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Trabis in Überzahl: Kita Pusteblume wird nicht erweitert

Trappenkamp Trabis in Überzahl: Kita Pusteblume wird nicht erweitert

Mehr als 60 Kita-Kinder stehen in Trappenkamp auf der Warteliste — Wählergemeinschaft lehnt Kita-Anbau ab — Container sollen aufgestellt werden, doch es fehlt ein Betreiber.

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Kita-Anbau abgelehnt: „Wir wurden beauftragt, für drei weitere Gruppen zu planen“, sagen Familienzentrums- Leiterin Cordula Schultz und Koordinatorin Anke Bruder. „Das wurde kaputt gemacht.“

Quelle: Fotos: Materne

Trappenkamp. Zeugen der Gemeinderatssitzung in Trappenkamp fühlten sich an alte Zeiten erinnert, in denen sich SPD und Trabis spinnefeind waren. Da am Donnerstag aus der SPD-Fraktion zwei Mitglieder fehlten, waren die Trabis (Wählergemeinschaft Trappenkamper Bürgerinteresse) mit acht zu sieben in der Mehrheit — die sie nutzten, um wichtige Beschlüsse abzuändern. Mit „fatalen Folgen“, schimpft die SPD, insbesondere für die Entwicklung der Kita-Plätze: Trotz langer Warteliste wurde das Konzept der Awo zur Erweiterung ihrer Kita „Pusteblume“

LN-Bild

Mehr als 60 Kita-Kinder stehen in Trappenkamp auf der Warteliste — Wählergemeinschaft lehnt Kita-Anbau ab — Container sollen aufgestellt werden, doch es fehlt ein Betreiber.

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abgelehnt.

„Zu wem soll ich jetzt die Eltern schicken?“, fragte Anke Bruder, Koordinatorin im Familienzentrum Pusteblume, die Trabis. „Ich habe 67 Kinder auf der Warteliste für dieses Kita-Jahr.“ Eine Antwort blieben die Trabis schuldig.

Seit Monaten diskutiert die Gemeinde über den Kita-Bedarf. Alle drei Träger waren im Vorfeld von der Verwaltung dazu aufgefordert worden, ein Konzept mit drei weiteren Gruppen auszuarbeiten. Die Ergebnisse trug Sozialausschussvorsitzender Winfried Greiner (Trabi) zum Punkt „Platzbedarf der Kitas“ vor. Die Lebenshilfe schlägt die Anmietung von Wohnungen vor, um Tagesmütter einzusetzen. Für die Evangelische Kirche komme derzeit eine Erweiterung nicht in Frage. Nur die Awo, Träger des Familienzentrums, legte ein umfangreiches Konzept vor, mit einem Anbau für drei Krippengruppen. In der Zwischenzeit könne man Container aufstellen. Knapp eine Million Euro soll das kosten.

SPD-Fraktionschef Heinz-Dieter Block beantragte, das Awo-Konzept zu beschließen und für die Anmietung und Ausstattung von Containern 80000 Euro bereitzustellen. Zugleich sollten Fördergelder für den Anbau eingeworben werden: 22000 Euro pro U3-Platz können beantragt werden. Allerdings erfolge die Vergabe nach Windhundprinzip, so Block. Es eilt also.

Nicht für die Trabis: Laut deren Fraktionschef Sven-Uve Jahn wolle man die Entwicklung bei den Kita-Kindern abwarten. Man sei bereit, ein Jahr lang zwei Container aufzustellen. Aber: „Die Kosten für einen Anbau kann der Haushalt nicht wuppen.“ Dieter Schütte schlug vor, stattdessen leerstehende Gebäude zu nutzen, etwa den alten Aldi-Markt. Dort könnte auch das Jugendzentrum hinein.

„Der Aldi kostet uns eine halbe Million Euro“, widersprach Block. Plus Umbaumaßnahmen. Auch Pusteblume-Chefin Cordula Schultz ist gegen die Einrichtung von Krippengruppen in dem alten Supermarkt — weit weg von den anderen Kitas und Schulen. Sie machte auf die „dramatische Situation“ am Arbeitsmarkt aufmerksam: „Bei einer Befristung von einem Jahr habe ich keine Chance, Personal zu bekommen.“

Auch wisse sie nicht, ob die Awo als Träger für eine auf ein Jahr begrenzte Containerbetreuung überhaupt zur Verfügung stehe.

„Selbstverständlich gibt es Fachkräfte“, widersprach Jahn. Außerdem sei man doch für die Containerlösung. „Und wer soll die betreiben?“, fragte Bürgermeister Harald Krille (SPD). „Wir haben keinen Träger dafür.“ „Na eine der Kitas“, gab Schütte zurück, bevor sich die Trabis mit ihrer Tagesmehrheit durchsetzten: Die Kita-Gruppen sollen vergrößert, zusätzlich ein Jahr lang Container für zwei Krippengruppen aufgestellt werden. Wer die Kinder betreut, ist offen. Da ein Anbau abgelehnt wurde, können keine Fördermittel beantragt werden. „Peinlich ist das“, ärgerte sich Krille, und Wolfgang Rudolph warf den Trabis vor, ihre „Zufallsmehrheit“ ausgenutzt zu haben.

Unverständnis auch bei den Kita-Mitarbeitern: „Ich habe Eltern, die seit zweieinhalb Jahren auf einen Kita-Platz warten“, sagt Cordula Schultz. „Wir haben wochenlang an dem Konzept gearbeitet.“

Auch die Aldi-Variante sei überdacht worden. Aber mit einem Anbau könne die Infrastruktur der Pusteblume genutzt werden: Die Küche fürs Mittagessen, das Spielgelände, Hausmeister, Vertretungspersonal. „Bei einer Außenstelle ist das etwas ganz anderes.“

Wie es weitergeht, ist offen. Die SPD könnte mit ihrer Mehrheit den Beschluss wieder aufheben bei der nächsten Sitzung. Guter Stil wäre das nicht, weiß Krille. Er hofft, dass die Trabis einsehen, „dass sie es verbockt haben“. Das sehen die Trabis anders: „Uns geht es um Sachentscheidungen“, sagt Jahn. Jahrelang habe es keinen Bedarf gegeben bei den Kitas und nun doch? Zumal die Angaben von Verwaltung und Kita-Leitung dazu differierten. „Wir wollen die Entwicklung der Kitas ein Jahr lang beobachten“, so Jahn. Es könne ja sein, dass der Bedarf noch größer sei. „Dann haben wir einen Anbau und es reicht immer noch nicht.“

Von Nadine Materne

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