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Segeberg Trotz schwerer Krankheit Lebensfreude erleben
Lokales Segeberg Trotz schwerer Krankheit Lebensfreude erleben
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20:18 13.08.2015
Sie organisieren die Veranstaltungsreihe zum Welt-Alzheimertag vom 11. bis 27. September in Norderstedt, Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt: Ulrich Mildenberger, Peter Böttcher, Susann Piazza, Adina Günter, Tjark Holst, Karin Sträter und Silke Stocker (von links) vom Arbeitskreis Demenz des Pflegestützpunktes Segeberg. Quelle: Fuchs

Die Zahl der demenzkranken Menschen nimmt bundesweit rasant zu. Das gilt auch für den Kreis Segeberg, sagt Ulrich Mildenberger vom Pflegestützpunkt im Kreis Segeberg, der Beratungsstellen in Norderstedt, Kaltenkirchen, Bad Bramstedt und Bad Segeberg unterhält. „In Deutschland sind aktuell 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt. Im Kreis Segeberg sind es deutlich über 4000 Menschen, die unter dieser Krankheit leiden.“

Die Zahl der Krankheitsfälle habe sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Bis 2050 rechnen Experten mit einer weiteren Verdopplung, erklärt Mildenberger. Darum plant der Arbeitskreis Demenz des Pflegestützpunktes, dem die kreisweit tätigen Pflegedienste und Pflegeheime angehören, jetzt zum Welt-Alzheimertag am 12. September eine Veranstaltungsreihe, die Betroffene und ihre Angehörigen aufklären, sie unterhalten und ihnen Mut machen soll, dass es auch mit einer Demenzerkrankung Lebensfreude und Lebensqualität geben könne. So werden die Schauspieler Achim Conrad und Thomas Zieler in einer szenischen Lesung aus dem Buch „Der alte König in seinem Exil“ Passagen vortragen, in denen Autor Arno Geiger über seine Erfahrungen berichtet, als plötzlich sein Vater dement wurde. Die Lesung beginnt am Sonntag, 13. September, um 15 Uhr im Steertpoggsaal in der Pestalozzistraße 5 in Norderstedt. Einen Tag später, am 14. September, wird sie um 19 Uhr im Rathaus in Kaltenkirchen, Holstenstraße 14, wiederholt. In Bad Segeberg ist sie am Dienstag, 15. September, ab 18.30 Uhr im Gemeindehaus an der Marienkirche zu hören. Und in Bad Bramstedt folgt sie am 16. September ab 19 Uhr im Gemeindehaus, Schlüskamp 1. Der Eintritt ist frei.

Zudem sind die Demenzkranken und ihre Angehörigen zu Tanz-Cafés eingeladen. „Die Schlager- und Volksmusik aus ihrer Jugend, die sie da hören, weckt bei den Betroffenen viele Erinnerungen an früher“, sagt Mildenberger. „Sie können sich da ganz der Musik und ihren Gefühlen hingeben. Der Kopf spielt keine Rolle.“

Zudem sind ökumenische Gottesdienste zum Thema Demenzerkrankungen in Bad Segeberg (Sonntag, 13. September, in der Versöhnerkirche, Falkenberger Straße 86, 9.30 Uhr), Bad Bramstedt (20. September, katholische Pfarrkirche, 10.30 Uhr) und in Kaltenkirchen (27. September, Michaeliskirche, 11 Uhr) geplant.

Wie Betroffene mit der Krankheit besser klarkommen können, in welchen Schüben sie sich entwickele und wie Angehörige damit umgehen und ihren Liebsten dabei helfen können, sei trotz der enormen Ausbreitung der Demenzerkrankungen oft noch unbekannt. „Das Thema ist immer noch ein Tabu“, sagt Susann Piazza vom Norderstedter Pflegeteam. Gleichwohl würden immer mehr Außenstehende dem Stützpunkt und dem Arbeitskreis ihre Beobachtungen mitteilen, erzählt Silke Stocker vom DRK-Kreisverband, wenn ihnen etwas seltsam vorkomme. „Da melden sich Bäckereiverkäuferinnen, weil ihnen auffiel, dass ein Kunde immer mit Puschen ins Geschäft kommt, verwirrt zu sein scheint und den Eindruck vermittelt, dass er allein nicht mehr zurechtkommt.“ Man frage dann vorsichtig an, ob der Betroffene Hilfe brauche.

Hilfsbereitschaft ist keineswegs peinlich
Hilfsbereitschaft gegenüber Dementen sei positiv und keineswegs peinlich, betont Silke Stocker vom DRK. Nur mit kompetenter Unterstützung und einem Netzwerk an Hilfsmaßnahmen sei Betroffenen und ihren Angehörigen zu helfen. Da sei es hilfreich, dass auch der Gesetzgeber inzwischen in vielen Fällen die Betreuung der Demenzerkrankten anerkenne und sie finanziell unterstütze, sagt Susann Piazza vom Arbeitskreis Demenz.
Oft würden ambulante Pflegedienste ein bis zwei Stunden pro Woche die Demenzkranken zu Hause besuchen, mit ihnen sprechen, einkaufen gehen, abwaschen oder andere Dinge des alltäglichen Lebens mit ihnen erledigen, erklärt Adina Günter vom Awo-Servicehaus in Norderstedt. Dann habe der pflegende Angehörige mal Zeit für sich.

Kontakt: ☎ 040/ 52883830. E-Mail: info@pflegestuetzpunkt-se.de

Burkhard Fuchs

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