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Segeberg Training für das Rote Meer
Lokales Segeberg Training für das Rote Meer
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21:18 22.12.2015
Abgetaucht: Die Tauchgemeinschaft Bad Segeberg übt ihren Sport im Hallenbad aus. Bei den regelmäßigen Schnuppertauch-Tagen können Interessierte testen, ob der Sport etwas für sie ist. Quelle: Fotos: Domann (1), Hfr (2)

Schwerelos über den Meeresboden gleiten, vorbei an farbigen Fischschwärmen und leuchtenden Seeanemonen. Die oberirdische Welt ist für einen Augenblick vergessen. Mit ein wenig Fantasie sieht man solche Bilder an sich vorbeiziehen, auch wenn man in nur drei Meter Tiefe des Beckens der Schwimmhalle seine ersten Tauchversuche unternimmt.

„Es hat mir supergut gefallen. Die Leute, die nicht gekommen sind, haben selbst Schuld, etwas Tolles verpasst zu haben“, sagt Michael Zimmer. Er ist der einzige Teilnehmer des Schnuppertauchens, zu dem die Tauchsportgemeinschaft (TSG) Bad Segeberg eingeladen hatte. Den Schwebezustand habe er kurz erlebt, doch habe er noch an so viele andere Dinge wie zum Beispiel das Austarieren denken müssen.

Ausprobieren und ein Versprechen einlösen wollte der 51-Jährige mit dem Schnuppertauchen. Über 30 Jahre lang ist er mit Tauchlehrer Jürgen Kowalke befreundet und hatte schon lange gesagt, mal beim Tauchtraining vorbeizuschauen. „Jetzt hatte ich Lust und Zeit, und es kann durchaus sein, dass ich weitermache“, erzählt der Ricklinger begeistert. Denn zum einen sei die Anleitung sehr fachkundig gewesen, zum anderen Atmosphäre und Leute sehr nett.

Das findet auch Jennifer Koop, die seit genau einem Jahr dabei ist. Tauchen habe sie schon immer fasziniert, und so hatte sie sich einst für ein Schnuppertauchen bei der TSG entschieden. „Ich habe eure Internetseite angeschaut und euch jung und sympathisch gefunden“, sagt sie. Deshalb sei sie dabei geblieben. „Ich mag Wale und habe überlegt, wie man ihnen nahe sein kann. Tauchen ist da eine Möglichkeit“, erklärt die 24-Jährige. Die Schwerelosigkeit und die Unterwasserwelt seien schon einzigartig. Wale hat sie zwar noch nicht gesehen, immerhin aber fährt sie im kommenden Jahr mit einem Vereinsmitglied zum Tauchen ans Rote Meer. „Darauf freue ich mich.“

Bevor es beim Schnuppertauchen in das 25 Grad warme Wasser geht, gibt es eine Belehrung durch Ingo. Es geht um Gefahren beim Tauchen und worauf immer zu achten ist: Druckausgleich während des Abtauchens und Ausatmen während des Auftauchens. Außerdem geht der Facharzt für Anästhesiologie Schritt für Schritt den Fragebogen mit Vorerkrankungen durch, denn einige Gebrechen oder akute Krankheiten machen Tauchen unmöglich.

Bei Michael Zimmer ist alles okay, nun wird es aufregend. Er bekommt passende Flossen und Taucherbrille ausgehändigt. „Damit die Brille nicht beschlägt, einen Film von Duschgel auftragen“, rät der TSG-Vorsitzende Claas Brüning. Dann kommt das Tauchgerät mit Luftkissen, Bleigewichten, Schläuchen und Ablesegeräten, das wie ein Rucksack auf den Rücken geschnallt wird. Wasserfreie und gereinigte Atemluft ist in den Flaschen, auf 200 Bar komprimiert. „Das ist ungefähr eine Telefonzelle Luft, die in die Flasche gepresst wurde, an der Wasseroberfläche kommt man damit 200 Minuten aus“, erklärt der Vorsitzende. Die Tauchbrille verhindert ein Atmen durch die Nase, sodass die Atmung über das Mundstück einfacher fällt.

Im Nichtschwimmerbereich wird das Atmen unter Wasser geübt. Erst wenn das sitzt, geht es in die Tiefe. Wichtig dabei ist der Druckausgleich in den Ohren. Am besten dreimal, erklärt Ingo Lund. Und wirklich — das komische Gefühl auf den Ohren lasse nach und man könne sich auf das Schwimmen unter Wasser konzentrieren, bestätigt Tauchanfänger Michael Zimmer. Also hängt er kurz den Gedanken an Fischschwärme und Korallenriffen nach, bevor das Gleichgewicht zu Wanken droht — oder die schnöden Kacheln des Wasserbeckens ins Blickfeld gelangen.

Neuer Termin
Die TSG Segeberg bietet auch am Montag, 1. Februar, ein Schnuppertauchen mit Gerät an. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr im Foyer des Bad Segeberger Hallenbades. Eine Anmeldung ist bei Claas Brüning unter der Telefonnummer 01 77/575 85 37 erforderlich. Minderjährige benötigen für das Schnuppertauchen die Erlaubnis der Eltern. Die Ausbildung erfolgt nach den Richtlinien des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) und ist weltweit anerkannt. sd

Silvie Domann

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