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Segeberg Tierqualen auf Bauernhof: Zweiter Prozess gegen Landwirt geplatzt
Lokales Segeberg Tierqualen auf Bauernhof: Zweiter Prozess gegen Landwirt geplatzt
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21:21 19.04.2017
Die Statue Justizia. Quelle: Peter Steffen/archiv
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Bad Segeberg

Seit fast drei Jahren besteht ein Tierhalteverbot gegen P., der gestern ohne rechtmäßigen Verteidiger erschien. Dieser hatte sein Mandat niedergelegt.

Es ist nicht die erste Verzögerung im Prozess. Die Hauptvorwürfe stammen bereits aus dem Jahr 2011, als P. noch bis zu 400 Rinder gehalten haben soll, außerdem Schweine zur Mast. Bei einer Kontrolle damals sollen einige Tiere durch Lahmheit und entzündete Gelenke aufgefallen sein. Einige Tiere sollen an Lungenentzündung gestorben, Ferkel verhungert sein – laut Anklage im August 2015. Furore machte der Fall im April 2014, als eine behördliche Großkontrolle auf P.s Hof anrückte mit Transportern für 400 Tiere – doch die waren nicht mehr da. Verkauft. „Ich wurde informiert“, erklärte P. gestern am Rande des Geschehens. Die Vorwürfe seien unwahr. Die Kreisveterinärin wolle ihn fertig machen, so P..

Der erste Prozessversuch 2015 scheiterte an einem fehlenden Gutachten zu den vermeintlichen Tierschutzverstößen. Gegen den gerichtlich bestellten Sachverständigen stellte die Verteidigung dann Befangenheitsanträge. „Erst im März wusste der Gutachter, dass er weiter machen sollte“, entgegnete Richterin Sabine Roggendorf gestern der erneuten Kritik der Verteidigung, dass es nicht sein könne, dass das Gutachten noch immer nicht vorliege – weshalb ein weiterer Befangenheitsantrag gegen Roggendorf gestellt wurde. Da die Verteidigung selbst für diese Verzögerung verantwortlich ist, wurde dieser von einem zweiten Richter abgelehnt.

Anfangen konnte der Prozess gestern trotzdem nicht: Denn P.s Hauptverteidiger hatte tags zuvor sein Mandat niedergelegt. Laut der beiden Wahlverteidiger, die keine Zulassung haben, „völlig überraschend“. Wegen der möglichen Strafe braucht P. aber eine Pflichtverteidigung. Einen Kandidaten gibt es, der nun Zeit bekommt, sich einzuarbeiten: Anwalt Dr. Benedikt Mick.

Um das Verfahren nun sicherzustellen, forderte Roggendorf den Angeklagten auf, sich einen zweiten Pflichtverteidiger zu suchen. Ein unübliches Verfahren. „Das gibt es sonst nur bei Großprozessen gegen Terroristen am Oberlandesgericht“, sagte Roggendorf. Binnen zehn Tagen soll ein neuer Verhandlungstermin gefunden werden.

 nam

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