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Segeberg Trappenkamp: 1,8 Hektar Wald sollen Bauland weichen
Lokales Segeberg Trappenkamp: 1,8 Hektar Wald sollen Bauland weichen
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23:38 23.01.2016
Auf der einstigen Waldhotelfläche sollen 40 Bauplätze entstehen — dafür werden 1,8 Hektar Nadelwald auf dem Grundstück gefällt. Quelle: Fotos: Nam

Die Gemeinde Trappenkamp stößt an ihre Grenzen. Buchstäblich. Die letzten freien Bauplätze im Neubaugebiet auf der ehemaligen Strabag-Fläche sind inzwischen verkauft. 40 weitere Grundstücke können zwar auf der Fläche des ehemaligen Waldhotels entstehen. Doch dafür müssen dort 1,8 Hektar Nadelwald abgeholzt werden. Die Genehmigung dafür hat die Untere Forstbehörde erteilt. Der Auftrag zur Rodung soll im Bauausschuss (Donnerstag, 4. Februar, 19.30 Uhr) erteilt werden.

„Trappenkamp ist von fast drei Seiten von Wald umgeben“, sagt Christian Thomann von der Unteren Forstbehörde. Bisher seien Waldumwandlungen zwecks Erweiterung von Bauland seitens der Forstbehörde immer abgelehnt worden. Lediglich für den Bau von zwei Rückhaltebecken sei in der Vergangenheit eine Ausnahme gemacht worden, erklärt Thomann. Die Gemeinde — entstanden aus einem Waffenarsenal mitten im Wald — hat keine Erweiterungsmöglichkeiten in die Fläche. Auf dem Gelände des ehemaligen Waldhotels ist die Lage etwas anders. Schon in den 70er und 80er Jahren seien den jeweiligen Eigentümern zwecks Erweiterung Waldumwandlungen und damit Rodungen gestattet worden von der Behörde. Etwa für einen Fußballplatz. „Waldumwandlungsgenehmigungen sind hier also nicht neu“, sagt Thomann im LN-Gespräch. Gleichwohl sei die Rodung einer 1,8 Hektar großen Waldfläche „eher selten“.

Es gehe letztlich um die Frage: Was ist vertretbar? Forstwirtschaftlich und ökologisch sei der Nadelwald, dominiert von Kiefern und Fichten, nicht sehr wertvoll, erklärt Thomann. Nadelwälder seien zudem anfällig für Schädlinge. Außerdem dürfe wegen der hohen Waldbrandgefahr von Nadelhölzern ein Schutzstreifen von 30 Metern zu etwaiger Bebauung nicht unterschritten werden. Das als Bauland vorgesehene Grundstück ist nicht nur zur K 52 hin von Wald umgeben. Auch zu den Nadelbäumen auf der gegenüberliegenden Seite rund um das Waldschwimmbad muss der entsprechende Abstand gewahrt werden. Da bleibe nicht mehr viel Baufläche übrig.

„Da würden wir mit Krampf vielleicht zehn Grundstücke hinkriegen“, sagt Bürgermeister Harald Krille. „Damit sich die Erschließung lohnt, brauchen wir die 40 Bauplätze.“ Mit einer Million Euro Kosten müsse man schon rechnen. Das benachbarte Baugebiet von Investor Axel Wandel sei ausverkauft. „Wir haben aber locker noch zehn weitere Anfragen für Bauplätze.“ Ohne Werbung. Vor knapp einem Jahr hatte die Gemeinde die Waldhotelfläche von Wandel gekauft. Ebenso ein angrenzendes Grundstück, auf dem ursprünglich eine Seniorenresidenz geplant gewesen war. Acht Grundstücke sind dort noch zu vergeben, das aber sei es dann erstmal gewesen, so Krille. „Wir haben auch ein Baulückenkataster.“ Die Eigentümer würden jetzt angeschrieben. Dabei gehe es um potenziell zehn Grundstücke. Krille: „Das bringt es nicht.“

Auch Wohnungen gebe es nur noch wenige in Trappenkamp. Wenn die Seniorenresidenz des Landesvereins an der Gablonzer Straße gebaut ist, werden vielleicht wieder einige Wohnungen frei. Doch bis dahin gebe es eine „Durststrecke“. Um also weiter wachsen zu können, muss der Wald weg.

Mit der Auftragsvergabe der Waldrodung soll auch die Wiederaufforstung als Ausgleich vergeben werden. Dafür hat Thomann von der Forstbehörde ein Verhältnis von 1:2,5 festgelegt. Die neu angelegte Waldfläche wird also zweieinhalbmal so groß sein, wie die nun zu rodende Fläche. Das richte sich nach Qualität und Alter der gefällten Bäume, so Thomann. Der betroffene Nadelwald ist etwa 60 Jahre alt. Auf Trappenkamper Gebiet wird der Ausgleich nicht möglich sein. Es gebe aber Flächenbesitzer, die ihr Land für den Neuaufbau von Wald zur Verfügung stellen. Die neu aufzuforstende Fläche muss dem Trappenkamper Naturraum entsprechen, das heißt Geestlandschaft. „Das kann irgendwo zwischen Norderstedt und Flensburg sein“, so Thomann. In der Regel werde aber versucht, Wald, der in Segeberg verloren geht, auch im Kreis neu aufzuforsten. Das werde dann aber kein Nadelwald, sondern Mischwald sein. Gut durchmischte Wälder seien erwiesenermaßen resistenter gegen Schadeinflüsse von außen.

Nadine Materne

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