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Segeberg Trave-Brücke bei Herrenmühle: Vor 2019 kein Neubau
Lokales Segeberg Trave-Brücke bei Herrenmühle: Vor 2019 kein Neubau
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10:50 18.05.2016
Schwere Lastwagen dürfen schon lange nicht mehr über die marode Herrenmühlen-Brücke fahren. Und einspurig fließt der Verkehr ebenfalls seit langem. Die neue Brücke soll natürlich auch Schwerlastverkehr tragen.

Wie ist der aktuelle Stand in Sachen neue Brücke über die Trave bei Herrenmühle? Steht schon fest, wie sie aussehen wird und was sie kostet? Nein, sagt der Chef des Kreis-Bauamtes, Thomas Falck. Immerhin habe es einen sogenannten Scoping-Termin gegeben, auf dem der Kreis Segeberg erklärt habe, wie er umweltrelevante Aspekte bei dem Vorhaben berücksichtigen wolle. Eingeladen waren der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) als Planfeststellungsbehörde, die betroffenen Gemeinden Schwissel und Todesfelde, Naturschutzverbände und die Träger öffentlicher Belange (TöB, Denkmalpflege, Naturschutz, Fachbehörden, Wasserbehörde) und zwei Planungsbüros.

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Wie soll die neue Querung aussehen? Viele Behörden und Verbände wollen dabei mitwirken.

Der Kreis ist bei dem Projekt einerseits Vorhabenträger, andererseits TöB. Letztlich entscheidet der LBV darüber, wie mit Einsprüchen und Maßnahmen umzugehen sei. Der Kreis müsse das dann übernehmen.

Allerdings, so Falck, gebe es noch kein Protokoll, aus dem hervorgeht, was konkret zu machen sei. Zu untersuchen seien verschiedene Varianten, zum Beispiel:

• man tue nichts, „dann müssten wir die Brücke irgendwann sperren“;

• man baue die jetzige Brücke aus. Das gehe aber nicht, weil die Grundsubstanz zu kaputt dafür sei;

• man reiße die alte Brücke ab und baue genau dort eine neue hin. Dann wäre dort während der etwa 18 Monate dauernden Bauzeit kein Verkehr möglich. Falck: „Das geht schon wegen des landwirtschaftlichen Verkehrs nicht“;

• man lasse die alte Brücke erstmal stehen und baue daneben die neue, und anschließend werde die alte abgerissen; das dürfte die wahrscheinlichste Variante sein;

• man baue eine neue Brücke weiter links oder rechts von der alten Brücke über die Trave. Dann müsste allerdings die Straßenanbindung ganz neu gefasst werden.

Falck geht davon aus, dass die neue Brücke unmittelbar neben der alten gebaut werde. „Das ist die Variante, die nach erster Einschätzung mit den geringsten Auswirkungen verbunden wäre.“ Als Nächstes sei zu entscheiden, welche Variante bevorzugt wird. Dies erwartet Falck noch 2016.

Interessant ist eine Forderung der Naturschutzverbände, nämlich „die Brücke mindestens vier Meter über Hochwasserspiegel der Trave zu setzen“. Warum? Falck: „Damit die Fledermäuse untendurch fliegen können.“ Würden die nämlich drüber fliegen, „bestünde ein Kollisionsrisiko mit dem Fahrzeugverkehr“. Zudem fordern die Verbände auf der Brücke Tempo 30. Die Entscheidung liege aber beim LBV.

2017 könnte dann der Planfeststellungsbeschluss erfolgen. Mit der Fertigstellung der Brücke rechnet er 2019 – „wenn alles glatt läuft“.

Zu den Kosten – grobe Schätzungen liegen bei zwei bis drei Millionen Euro – wollte sich Falck nicht äußern. Die Brücke müsse „zweckmäßig und kostengünstig sein“. Wie sie aussehe, sei nachrangig. Das Bauwerk werde eine Breite von etwa neun Metern haben – einschließlich Fuß- und Radweg. Sicher sei, dass die beiden Widerlager nicht wie jetzt im Wasser stehen würden, sondern an Land. Der Travedurchfluss werde dadurch „deutlich verbessert“. Zu diesem Zweck müsse auch der jetzige Steinabsturz unter der Brücke flacher gebaut werden, „damit die Fische in der Lage sind, die Trave gegen die Strömung aufwärts zu wandern.“

 Christian Spreer

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