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Segeberg Bad Segeberg: BBS leistet sich Luftnummer beim Hallenbad
Lokales Segeberg Bad Segeberg: BBS leistet sich Luftnummer beim Hallenbad
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17:05 29.11.2018
Hängepartie bei der Sanierung der Schwimmhalle Bad Segeberg. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Was geht denn hier ab? Das große Fragezeichen stand den Mitgliedern im Bad Segeberger Bauausschuss ins Gesicht geschrieben. Einige Politiker schienen es gar nicht zu verstanden zu haben. Wochenlang waren sie vom BBS vertröstet worden, Abstimmungen waren verschoben worden mit dem Versprechen, bald werde ihnen der große Wurf zum Neubau der Schwimmhalle präsentiert. Doch heraus kam am Mittwochabend im Bauausschuss ein Mäuschen. Der anfangs noch vom Ausschussvorsitzenden Wolfgang Tödt (BBS) vorgeschobene, geheimnisvolle unbekannte Investor, entpuppte sich als der in Bad Segeberg bestens bekannte, nun zum „Projektbegleiter“ geschrumpfte Dr. Hanno Hagemann. Er bot vor dem gespannten Publikum nur Ernüchterung. Die „im kleinen Kreis“ geborene Idee, einen Hallenbad-Neubau mit Wohnungen zu verknüpfen und das Ganze im Rahmen eines ÖPP, einer öffentlich-privaten Partnerschaft zu realisieren, könne er der Stadt „nicht empfehlen“, verkündete der Geschäftsmann.

Dabei schien Tödt diese klare, negative Empfehlung gar nicht realisiert zu haben, er hing in der Sitzung weiter der Idee nach, darüber demnächst diskutieren zu wollen, obwohl der von ihm selbst engagierte Berater riet, davon die Finger zu lassen. Trotzdem ließen sich die Ausschussmitglieder dazu breitschlagen, die 5,6 Millionen für eine Bestandssanierung des jetzigen Hallenbades mit einem Sperrvermerk zu versehen, um über Hagemanns Vortrag noch einmal zu reden.

Wie kommen solche „Gutachten“ zwischen einem hiesigen Projekt-Manager und der Wählergemeinschaft BBS zustande? Im Bauausschuss wurde offen erzählt, wie und warum man Kontakt mit dem Geschäftsmann Hagemann aufgenommen habe. Tödt hat es vor allem das vom Investor vorangetriebene Hotel-Projekt Wasserturm angetan. „Dr. Hanno Hagemann hat uns seine Kompetenz zur Verfügung gestellt.“ Dafür bedankte er sich mehrfach ausdrücklich. Als Tödt ihn als „Segeberger Jung“ angesprochen habe, traf man sich „auf ein Bier“, erzählte Hagemann im Ausschuss.

Die Experten seiner Firma recherchierten. Man sei zu der Erkenntnis gekommen, dass bei 191 ÖPP-Projekten sechs Milliarden Euro umgesetzt worden seien. In der Regel lägen diese in einer Größenordnung von 30 Millionen Euro, führte Hagemann aus. Schließlich sei so etwas mit einem Riesenaufwand auch für die Verwaltung verbunden. Aus Investorensicht käme bei dem Bad Segeberger Hallenbad nur ein kleines Sportbad für rund sieben Millionen Euro in Betracht. Das könnte dann aber nur für Schulsport und Schwimmverein genutzt werden. Den benachbarten Parkplatz müsste man in die Wohnbebauung einbeziehen, bei einem Gesamtvolumen von 16 Millionen.

Also: Der private Investor bekommt das städtische Grundstück, reißt das Bestehende ab, baut ein kleines Schwimmbad und dahinter 45 Wohnungen in zwei Riegeln und vermietet die Halle an die Stadt. „Doch je höher der Technikanteil bei dem Gebäude ist, umso höher die Miete.“ Hagemann schätzt die auf über 700 000 Euro im Jahr. Aber der Stadt so etwas anzubieten – „das muss ich klar sagen“ – sei nicht das Richtige. Die Miete würde für sie viel zu teuer werden. Es sei aber sinnvoll für die Stadt, über Verkäufe von Flächen auf dem Parkplatz neben der Halle nachzudenken. Im Gegensatz zur Schwimmhalle kann sich Hagemann aber „ÖPP“ bei der anstehenden Erweiterung der Bad Segeberger Feuerwehr für rund 16 Millionen vorstellen.

Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt will trotz der Bedenken Hagemanns im neuen Jahr das Thema weiterverfolgen. Tödt: „Die Wände vom Schwimmbad kippen doch nicht gleich um.“ Eine Entscheidung, wie es mit dem Sanierungsfall Hallenbad weitergeht, könne doch auch nächstes Jahr fallen. Der BBS schiebe das Thema die ganze Zeit vor sich her, warnen andere Stadtpolitiker, zumal die Baupreise immer höher und höher stiegen.  

Wolfgang Glombik

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