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Segeberg Trave-Land hebt Amtsumlage an
Lokales Segeberg Trave-Land hebt Amtsumlage an
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20:13 24.11.2016

. „Was die Asylbewerberzahlen angeht, hat sich die Lage entspannt“, Rainer Andrasch, leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Trave-Land, konnte bei der Amtsausschusssitzung im Wakendorfer Gemeinschaftshaus aufatmen. Trotzdem wollen die Bürgermeister der 27 Gemeinden unliebsamen Überraschungen bei den Flüchtlingszahlen vorbeugen: Sie beschlossen einstimmig einen 4,3 Millionen Euro schweren Haushalt mit einer Erhöhung der Amtsumlage um einen halben Punkt auf 14,0 Prozent.

„Wir sind die Firma mit den meisten Wohnungen im ganzen Amtsbereich. Rainer Andrasch

Dies, so der Verwaltungschef, der den erkrankten Kämmerer Reinhard Jaacks vertrat, sei zum einen nötig, weil 2016 durch Aufwendungen für Flüchtlinge ein Defizit entstanden sei, zum anderen aber auch zur Vorbeugung, wenn etwa das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei scheitere und dem Amt ungleich mehr Asylbewerber zugeteilt würden. „Für diesen Fall hätten wir dann per Kredit finanzierte 320000 Euro für Anmietungen oder Baumaßnahmen zur Verfügung“, erläuterte Andrasch. Planen lasse sich die Verteilung von Flüchtlingen auf die Ämter und Städte ohnehin nicht – für 2016 hatte der Amtsausschuss gut vorgesorgt, benötigte am Ende aber weder das komplett angemietete, ehemalige Hotel „Busch & Busch“ noch alle angemieteten 70 Wohnungen im Amtsbereich.

Wenn Flüchtlingsunterkünfte nicht genutzt werden, gibt’s auch kein Geld vom Land, sodass das Amt durch die Leerstände draufzahlt. Zusätzliche Kosten entstanden auch durch drei neu eingestellte Mitarbeiter (2,5 Stellen), die sich um die Flüchtlinge kümmern. Wenn die Kosten auch von einer Position zur anderen hin und her gerechnet werden, so konnte Andrasch doch konkrete Flüchtlingszahlen nennen. Ursprünglich hätte das Amt in diesem Jahr 337 Menschen unterbringen müssen (deshalb die 70 Wohnungen plus Hotel und Altenheim in Fahrenkrug). Im Juni sei die Zahl auf 242 Flüchtlinge korrigiert worden. „Das werden wir aber wohl nicht erreichen – bisher waren es dieses Jahr nur 170 Asylbewerber“, erklärte Andrasch. Insgesamt würden in Trave-Land 331 Flüchtlinge leben, deren Unterbringung und Betreuung nicht zuletzt wegen vieler ehrenamtlicher Helfer gut gelöst sei.

Und wie sieht es in den benachbarten Ämtern mit der Amtsumlage und den Asylbewerberkosten aus? Die LN haben gestern in den Amtsverwaltungen von Boostedt-Rickling, Bornhöved, Itzstedt und Leezen nachgefragt, bekamen aber noch keine konkreten Zahlen genannt. Der Grund: Mit seinem Haushalt 2017 ist das Amt Trave-Land wieder einmal das schnellste. Die anderen Amtsausschüsse müssen erst noch tagen.

Einen Teil der Erhöhung der Amtsumlage spart man in Trave-Land gleich wieder ein: 0,85 Prozent der Umlage waren bisher für die Amtssporthalle Ost in Geschendorf reserviert. Die ist nun ausfinanziert.

Doch der Amtsausschuss beschloss, trotzdem 0,5 Prozent für Hallensanierung und zur Bildung einer Rücklage einzubehalten.

Lothar Hermann Kullack

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