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Täter schon in Haft: Einbruchs-Verfahren eingestellt

Norderstedt Täter schon in Haft: Einbruchs-Verfahren eingestellt

48 Jahre alter Angeklagter räumt Straftat in Norderstedter Einfamilienhaus ein – Er sitzt aber bereits wegen insgesamt neun weiterer Einbrüche im Gefängnis.

Norderstedt. „Ich möchte mich entschuldigen – auch wenn mein Verhalten nicht zu entschuldigen ist“, erklärte der wegen Einbruchs angeklagte Dirk M. (48, Name geändert) aus Hamburg gestern im Gerichtssaal des Norderstedter Amtsgerichts an das Opfer seiner Tat gerichtet. Der Angeklagte gestand damit, dass der im November vergangenen Jahres begangene, dreiste Einbruch in das Einfamilienhaus einer älteren Dame in Norderstedt sich genau so abgespielt hat, wie es in der Anklageschrift niedergelegt war.

„Ich wäre niemals gewalttätig geworden“, beteuerte der Angeklagte und berichtete, dass er die Hausbesitzerin an einem Vormittag im November bei Gartenarbeiten in deren Vorgarten beobachtet habe. „Ich ging dann um das Haus in einen Schuppen, nahm mir dort eine Leiter und stieg durch das Fenster im ersten Stockwerk in das Schlafzimmer ein“, erzählte der 48-Jährige.

Die Haustür hatte der Angeklagte zuvor verriegelt, um in Ruhe alle Räume durchsuchen zu können. Die Beute bestand aus drei Geldbörsen, die neben 270 Dollar, 182 Euro und Ausweispapiere auch zwei Bankkarten enthielten.

Zwei Tage nach der Einbruchstat wurde der Angeklagte verhaftet und im März von einem Hamburger Gericht wegen insgesamt neun Einbrüchen – sechs in Schleswig-Holstein, drei in Hamburg – zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt.

Zu Prozessbeginn hatte der in Rumänien gebürtige Mann sich in Schweigen gehüllt und durch seinen Verteidiger erklären lassen, dass man gegen das Hamburger Urteil ein Rechtsmittel eingelegt habe. Es sei ratsam, dieses Verfahren einzustellen und zunächst den Ausgang des Hamburger Berufungsverfahrens abzuwarten.

Oberstaatsanwalt Alexander Ostrowski sprach sich zunächst gegen diese Vorgehensweise aus. „Einbrüche sind in Schleswig-Holstein eine Seuche geworden, der wir energisch einen Riegel vorschieben wollen“, erklärte der Jurist und ergänzte, dass er besonders das Opfer im Auge habe, das den Eindruck gewinnen könne, der Täter komme ungeschoren davon.

„Es gab bisher kein Geständnis und keine Entschuldigung“, so der Anklagevertreter, der schließlich drei Bedingungen stellte, unter denen eine vorläufige Verfahrenseinstellung denkbar sei: Der Angeklagte müsse sich entschuldigen, ein Geständnis ablegen und soweit möglich, die gestohlenen Sachen zurückgeben.

„Ich habe in Hamburg ein Geständnis abgelegt, sogar schon gegenüber der Polizei und trotzdem wurde ich zur Höchststrafe verurteilt“, empörte sich der Angeklagte daraufhin.

Geständnis und Entschuldigung vor diesem Gericht lieferte der Angeklagte dann nach kurzer Rücksprache mit seinem Anwalt doch. „Die Papiere und die Geldbörsen habe ich hinter dem Haus ins Gebüsch geworfen“, berichtete der Mann und beschrieb der bestohlenen Hausbesitzerin die Lage des Wegwerfortes. Auf die Frage des Anklägers, ob sie sich jetzt besser fühle, antwortete die sehr gefasst wirkende ältere Dame: „Ich sehe es positiv, dass er sich entschuldigt hat.“

So nahm der Prozess ein schnelles Ende, denn Amtsrichter Matthias Lohmann stellte das Verfahren zunächst bis zur Hamburger Entscheidung vorläufig ein. Gegenüber der bestohlenen Hausbesitzerin betonte der Richter abschließend, dass ein aus vielen Einbruchstaten bestehender Gesamtkomplex zu beurteilen sei und der Angeklagte bereits eine mehrjährige Haftstrafe absitze.

 Martina Kausch

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