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Segeberg Trappenkamp kann auf mehrere Millionen Euro hoffen
Lokales Segeberg Trappenkamp kann auf mehrere Millionen Euro hoffen
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22:19 07.07.2017
Die Ladenzeile am Markt soll attraktiver werden. Es fehlen Flächen mit Aufenthaltsqualität. Auch Verkehrsberuhigung davor ist ein Thema.

Ganz oben auf der Liste stehen die Aufwertung der Ladenzeilen einhergehend mit Verkehrsberuhigung und neuer Parkraumgestaltung sowie die Überplanung brachliegender Industrieflächen im Ortszentrum. Auch die Idee eines Kulturzentrums am Ostlandplatz scheint „nicht mehr abwegig“, so Krille.

Einstimmiges Votum für Aufnahme in Städtebauförderprogramm.

Wohnungsbau statt verwilderter Industrieflächen in der Rudolf-Ducke-Straße. Eine verkehrsberuhigte Kieler Straße mit schönen Aufenthaltsflächen vor der Ladenzeile. Dafür neuer Parkraum für Kunden und Amtsverwaltung am jetzigen völlig überdimensionierten Zob. Außerdem eine Bushaltestelle direkt an der Schule. All das wären dringende Projekte, die mit dem Städtebauförderprogramm verwirklicht werden könnten. Einstimmig war entsprechend der Beschluss der Gemeindevertretung, das Angebot des Landes anzunehmen und in das Förderprogramm aufgenommen zu werden. „Jetzt müssen wir bis zum 20. Juli unsere Projektbeschreibung noch verfeinern und einreichen“, so Krille.

17 Gemeinden seien zu Jahresbeginn vom Land angeschrieben worden, erklärt der Bürgermeister. Sieben davon sind übriggeblieben, darunter auch die Nachbargemeinde Bornhöved. Zuletzt hatte es mit Mitarbeitern des zuständigen Innenministerium einen Ortstermin in Trappenkamp gegeben, bei dem die möglichen Projekte erläutert wurden.

Bereits im Vorjahr hatte die Gemeinde versucht, in ein Städtebauprogramm zu kommen, ging allerdings leer aus. Nun erhält die Gemeinde eine neue Chance. „Einmalig“, nennt Krille sie. Denn Projekte, die verwirklicht werden, werden je zu einem Drittel von Gemeinde, Land und Bund getragen. Genau wie die Planungskosten, die im ersten Schritt anfallen werden. 90000 Euro würden das schätzungsweise sein – davon müsste Trappenkamp „nur“ 30000 Euro übernehmen. Dabei arbeitet die Gemeinde mit den Städteplanern der Kieler BIG Bau zusammen.

Oberste Priorität habe die Umgestaltung des Marktbereichs mit Ladenzeile, sagt Krille. Eventuell zusammen mit dem Zob. „Die Leute beschweren sich immer wieder über die Park- und Verkehrssituation in dem Bereich.“ Außerdem sollen die Industrieflächen raus aus dem Ortszentrum. Hier müsse mit den Eigentümern verhandelt werden. Stattdessen seien Wohnungen denkbar sowie Pflege- und Gesundheitseinrichtungen. Was am Ende tatsächlich verwirklicht wird, sei aber noch offen. „Es wird es auch eine große Bürgerbeteiligung geben“, verspricht Krille. Dies werde ein Projekt für die nächsten fünf und mehr Jahre.

Gemeinde will verjährte Forderung zahlen

Sind die 25000 Euro Nachforderung für Schulkostenbeiträge von der Stadt Bad Segeberg an Trappenkamp verjährt? Das sollen Verwaltung und Kommunalaufsicht nochmal prüfen, berichtete Finanzausschussvorsitzender Axel Barkow (SPD) im Gemeinderat. Wie berichtet hatte die Stadt ihre Forderung aus 2012 erst am 29. Dezember 2016 abgeschickt, die dann am 3.

Januar 2017 im Amt eintraf. Zu spät, die Forderung verjähre nach vier Jahren, so das Amt und empfiehlt nicht zu zahlen. „Wollen wir so miteinander umgehen?“, fragt dagegen Bürgermeister Harald Krille. „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.“ Die Stadt habe Trappenkamp schon einmal personell in der Bibliothek ausgeholfen. „Und schließlich haben wir auch eine Leistung erhalten.“ Fehler passierten. Sollte die Stadt gute Gründe haben für die späte Inrechnungstellung, wolle man die erhaltene Leistung auch zahlen – wenn die Kommunalaufsicht mitmacht. „Wenn die das als freiwillige Leistung ansieht, geht das dann nicht“, erklärte Krille. Immerhin ist auch Trappenkamp Fehlbedarfsgemeinde.

Schulzentrum: Für die Erweiterung und Modernisierung des Schulzentrums mit inzwischen 1050 Schülern wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

Sportanlagen: Der TVT hat ein Konzept für die Erweiterung und Sanierung der Sportanlagen entworfen. Einstimmig wurde beschlossen, einen Planer zu beauftragen, ein Gesamtkonzept zu erstellen, das zur Anwendung kommt, sobald Fördergelder eingeworben werden können.

Familienzentrum Pusteblume: Die Pläne zur Erweiterung wurden genehmigt und beschlossen.

Angebot gilt auch für Bornhöved

Städtebauförderung ja oder nein? Auch Bornhöved darf beim Förderprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren mitmachen. In einem ersten Schritt hat sich die Gemeinde alle Optionen offen gelassen.

In der nächsten Sitzung des Gemeinderats wolle man sich endgültig entscheiden, ob der notwendige Antrag zur Aufnahme ins Programm spätestens zum 20. Juli eingereicht werden soll, sagt Bürgermeister Dietrich Schwarz (SPD). Man sei sich noch nicht einig über das „Sanierungsgebiet“. Baustellen gäbe es auch in Bornhöved genug, die im Rahmen des Projekts angegangen werden könnten. Allen voran der „Alte Bahnhof“ vor der Schule. „Der ist schrottig“, wird Schwarz deutlich. „Könnte aber schön werden.“ Sogar Straßen könnten mit dem Programm saniert werden. Etwa die Lindenstraße. Zudem gebe es zahlreiche leerstehende Gebäude: die alte Videothek, der alte Schlachter. . . Insgesamt rede man über Maßnahmen mit einem Volumen von vier Millionen Euro. nam

 Nadine Materne

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