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Traventhaler Oldtimertreffen: Altes Blech in schmuckem Glanz

Traventhal Traventhaler Oldtimertreffen: Altes Blech in schmuckem Glanz

Mehr als 800 alte Karossen machten zu Pfingsten Autobaugeschichte erfahrbar und lockten rund 5000 Besucher zum Landgestüt.

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Hatte viele Fans beim Publikum: Der Renault 4CV mit seinem Heck, das an das eines VW-Käfer erinnert und der klassischen Front einer Limousine aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts.

Quelle: Fotos: Heike Hiltrop

Traventhal. Sanft streicht die kräftige Männerhand über die üppige, cremefarbene Rundung. Reinhard Fricke, in der einen Hand ein Glas Rosé haltend, lächelt angesichts der glänzenden Haut: „Die haben wir ganz aufwändig restauriert.“ Er öffnet die Türen des alten Opel Kapitän, der seinem Namen alle Ehre macht. Ein echter Kreuzfahrer der Straße, dieser Schlitten, der Jahrzehnte auf dem Buckel hat – die man ihm jedoch nicht ansieht. Innen locken dicke, schlammgrüne, samtweiche Polster.

LN-Bild

Mehr als 800 alte Karossen machten zu Pfingsten Autobaugeschichte erfahrbar und lockten rund 5000 Besucher zum Landgestüt.

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Sammlerstolz und Restaurierungsgeschick präsentierten sich an Pfingsten dem Publikum beim Oldtimertreffen mit Teilemarkt sowie Antik- und Trödelmarkt auf dem Landgestüt Traventhal. Über 800 in die Jahre gekommene, motorisierte Karossen, beäugt von rund 5000 Besuchern, so die Bilanz vom Wochenende.

Kameras klicken, Handys werden gezückt. Ulli Fischers Blick bekommt diesen schwärmerischen Ausdruck, den Männer sonst nur bei ihrem Lieblingsfußballverein aufsetzen. „So etwas bekommt man eben nicht alle Tage zu sehen“: Auch Bernd Bickert ist Liebhaber einfacher, aber noch immer funktioneller Technik. „So lange ich mir solche Autos nicht leisten kann, fotografiere ich sie eben. Vor allem Opel“, gilt auch seine Aufmerksamkeit der in Lack und Chrom verpackten, industriellen Revolution.

Namen wie „Amazone“, „Gogo“, „Messerschmitt Kabinenroller“, „Mustang“, „Gummikuh“ oder „Barkas“ unterstreichen einstige Individualität, weit weg von Aerodynamik, digitalem Sicherheitsgedöns und Höchstgeschwindigkeiten um 200 Stundenkilometer und mehr. Hier stehen keine Autos, hier stehen Automobile. Das ist ein riesiger Unterschied, fragt man die Eigentümer. Die legen viel Herzblut in ihre Schätzchen, mitunter echte Scheunenfunde, denen wieder Leben eingehaucht wurde.

Da ist der über 40 Jahre alte Fiat 500 von Thomas Beumer. „Der hat gerade wieder Tüv bekommen“, betont der Ricklinger, und „der zieht noch immer die Wurst vom Teller“, unterstreicht er die Zuverlässigkeit seines Gefährts. Die Grundversion des „Neuen“ sei ganz okay, aber das, was sonst aus dem Retro-Hype erwachse, sei so gar nicht seins. Dass das Fahrzeug, dessen Eckdaten Magnus Müller aus Bad Bramstedt immer wieder zum Besten geben muss, jemals eine Neuauflage erfahren wird, scheint dagegen so gut wie ausgeschlossen: Der 4 CV von Renault aus den 50ern. Schwarz, klein, puristisch.

Müller: „Ohne Ecken, alles so schön rund, dass es eine Freude ist, ihn zu putzen.“ Ein Liebhaberstück mit sogenannten „Schwiegermuttertüren“, die an der Mittelsäule befestigt sind. Ein kleiner Pinöppel am Lenkrad: Blinker. Der Schaltknüppel: stricknadeldünn. Drei Gänge. Das Armaturenbrett hat nicht einmal eine Tankanzeige. Und dennoch, Müller lächelt: „Der ist bis auf die Reifen in absolutem Urzustand und läuft, und läuft . . .“

Kühlerfiguren zwischen Kätzchen und Spaßente

Kühlerdeckel-Verzierung auf den Motorhauben, das waren vor rund 100 Jahren meist im Jugendstil angelehnte, stilisierte Figuren. Heute sind Kühlerfiguren Schmuck. Fast jede Kultmarke hat eine. Berühmt ist etwa Rolls Royce Göttinnen gleiche „Spirit of Ecstasy“ . „Leaper“ heißt die springende Raubkatze des britischen Herstellers Jaguar (seit den 1940ern), und zum Hingucker ist die Veralberung „Rubber Duck“ geworden, eine rauchende Ente, die Kris Kristoffersons Truck im Roadmovie „Convoy“ zierte. hil

Heike Hiltrop

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