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Segeberg Teurer Digitalfunk: Wahlstedts Wehr braucht 70 000 Euro mehr
Lokales Segeberg Teurer Digitalfunk: Wahlstedts Wehr braucht 70 000 Euro mehr
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11:01 22.09.2016
Digitalfunk, Fahrzeuge und andere Anschaffungen würden im Feuerwerhaushalt mit über 700 000 Euro zu Buche schlagen. Wehrführer Jörg Neubauer vor einem der Fahrzeuge, bei dem der Tüv abgelaufen ist. Quelle: Fotos: Hil

 „Wir dachten, dass wir das mit unserer Technik hinbekommen, aber die ist zu alt. Das wir so viel mehr Geld benötigen, war uns nicht klar“, bedauert Neubauer. Zu allem Überfluss komme das stattliche Sümmchen für diese Technik auf einen eh schon üppig aufgestellten Feuerwehrhaushalt für 2017 drauf. Denn eigentlich haben Wahlstedts Brandbekämpfer darauf gehofft, zwei in die Jahre gekommene Fahrzeuge ersetzen zu können. Dieser Haushaltsposten ist 460 000 Euro schwer.

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Politiker sehen hohe Investition in die neue Technik als erforderlich an – Allerdings schwindet jetzt die Hoffnung der Feuerwehr, Ersatz für zwei alte Fahrzeuge zu erhalten.

„Wir leben tatsächlich nur noch von Krediten. Könnten nicht mal das Gehalt des Bürgermeisters zahlen“, macht Heinrich Westphal (SPD) die prekäre Situation der Stadt deutlich. Die 70 000 Euro seien viel Geld, so der Sozialdemokrat. „Man muss fast den Eindruck haben, das alles, was die Feuerwehr braucht, seine eigenen Preise hat. Dafür bekommt man ja fast ein Reihenhaus.“ Das Land habe das System bei einem Anbieter gekauft, nun mache der eben seine Preise. Man sei in einer Zwangslage, denn die Wehr müsse vernünftig ausgestattet sein, auch mit Blick auf die Zukunft, unterstreicht Westphal.

In das gleiche Horn stößt Christdemokrat Jan Christoph: „Die üppige Summe kam sehr überraschend. Nun ist es an der Feuerwehr, alles ganz ausführlich darzulegen.“ Er wolle der Fraktion nicht vorgreifen, aber er persönlich glaube, es sei erforderlich, die Investition auf den Weg zu bringen.

Und auch wenn das fast 30 Jahre alte Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), das seit Mai keinen Tüv mehr hat und in einer Garage vor sich hin rostet (die Reparatur wäre mit einigen Tausend Euro zu teuer), wohl nicht ersetzt wird. Ein neues Einsatzfahrzeug müsste wohl in jedem Fall gekauft werden. Denn: Der Einbau des Digitalfunks in den alten Wagen würde etwa 20 000 Euro kosten. „Rausgeschmissenes Geld, wenn das Fahrzeug sowieso demnächst ersetzt werden muss“, fasst Westphal zusammen. In einer interfraktionellen Sitzung im Feuerwehrhaus, also direkt am Ort des Geschehens, soll heute hinter verschlossenen Türen über den dicken Brocken beraten werden. Die Zeit drängt, denn für bestimmte Fördergelder, die Fahrzeuge betreffend, muss der Antrag bis zum 30. September eingereicht sein.

 Heike Hiltrop

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