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Talentförderung in Trappenkamp

Trappenkamp Talentförderung in Trappenkamp

„Leistung macht Schule“ heißt das neue bundesweite Programm zur Begabtenförderung. 125 Millionen Euro fließen in die wissenschaftliche Arbeit mit 300 Schulen. Darunter zehn aus Schleswig-Holstein. Mit dabei: die Richard-Hallmann-Schule aus Trappenkamp.

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„Die Förderung jedes Schülers ist unser Schulmotto.Renate Holfter Schulleiterin

Trappenkamp. „Die Idee ist, jeden Schüler zu fördern und zu fordern. Nicht nur die schwächeren, sondern auch die stärkeren Schüler an ihre Leistungsgrenzen zu bringen“, erklärt Renate Holfter, Schulleiterin an der Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp. Sie war diese Woche nach Berlin zur Auftaktveranstaltung des Programms gereist. „Dabei geht es nicht nur um bereits erkanntes Potenzial“, verdeutlicht Holfter. Vor allem schlummernde Talente sollen durch das Projekt entdeckt werden. Also auch Kinder, die etwa wegen einer sprachlichen Barriere oder aufgrund ihres sozialen Hintergrunds nicht in der Lage sind, ihr ganzes Können zu zeigen.

10 Schulen in SH

Bundesweit beteiligen sich 300 Schulen am Programm „Leistung macht Schule“. Aus Schleswig-Holstein sind zehn dabei: Richard-Hallmann-Schule Trappenkamp, Timm-Kröger-Schule und Klaus-Groth-Schule in Neumünster, Stadtschule Bad Oldesloe, Anne-Frank-Schule Bargteheide, Sachsenwaldschule Reinbek, Elsa-Brändström-Schule und Leibniz-Privatschule in Elmshorn, Grundschule Medelby, Grundschule St.

Nicolai Sylt.

Chancengleichheit bei der Talentförderung In Deutschland ist schulischer Erfolg immer noch häufig abhängig vom Status der Eltern. „In allen bildungsvergleichenden Studien ist die Spitzengruppe in Deutschland kleiner als in einigen Nachbarländern“, erklärt Holfter. „Wenn wir aber davon ausgehen, dass wir nicht dümmer sind als Österreicher oder Dänen, dann müssten wir ähnlich viele Talente haben.“ Diese Lücke der Talentförderung soll nun geschlossen werden. Das heißt aber nicht, dass jetzt an der Schule reihenweise IQ-Tests durchgeführt werden. Auch die 125 Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von Bund und Ländern für das Projekt bereitgestellt werden, gehen nicht an die beteiligten Schulen. „Wir bekommen keine zusätzlichen Lehrerstellen oder Arbeitsmaterialien“, sagt Holfter. Mit dem Geld soll praxisnahe Forschung unterstützt werden, um Strategien und Konzepte zur Talentförderung zu entwickeln.

Verbund aus 15 Universitäten arbeitet mit den Schulen

Wissenschaftler, Fachdidakten, aus 15 Universitäten gehören dem interdisziplinären Forschungsverbund an, die gemeinsam und in enger Zusammenarbeit mit den Schulen eine leistungsfördernde Struktur entwickeln sollen. Darüber hinaus sollen Lehrkräfte in ihren Diagnose- und Didaktik-Kompetenzen geschult werden, um besser in der Lage zu sein, Potenziale zu erkennen, die womöglich nicht offensichtlich sind.

„Davon profitieren nicht nur die Schulen, sondern auch die Universitäten“, ist Renate Holfter überzeugt. Denn die Wissenschaftler könnten ihre Konzepte in der Praxis erproben. Diese erste Phase soll bis zum Jahr 2022 andauern. Anschließend folgt eine Phase, in der die entwickelten Konzepte, Maßnahmen und Arbeitsmaterialien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit untersucht und schließlich allen Schulen bundesweit zur Verfügung gestellt werden.

Trappenkamps Schulleiterin Renate Holfter freut sich auf den Prozess. „Das Schöne ist, dass das Projekt über zehn Jahre geht“, sagt sie. „Es ist also keine Eintagsfliege.“ Die Richard-Hallmann-Schule, eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe, ist die einzige Schule im Kreis Segeberg, die sich erfolgreich für das Programm „Leistung macht Schule“ beworben hat. Für Schulleiterin Holfter war die Bewerbung nur eine logische Konsequenz des Schulmottos. Die Förderung aller Schüler sei seit Langem ein Grundsatz der Schule. Seit der Gründung Ende der 1980-er Jahre als – damals noch höchst umstrittene – Gesamtschule mit Modellcharakter. Heute genießt die Richard-Hallmann-Schule einen guten Ruf in der Region.

In welchem Fachbereich die Förderung an der Trappenkamper Schule beginnt, die auch ein naturwissenschaftliches Profil hat, wird in den nächsten Monaten geklärt. Zum Auftakt in Berlin am Dienstag haben einige der 28 beteiligten Professoren ihre Forschungsprojekte vorgestellt, berichtet Holfter. „Wir haben einen ganzen Katalog mitbekommen.“ In der Schulgemeinschaft sollen bis Monatsende drei Projekte bestimmt werden, in denen sich die Schule beteiligen möchte. „Es ist garantiert, dass wir in eines davon aufgenommen werden“, sagt Holfter. Und dann geht es richtig los. „Noch in diesem Jahr.“

Nadine Materne

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