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Tod in Schackendorf: Ehemann unter Mordverdacht

Haftbefehl erlassen Tod in Schackendorf: Ehemann unter Mordverdacht

Der Tatverdacht gegen den Ehemann der am Donnerstag in Schackendorf tot aufgefundenen 34-Jährigen hat sich erhärtet. Wie Matthias Felsch, Sprecher der Polizeidirektion Kiel am Sonnabend sagte, ist gegen den 47-Jährigen Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden.

Beamte der Bereitschaftspolizei hatten am Freitag im Birkenweg die Umgebung des Fundorts der Leiche akribisch abgesucht.

Quelle: Nadine Materne

Schackendorf/Kiel . Offenbar ist die Beweislast gegen den tatverdächtigen Ehemann so groß, dass der Richter am Amtsgericht Kiel noch am Freitag Untersuchungshaft anordnete. Details dazu nannten die Ermittler bisher nicht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestreitet der 47-Jährige aber, seine Frau getötet zu haben.

Die Schackendorferin war am Donnerstag am Birkenweg, der parallel zur A 21 verläuft, leblos aufgefunden worden. „Die Besonderheiten der Auffindesituation und die Verletzungen am Kopf ließen den Schluss zu, dass die Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war“, sagte Matthias Felsch.

Bei der Obduktion am Freitag kamen die Rechtsmediziner zu der Einschätzung, dass die Frau durch stumpfe Gewalt zu Tode gekommen ist. Medienberichte, wonach der Ehemann bei der Polizei angegeben habe, seine halbnackte Frau selbst gefunden zu haben, bestätigten die Ermittler nicht. Möglicherweise wollte er ein Sexualdelikt vortäuschen.

Fakt ist allerdings, dass der 47-Jährige seine Frau am Mittwochabend bei der Polizei als vermisst gemeldet hatte. Der Mann lebte mit der 34-Jährigen und einem gemeinsamen Kind in einer Mietwohnung nicht einmal einen Kilometer vom Fundort der Leiche entfernt. Den hatten Beamte der Bereitschaftspolizei aus Eutin am Freitag weiträumig abgesucht, nachdem dort am
Donnerstagmittag eine weibliche Person leblos aufgefunden worden war. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um eine 34-Jährige aus Schackendorf handelte.

Im Rahmen der Spurensuche am Tatort im Birkenweg, an der A 21, entfernten die Beamten mit Freischneidern das Knickholz in einer Länge von ca. 40 Meter. Anschließend suchten sie den Bereich akribisch ab. Es wurden Gegenstände sichergestellt, „die gegebenenfalls mit der Tat in Verbindung stehen könnten“, sagte Felsch.

Offenbar ist der Fundort nicht der Tatort des Gewaltverbrechens, denn die Ermittler untersuchten im Birkenweg auch Fahrzeugspuren. Berichte von Anwohnern, wonach der Tatverdächtige am Vorabend des Leichenfunds mit seinem Wagen Gartenabfälle abtransportiert haben soll, sind bisher nicht bestätigt worden. Die am Fundort der Leiche entdeckten, bisher nicht näher benannten, Gegenstände werden jetzt kriminaltechnisch untersucht.

Mit Entsetzen und Bestürzung hat Schackendorfs Bürgermeister Alexander Scheffler die Nachricht vom Mord in seiner Gemeinde aufgenommen. „Man denkt ja immer, das ist so ein kleines, beschauliches Dorf, da passiert so etwas nicht“, sagte Scheffler den LN. Schackendorf zählt rund 800 Einwohner. Er kenne das Opfer und den tatverdächtigen Ehemann nur flüchtig. „Ich habe die Frau mit ihrem Kind und dem Hund öfter mal durchs Dorf gehen sehen“, so der Bürgermeister. Er wisse aber, dass die Familie seit etwa vier Jahren im Ort lebe und das Kind erst vor Kurzem in den Schackendorfer Kindergarten gekommen sei. Der jetzt inhaftierte Ehemann, der nach LN-Informationen Frührentner ist, habe bis vor einige Zeit als Trainer im Sportverein eine Jugendfußballmannschaft betreut. Das Opfer hat offenbar als Krankenpflegerin in Rickling gearbeitet.

Alexander Scheffler ist froh darüber, dass die Ermittlungen offenbar zu einem schnellen Erfolg geführt haben und die Polizei den Tatverdächtigen festnehmen konnte. „Nicht auszudenken, wenn hier ein Irrer rumlaufen und Angst und Schrecken verbreiten würde“, sagt Scheffler.

Am Samstagabend traf sich das Dorf zum traditionellen Laternenumzug. Und dem Bürgermeister war klar, dass dort natürlich das schreckliche Gewaltverbrechen dominierendes Gesprächsthema sein würde.

Von Holger Schwartz

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