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Segeberg Todessturz: Trauer in Trappenkamp
Lokales Segeberg Todessturz: Trauer in Trappenkamp
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11:36 17.10.2012
Segeberg

Trauer, Verzweiflung – ein junges Paar kniet vor den Grablichtern, die vor dem Hochhaus stehen. Beide weinen. Nein, man könne ihnen nicht helfen, sagt der Mann. Die junge Frau legt sich auf den Rasen, ist kaum zu beruhigen, ihr Freund versucht zu trösten. Von den Balkonen herunter schauen Mieter regungslos auf die Szene. Die zahlreichen Kerzen flackern, Blumensträuße wurden an der Stelle niedergelegt, wo die 18-Jährige in den Tod stürzte. An die Hauswand gelehnt steht das Erinnerungsfoto einer fröhlichen, unbeschwerten Mädchengruppe – sie waren Freundinnen.Freunde waren es auch, die am Wochenende im zehnten Obergeschoss des Hochhauses an der Kurlandstraße zum Feiern zusammen kamen (die LN berichteten). Die fünf jungen Männer und die 18-Jährige hätten sich entschlossen, nicht „op’n Swutsch“ zu fahren, sondern zuhause zu feiern, sagt Polizeisprecherin Sandra Mohr auf Nachfrage. Ob dabei Alkohol im Spiel war und wenn ja in welchen Mengen, sei noch Bestandteil der Ermittlungen, ließ die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß auf LN-Anfrage mitteilen. Eine Nachbarin aus dem Hochhaus jedenfalls war gegen 2.30 Uhr von lauten Männerstimmen geweckt worden.Zu diesem Zeitpunkt aber dachte noch niemand von den Partygästen an die Unglücksbringer, die gegen 3.50 Uhr in die Wohnung eindrangen und auf die fünf jungen Männer einschlugen. Das Mädchen flüchtete in panischer Angst vor den Schlägern auf den Balkon. Beim Versuch, vom Balkon hinunter beziehungsweise auf einen benachbarten Balkon hinüber zu klettern, stürzte sie ab.Während der Auseinandersetzung in der Wohnung hatte das offenbar niemand bemerkt, denn den aufgrund der Schlägerei alarmierten Polizisten hatten die jungen Männer gesagt, ihre Freundin sei nach Hause geflüchtet. Die zwei Tatverdächtigen, ein 30-Jähriger und ein 18-Jähriger aus dem Kreis Segeberg, beide Deutsche, sitzen inzwischen in U-Haft. Der Ältere stand wegen Körperverletzung noch unter Bewährung, der 18-Jährige gilt der Polizei als „Intensivtäter“.Weit über Segeberg hinaus erschüttert der Tod der jungen Frau, die aus einem Dorf bei Trappenkamp stammt, die Menschen. Nach LN-Informationen war sie ein fröhliches, beliebtes Mädchen, das eine Erzieherinnen-Ausbildung absolvierte. Fassungslos sind viele, dass ihr Sturz über Stunden unbemerkt blieb. Bürgermeister Harald Krille erinnert an das zweite, inzwischen abgerissene Hochhaus: „Das war ein Brennpunkt. So etwas wollen wir nicht noch einmal haben.“ Im jetzigen Hochhaus mit etlichen Eigentumswohnungen sei es aber lange Zeit sehr ruhig gewesen.Direkt gegenüber ist eine Spielhalle, die bis 5 Uhr geöffnet hat. Als die Aufsicht die Spielhalle Sonntagfrüh abschloss, war es „stockdunkel“, sie habe nichts Ungewöhnliches bemerkt – da war die junge Segebergerin vermutlich schon tot.

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