einige müssten den Beruf sogar ganz aufgeben.

Zwar will sich die Polizei noch nicht hundertprozentig darauf festlegen, dass für beide Überfälle derselbe Mann verantwortlich war. Wegen der fast identischen Täterbeschreibung und der Vorgehensweise scheint das aber wahrscheinlich zu sein. So wurde der Mann von den Zeugen mit 1,80 bis zwei Meter als recht groß und sportlich bezeichnet. In beiden Fällen soll er eine schwarze Mütze und Handschuhe mit roter Oberseite getragen haben. Nach dem Überfall am Montag war jedoch von einem „akzentfreien Deutsch“ die Rede. Dem überfallenen Kassierer war am Sonnabend hingegen ein „osteuropäischer Akzent“ aufgefallen. Beide Male konnte der Mann jedoch von einer Videokamera festgehalten werden. Eine Auswertung der Bilder soll Klarheit bringen.

Überhaupt haben die Mineralölkonzerne und freien Pächter in den vergangenen Jahren massiv nachgerüstet. Videokameras und Knöpfe für den stillen Alarm gehören an nahezu allen der 14 500 Tankstellen in Deutschland inzwischen zum Standard. Zudem wird der Kassenbestand regelmäßig abgeschöpft, sodass selten viel Bargeld vorhanden ist. Geld ist aber nicht das einzige, was für die Räuber von Wert ist.

Pächter Peter Schlömer zufolge setze jede Tankstelle am Tag zwischen 2000 und 4000 Euro Tabakwaren um. Ein gewisser Vorrat sei somit immer vorhanden. Und damit immer etwas, dass für Kriminelle von Wert sei.

Bad Segebergs Polizeisprecherin Silke Westphal zufolge hat man es bei den Tankstellenüberfällen mit verschiedenen Arten von Tätern zu tun. Es gebe sowohl Einzeltäter, welche meist aus akutem Geldbedarf handelten, aber auch organisierte Banden, die für ganze Serien von Raubtaten verantwortlich sind.

Aufsehen hatte auch ein Fall am 24. Januar in Bad Segeberg ausgelöst, als ein Täter mit Horror-Maske vor dem Gesicht die Avia an der Hamburger Straße stürmte und die Kassierin mit einer Schusswaffe bedrohte. „Ihr geht es aber wieder gut, bis auf den Schock ist ihr nichts zugestoßen“, sagt Pächter Andreas Lebens. Leider müsse man heute aber auf Überfälle gefasst sein. Bis auf die übliche Sicherheitsausstattung könne man auch nichts anderes dagegen tun, als den Bargeldvorrat so gering wie möglich zu halten.

 Oliver Vogt

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