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Tierschutzprozess: Beweisführung des Veterinäramts in der Kritik

Bad Segeberg Tierschutzprozess: Beweisführung des Veterinäramts in der Kritik

„Die Befunderhebung ist durchweg sehr dürftig“, bemängelt der Sachverständige der Verteidigung im Verfahren gegen Todesfelder Landwirt.

Bad Segeberg. Waren die Zustände in den Ställen von Landwirt Horst P. tierschutzrelevant? Die Staatsanwaltschaft wirft dem 57-Jährigen vor, seinen Tieren länger anhaltende Leiden in 13 Fällen zugefügt zu haben und stützt sich dabei auf die Aussagen und Dokumentation der Kreisveterinäre. Die wurde am fünften Prozesstag gestern vor dem Schöffengericht vom Sachverständigen der Verteidigung stark kritisiert. Neben wenig aussagekräftigem Bildmaterial vermisst Tierarzt Dr. Hans-Peter Klindworth vor allem Untersuchungsbefunde.

Gerade das aber sei „gute tierärztliche Kunst“, betonte Klindworth. „Eine Untersuchung der Tiere hat nicht stattgefunden.“ An der Arbeit der Kreisveterinäre ließ Klindworth kaum ein gutes Haar. Nur mit einer Einzeltieruntersuchung hätte festgestellt werden können, warum ein Tier lahmt, ob es tatsächlich leidet. Die von den Veterinären festgestellten Mängel seien häufig nur Symptome, die vielfältige Ursachen haben können – und nicht zwingend Schmerzen für die Tiere verursachten. Auf zahlreichen Fotos habe er gar nicht feststellen können, was die Veterinäre dokumentieren wollten. Dem Hoftierarzt hätten die Kontrolleure nach dem 20. Juni 2011 außerdem eine Liste mit behandlungswürdigen Tieren überreicht, bei denen dieser dann jedoch zum Teil keinen Grund für eine Behandlung erkennen konnte, führte der Sachverständige der Verteidigung in einer detaillierten, über Stunden andauernde Befragung aus.

Zuvor war der ehemalige Verteidiger von Horst P. befragt worden, der am 20. Juni 2011 bei einer behördlichen Kontrolle auf dem Hof des Angeklagten dabei gewesen war. Noch bevor die Kreisveterinäre eintrafen, sei er mit dem Hoftierarzt durch den Betrieb gegangen. „Seiner Meinung nach war der in Ordnung“, so Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Hansen. Kranke Tiere seien ihm nicht aufgefallen. Die kontrollierenden Amtsveterinäre hätten dann aber die Kühe immer wieder durch den Stall getrieben. „Das habe ich noch nie erlebt“, so der Anwalt. Jedes Tier, das einmal komisch gegangen sei, hätten die Kontrolleure aufgeschrieben.

Der Anweisung zur Einschläferung von fünf angeblich festliegenden Bullen durch den Hoftierarzt, habe er im Bemühen um ein gutes Verhältnis zu den Behörden zugestimmt, sagte Hansen aus. Er beschrieb dabei aber auch die Reaktion des dabei stehenden Hofveterinär: „Der hatte drei Fragezeichen im Gesicht.“

Was Hansen bei der Kontrolle außerdem fehlte, seien beratende Hinweise für eine Verbesserung der Zustände gewesen. Das kenne er aus anderen Kontrollen durch die Behörden. In diesem Fall habe aber eine feindselige Atmosphäre geherrscht, schildert Hansen. Der damalige Chef des Kreisveterinäramts habe ihm offen gesagt, dass P. schon zu oft Dinge versprochen, dann aber nicht gehalten habe. Der Prozess wird am 22. August fortgesetzt.

Nadine Materne

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