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Segeberg Tatverdächtiger vermutlich psychisch krank
Lokales Segeberg Tatverdächtiger vermutlich psychisch krank
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18:34 29.10.2018
In diesem schön gelegenen Eigenheim in Groß Rönnau soll der Mord passiert sein. Der Täter ist vermutlich schuldunfähig gewesen. Quelle: Wolfgang Glombik
Groß Rönnau

 Die Bestürzung in Groß Rönnau nach dem Tötungsdelikt vom Freitag ist groß. Ein 78-jähriger Mann soll am Freitagmorgen in Groß Rönnau seine ein Jahr ältere Ehefrau getötet haben. In den frühen Morgenstunden hat der pensionierte Polizeibeamte selbst bei seinen ehemaligen Kollegen angerufen und seine Tat angezeigt. Oberstaatsanwalt Axel Bieler bestätigte das am Montag dieser Zeitung. Beim Amtsgericht Kiel habe man nach der Festnahme des Täters einen „Unterbringungsbefehl erwirkt“. Bieler: „Wir gehen davon aus, dass er die Tat aufgrund einer Erkrankung im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat.“

Das Opfer soll zum Zeitpunkt der Tat geschlafen haben. Dem Mann werde jetzt konkret der „Mord an seiner Ehefrau“ vorgeworfen. Bieler konnte keine Angaben dazu machen, ob das Krankheitsbild einer psychischen Erkrankung schon vorher festgestellt worden war. Es gebe aber Anhaltspunkte, dass er die Tat „im Zustand der Schuldunfähigkeit“ begangen habe. Der Tatverdächtige sei noch am Sonnabend in einer Fachklinik untergebracht worden.

Über das Tatwerkzeug machte Bieler keine Angaben. Der Ehemann sei vorher nie als gewalttätig in Erscheinung getreten, teilte er mit. Der Beschuldigte habe selber die Polizei angerufen und gleich angegeben, dass er seine Frau erschlagen habe. Bieler: „Das deckt sich mit den Spuren, die die Ermittler vor Ort gesichert haben.“ Die Kripo hatte am Wochenende Spuren in dem schön gelegenen Eigenheim mit dem liebevoll angelegten Garten gesichert.

Nach LN-Informationen soll der pensionierte Polizeibeamte schon Wochen vorher psychisch angeschlagen gewirkt haben. Er habe mutlos gewirkt, ohne Interesse, ohne Antrieb. Die Menschen rätseln auch, was die Gewalttat ausgerechnet an seinem Geburtstag ausgelöst habe. Der Beschuldigte galt als äußerst friedfertiger, redseliger und herzlicher Mensch, der am Dorfleben Anteil genommen habe.

Fassungslos ist Gesche Gilenski, die vor zwei bis drei Jahren als Bürgermeisterin bei dem Ehepaar zu Gast war, um einen Präsentkorb der Gemeinde zur Goldenen Hochzeit vorbeizubringen. „Wir haben uns nett unterhalten. Die Frau hatte sogar noch einen Kuchen gebacken. Ich bin bestürzt, denn das hätte ich nicht für möglich gehalten“, so die Alt-Bürgermeistern. Das Ehepaar sei sehr freundlich und an allem, was in Groß Rönnau geschah, interessiert gewesen. „Ich kenne ihn aus der Zeit, als er noch im Polizeidienst war, ein sehr umgänglicher Mann“, denkt auch Volker Matusch zurück. wgl/pd

Wolfgang Glombik

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