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Segeberg Teppichreiniger stiehlt Rentner kostbare Teppiche
Lokales Segeberg Teppichreiniger stiehlt Rentner kostbare Teppiche
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20:10 29.08.2018
Norderstedt

Als der Teppichreiniger Jupp K. (29, Name geändert) Ende Juli 2017 unangemeldet bei dem Henstedt-Ulzburger Heinz T. (84, Name geändert) vor der Tür stand und ihm anbot, dessen kostbare Teppiche zu reinigen, kam dem betagten Mann dieser Vorschlag gerade recht. Nach eigenen Angaben waren die Teppiche nach einer bereits von K. im Jahre 2015 erfolgten Reinigung inzwischen wieder mit einer gräulichen Staubschicht bedeckt. Heinz T. machte allerdings den Teppichreiniger darauf aufmerksam, dass er den damals bezahlten Preis von 500 Euro im Nachhinein als überteuert angesehen habe.

Von dem seriös wirkenden Teppichreiniger erhielt er daraufhin das Angebot, dieses Mal zwei Teppiche zu reinigen und zusätzlich an einem der beiden, einer Seidenbrücke, Reparaturarbeiten auszuführen und das Ganze für nur 90 Euro. Diesen Preis quittierte K., nahm die Teppiche im Wert von circa 7000 Euro an sich und verschwand mit ihnen auf Nimmerwiedersehen.

Vor dem Amtsgericht in Norderstedt gab es ein Wiedersehen der Beteiligten: Teppichreiniger Jupp K., ein in Hamburg lebender Sinti, saß wegen gewerbsmäßigen Betrugs auf der Anklagebank, angezeigt von seinem Kunden Heinz T.. Nach Verlesung der Anklage, in der es unter anderem heißt, K. habe gegenüber seinem Kunden einen falschen Nachnamen benutzt, um Spuren zu verwischen, gab der Verteidiger eine Erklärung ab. Der falsche Name sei der des Vaters, der in einer Anzeige in einem Kaltenkirchener Anzeigenblatt so erschienen sei. Durch diese Anzeige war Heinz T. auf die Firma aufmerksam geworden. Das Verschwinden der Teppiche erklärte der Anwalt mit einem Feuer, das in der Teppichreinigungsfirma ausgebrochen sei. Einer der Teppiche, eine kostbare Seidenbrücke, sei seitdem verschwunden. Der andere Teppich sei wieder aufgetaucht, diesen werde er gereinigt in den nächsten fünf Tagen zurückgeben, versprach der Angeklagte, der gleichzeitig betonte, beide Teppiche seien schon stark abgenutzt gewesen.

Der gebrechliche Rentner nahm die Entschuldigung des Angeklagten erstaunlich freundlich auf. Er berichtete davon, wie oft er den Angeklagten angerufen habe und vertröstet worden sei, unter anderem mit der Erklärung, die Reparatur der Brücke sei so schwierig. Seine Tochter habe ihn schließlich zu einer Anzeige bei der Polizei überredet, sagt T. Der Prozess wird am 14. September um 10 Uhr fortgesetzt.

mka

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