Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Talentförderung in Trappenkamp
Lokales Segeberg Talentförderung in Trappenkamp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:45 01.02.2018
„Die Förderung jedes Schülers ist unser Schulmotto.Renate Holfter Schulleiterin
Anzeige
Trappenkamp

„Die Idee ist, jeden Schüler zu fördern und zu fordern. Nicht nur die schwächeren, sondern auch die stärkeren Schüler an ihre Leistungsgrenzen zu bringen“, erklärt Renate Holfter, Schulleiterin an der Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp. Sie war diese Woche nach Berlin zur Auftaktveranstaltung des Programms gereist. „Dabei geht es nicht nur um bereits erkanntes Potenzial“, verdeutlicht Holfter. Vor allem schlummernde Talente sollen durch das Projekt entdeckt werden. Also auch Kinder, die etwa wegen einer sprachlichen Barriere oder aufgrund ihres sozialen Hintergrunds nicht in der Lage sind, ihr ganzes Können zu zeigen.

10 Schulen in SH

Bundesweit beteiligen sich 300 Schulen am Programm „Leistung macht Schule“. Aus Schleswig-Holstein sind zehn dabei: Richard-Hallmann-Schule Trappenkamp, Timm-Kröger-Schule und Klaus-Groth-Schule in Neumünster, Stadtschule Bad Oldesloe, Anne-Frank-Schule Bargteheide, Sachsenwaldschule Reinbek, Elsa-Brändström-Schule und Leibniz-Privatschule in Elmshorn, Grundschule Medelby, Grundschule St.

Nicolai Sylt.

Chancengleichheit bei der Talentförderung In Deutschland ist schulischer Erfolg immer noch häufig abhängig vom Status der Eltern. „In allen bildungsvergleichenden Studien ist die Spitzengruppe in Deutschland kleiner als in einigen Nachbarländern“, erklärt Holfter. „Wenn wir aber davon ausgehen, dass wir nicht dümmer sind als Österreicher oder Dänen, dann müssten wir ähnlich viele Talente haben.“ Diese Lücke der Talentförderung soll nun geschlossen werden. Das heißt aber nicht, dass jetzt an der Schule reihenweise IQ-Tests durchgeführt werden. Auch die 125 Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von Bund und Ländern für das Projekt bereitgestellt werden, gehen nicht an die beteiligten Schulen. „Wir bekommen keine zusätzlichen Lehrerstellen oder Arbeitsmaterialien“, sagt Holfter. Mit dem Geld soll praxisnahe Forschung unterstützt werden, um Strategien und Konzepte zur Talentförderung zu entwickeln.

Verbund aus 15 Universitäten arbeitet mit den Schulen

Wissenschaftler, Fachdidakten, aus 15 Universitäten gehören dem interdisziplinären Forschungsverbund an, die gemeinsam und in enger Zusammenarbeit mit den Schulen eine leistungsfördernde Struktur entwickeln sollen. Darüber hinaus sollen Lehrkräfte in ihren Diagnose- und Didaktik-Kompetenzen geschult werden, um besser in der Lage zu sein, Potenziale zu erkennen, die womöglich nicht offensichtlich sind.

„Davon profitieren nicht nur die Schulen, sondern auch die Universitäten“, ist Renate Holfter überzeugt. Denn die Wissenschaftler könnten ihre Konzepte in der Praxis erproben. Diese erste Phase soll bis zum Jahr 2022 andauern. Anschließend folgt eine Phase, in der die entwickelten Konzepte, Maßnahmen und Arbeitsmaterialien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit untersucht und schließlich allen Schulen bundesweit zur Verfügung gestellt werden.

Trappenkamps Schulleiterin Renate Holfter freut sich auf den Prozess. „Das Schöne ist, dass das Projekt über zehn Jahre geht“, sagt sie. „Es ist also keine Eintagsfliege.“ Die Richard-Hallmann-Schule, eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe, ist die einzige Schule im Kreis Segeberg, die sich erfolgreich für das Programm „Leistung macht Schule“ beworben hat. Für Schulleiterin Holfter war die Bewerbung nur eine logische Konsequenz des Schulmottos. Die Förderung aller Schüler sei seit Langem ein Grundsatz der Schule. Seit der Gründung Ende der 1980-er Jahre als – damals noch höchst umstrittene – Gesamtschule mit Modellcharakter. Heute genießt die Richard-Hallmann-Schule einen guten Ruf in der Region.

In welchem Fachbereich die Förderung an der Trappenkamper Schule beginnt, die auch ein naturwissenschaftliches Profil hat, wird in den nächsten Monaten geklärt. Zum Auftakt in Berlin am Dienstag haben einige der 28 beteiligten Professoren ihre Forschungsprojekte vorgestellt, berichtet Holfter. „Wir haben einen ganzen Katalog mitbekommen.“ In der Schulgemeinschaft sollen bis Monatsende drei Projekte bestimmt werden, in denen sich die Schule beteiligen möchte. „Es ist garantiert, dass wir in eines davon aufgenommen werden“, sagt Holfter. Und dann geht es richtig los. „Noch in diesem Jahr.“

Nadine Materne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Villa im Winter“ lautet der Titel des Vorhabens, entstanden beim Künstlertreff von diversen Segeberger Kreativen. Im Hochsommer und im Winter sei die Villa Flath unterbelegt, sagt Katrin Lienau. Das soll sich jetzt ändern. Vernissage der Winterschau ist am Sonnabend, 3. Februar.

01.02.2018

Elf Einsätze haben die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Westerrade im vergangenen Jahr gefordert. Die gemeinsamen Einsätze mit Strukdorf und Geschendorf auf der Autobahn hielten sich dabei in Grenzen, womit 2017 zum einsatzärmsten Jahr seit der A-20-Eröffnung geworden ist.

01.02.2018

Die kritischen Äußerungen von Jens Lichte (SPD) zu den Umlandkommunen trifft bei Wolfgang Tödt (BBS) auf Widerspruch. Wenn die Verwaltung bei den Schulkostenbeiträgen etwas verschlampt habe, müsse sie selber dafür die Verantwortung tragen, sagte er den LN.

01.02.2018
Anzeige