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Segeberg Treffpunkt für schwangere Migrantinnen
Lokales Segeberg Treffpunkt für schwangere Migrantinnen
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21:21 26.09.2016
Das Café „Karibuni“ ist umgezogen. Der Treffpunkt für schwangere Migrantinnen ist ab 5. Oktober im Bienenhof zu finden. Auf regen Austausch freuen sich v.l. Elke Rindt, Rasha Anton, Hebamme Claudia Echt und Ulrike Haeusler. Quelle: Domann

Hebamme, Untersuchungen zur Früherkennung, Besuche beim Kinderarzt – für schwangere Flüchtlingsfrauen sind diese Begriffe häufig ein Buch mit sieben Siegeln.

Zu groß sind die Unterschiede des deutschen Gesundheitssystems gegenüber denjenigen aus den Herkunftsländern der Frauen. Abhilfe bietet seit März das Café „Karibuni“, das in Räumen des Evangelischen Bildungswerkes angesiedelt war. Nun ist es in die Gemeinschaftsunterkunft Bienenhof umgezogen und findet am Mittwoch, 5. Oktober, dort zum ersten Mal statt.

„Das Café ist gut angenommen worden“, sagt Ulrike Haeusler vom Bildungswerk, dem Träger des Cafés. Doch zum Sommer hin seien immer weniger Frauen gekommen, nach den Ferien gar keine mehr. „Eine Ehrenamtlerin, die im Bienenhof eine Spielgruppe anbietet, hat uns gefragt, ob wir nicht unser Café dort aufmachen können, die Frauen würden den Weg ins Bildungswerk nicht finden“, erklärt Ulrike Haeusler. Der Gedanke wurde aufgenommen und mit Elke Rindt, verantwortlich für die Gemeinschaftsunterkunft, besprochen. „Die Räume sind da, hier haben Familien Kontakt zueinander, sodass das Angebot des Cafés noch niedrigschwelliger ist“, sagt Elke Rindt.

Jeden Mittwoch ab 15.30 Uhr ist das Café „Karibuni“ geöffnet; schwangere Migrantinnen und Frauen mit kleinen Kindern sind willkommen. Hebamme Claudia Echt schaut sich die Kleinen an, beurteilt deren Entwicklung, gibt Tipps. Die Syrerin Rasha Anton dolmetscht und berichtet über ihre eigenen Erfahrungen. „Ich bin seit 14 Jahren in Deutschland, mein erstes Kind habe ich ohne Hebamme bekommen, die anderen mit, auch Philipp“, sagt sie und schaut in ihre Arme. Dort schlummert der Säugling friedlich. Der Treffpunkt sei hilfreich für die Frauen, betont die Hebamme, denn viele der Schwangeren seien sehr alleine, hätten kaum Kontakt nach außen. „Im Café können sie sich austauschen.“

Das Café wird vom Kirchenkreis finanziert, zunächst bis Jahresende. Möglich wird das durch Fördergelder aus dem Projekt ,Schutzengel‘. Das Café ist ab 5. Oktober mittwochs ab 15.30 Uhr geöffnet. Auch in den Herbstferien können sich Migrantinnen dort austauschen und Hilfe holen.

 sd

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