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Taxifahrer beging Fahrerflucht

Norderstedt Taxifahrer beging Fahrerflucht

Amtsgericht verurteilte den 52-Jährigen nach Auffahrunfall zu einer Geldstrafe.

Norderstedt. Erkut F. (alle abgekürzten Namen geändert) fühlt sich völlig zu Unrecht angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-jährigen Hamburger vor, in einem Kreisverkehr in Norderstedt mit seinem Taxi, einem Daimler, auf den vor ihm abbremsenden Transporter des 23-jährigen Sven K. aufgefahren und anschließend einfach davongefahren zu sein – ohne sich um die Schäden zu kümmern.

Geschehen ist der Unfall Mitte November vergangenen Jahres, und nun sitzt Erkut F. auf der Anklagebank des Norderstedter Amtsgerichts, wo er nach seiner Meinung absolut nicht hingehört. Aus seiner Sicht gab es nämlich gar keinen Unfall. „Ich dachte, ich sei ihm reingefahren und bin ausgestiegen. Aber da war nichts zu sehen, also fuhr ich weiter“, erklärte der Angeklagte. Der andere Fahrer sei einfach in seinem Fahrzeug sitzen geblieben, dann habe er ihn aber verfolgt. „Die haben die Taxizentrale terrorisiert, kamen an und drohten mir Schläge an“, empört sich der Angeklagte. „Die“ meint Sven K., den Fahrer des vor ihm fahrenden Wagens, und dessen Vater. Beide seien am Abend nach dem Unfall bei der Arbeitsstelle des Angeklagten aufgetaucht und hatten das Taxi begutachtet. „Ich bin ja schließlich derjenige gewesen, der als erster zur Polizei gegangen ist“, erklärt der Angeklagte. Man habe ihm dort aber kein Gehör geschenkt. Der mit dem Vorgang befasste Polizist berichtete im Zeugenstand jedoch, dass mit dem Angeklagten nicht zu reden gewesen sei. „Er trat äußerst aggressiv auf, hörte nicht zu und fiel einem ständig ins Wort“, sagt der Beamte. In gleicher Weise verhält sich der Angeklagte im Gerichtssaal und muss mehrfach von Amtsrichter Jan Buchert ermahnt werden. Als nämlich Sven K. seine Aussage macht, wird er immer wieder vom Angeklagten unterbrochen und der Lüge bezichtigt.

In dessen Version des Unfallgeschehens kommt der Angeklagte ebenfalls schlecht weg: „Ich wollte in der dritten Ausfahrt abbiegen, als von hinten das Taxi in schnellem Tempo angebraust kam und mich anfuhr“, sagt Sven K. aus. Er sei aus dem Kreisverkehr herausgefahren und angehalten, aber das Taxi sei davongefahren. Sven K. habe das Taxi hupend verfolgt und den Angeklagten dazu gebracht anzuhalten, um den Fahrer zur Rede zu stellen. Der Angeklagte habe den Unfall aber abgestritten und sich geweigert, seinen Namen anzugeben. K. konnte ihn jedoch problemlos ausfindig machen, da der Name des Taxiunternehmens auf dem Daimler prangte.

Ein Wiedersehen gab es auf der Polizeidienststelle, wo sich kurz nach Erscheinen des Angeklagten auch Sven K. in Begleitung seines Vaters einfand. Es kostete die Beamten einige Mühe, die Kontrahenten auseinanderzuhalten, wobei nach Zeugenaussagen besonders der Angeklagte durch sein aggressives Verhalten aufgefallen sei. Festgestellt wurden am Fahrzeug von K. Lackschäden, zu denen entsprechende Schäden im vorderen Bereich des Taxis des Angeklagten passten, die nach Aussage von Zeugen allerdings notdürftig und auffallend frisch überlackiert worden waren. Richter Buchert sieht den Angeklagten damit als überführt an. Der nicht vorbestrafte Mann wird wegen Fahrerflucht zu einer Geldstrafe von 750 Euro verurteilt, die der in Privatinsolvenz befindliche Angeklagte in monatlichen Raten von 75 Euro abstottern darf.

Besonders regt den nach seiner Meinung zu Unrecht Verurteilten aber das verhängte Fahrverbot von einem Monat auf: „Ein Monat kein Geld, da haben sie mir was Schönes eingebrockt“, wettert Erkut F., worauf die Vertreterin des Staatsanwaltschaft trocken erwidert: „Das haben sie sich selbst eingebrockt" – und damit ist die Verhandlung geschlossen. Erkut F. erwägt jedoch die Einlegung eines Rechtsmittels. Martina Kausch

LN

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