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Trotz schwerer Kollision nichts bemerkt

Norderstedt Trotz schwerer Kollision nichts bemerkt

Lastwagenfahrer konnte Fahrerflucht nach einem Unfall in Norderstedt nicht nachgewiesen werden.

Norderstedt. Es war am frühen Morgen Mitte Januar dieses Jahres, als Klaus-D. R., 50, mit seinem Sattelzug aus Richtung Hamburg kommend auf der Schleswig-Holstein-Straße in Norderstedt nach links in die Straße am Exerzierplatz abbog. Dabei soll der Norderstedter ein entgegenkommendes Fahrzeug übersehen haben.

„Ich dachte: Oh, das wird eng“, so schilderte Jan B., 36, aus Norderstedt vor dem Amtsgericht seiner Heimatstadt die Situation. Er fuhr hinter dem aus Richtung Henstedt-Ulzburg kommenden Transporter und sah, wie dieser auf schneeglatter Fahrbahn trotz Vollbremsung in den hinteren Bereich des abbiegenden Sattelzugs rutschte. An dem Transporter von Erkan C.,28, aus Tornesch entstand durch die Kollision ein Totalschaden. Er und seine beiden Mitfahrer, von denen einer leicht an den Knien verletzt wurde, beobachteten, dass der Unfallverursacher mit seinem Sattelzug nach dem Abbiegen kurz anhielt und dann davonbrauste. Er musste sich nun vor dem Amtsgericht in Norderstedt wegen Fahrerflucht verantworten.

Der Angeklagte beteuerte, nichts von dem Unfall bemerkt zu haben. Er habe nur angehalten, weil er beim Abbiegen etwas gerutscht sei und deshalb den Allradantrieb habe in Gang setzen wollen, was nur bei einem Stillstand des Fahrzeugs möglich sei.

Für die Zeugen erscheint es unwahrscheinlich, dass der Angeklagte nichts von der Kollision bemerkt haben will. „Er hat uns genau gesehen. Er streckte den Kopf zum Fenster hinaus und sah zu uns.

Trotzdem fuhr er weiter, obwohl jemand hätte verletzt sein können“, ereiferte sich Beifahrer Hakan C., der im Transporter saß. Doch ein Sachverständiger erklärte, den Knall könne der Lastwagen-Fahrer wegen der lauten Fahrgeräusche durchaus überhört haben. Nach Meinung des Sachverständigen könne dem Angeklagten daher nicht nachgewiesen werden, dass er den Unfall bemerkt hat. Der Richter stellte das Verfahren gegen den bisher nicht vorbestraften Kraftfahrer ein mit der Auflage, dass dieser eine Geldbuße von 200 Euro an die Landeskasse zahlt.

mak

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