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Segeberg U-3-Betreuung: Bark geht in die Offensive
Lokales Segeberg U-3-Betreuung: Bark geht in die Offensive
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09:56 05.07.2013
Von Ursula Kronlage
Bürgermeister Hartmut Faber und Ute Prange sehen steigenden Bedarf an Tagesmüttern und -vätern für die nächsten Jahre. Quelle: Fotos: Kronlage/Fotolia
Bark

Der Hintergrund: Ab August dieses Jahres haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren — in Krippen oder auch bei Tagesmüttern und -vätern. Für die Gemeinden wird es eng, wie berichtet, fehlt es an etlichen Standorten noch an Betreuungsplätzen.

Deshalb sehen Bürgermeister Hartmut Faber und Ute Prange (Bildungswerk des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Plön-Segeberg) speziell im Tagespflegebereich Potenzial. Hier soll das Angebot des Bürgermeisters gewissermaßen vorsorgen, auch wenn es zurzeit in seiner Gemeinde keinen Bedarf gibt. „Wir haben vor zwei Jahren eine Umfrage bei den Eltern mit Kindern bis zu sechs Jahren gemacht.

Es wurden keine Krippenplätze angefordert“, bemerkte Faber. Zurzeit leben in der Gemeinde sechs Kinder unter drei Jahren. Die fehlende Nachfrage begründet Faber mit der dörflichen Struktur, zum Beispiel in Bark: „Dort sind Mutter und Großmutter im Haus und betreuen die Kinder.“ In Bockhorn hingegen lebten viele Neubürger.

Doch genau wie Ute Prange sieht Faber für die Zukunft steigenden Bedarf. „Es zeichnet sich ein Wandel ab“, sagte Ute Prange. Und Tagespflege eigne sich gut, um gemeindenah Betreuungsplätze zu schaffen. Voraussetzung sei ein entsprechender Kursus für Kindertagespflege, er umfasse 160 Unterrichtseinheiten. Vermittelt würden pädagogische Grundfragen, die Zusammenarbeit mit den Eltern, die Besonderheiten der Betreuung von kleinen Kindern sowie die rechtlichen Grundlagen in der Kindertagespflege. Die evangelische Familienbildungsstätte bietet jeweils im September in Bad Oldesloe und im Februar in Bad Segeberg Grundkurse an. Die Kosten betragen 420 Euro, nach erfolgreicher Teilnahme übernimmt der Kreis davon 200 Euro. „Und hier bezahlt es die Gemeinde“, betonte Barks Bürgermeister.

Er könne sich durchaus vorstellen, etwa fünf Kurse zu finanzieren. Die Alternative, entsprechende Betreuungsplätze im Barker Kindergarten (24 Jungen und Mädchen) zu schaffen, lehnt er aus Kostengründen ab. Denn dafür müssten entsprechende bauliche Voraussetzungen geschaffen werden, zum Beispiel ein Ruheraum für die Kleinen.

Wer Betreuungsplätze als Tagesmutter oder -vater anbieten will, muss allerdings auch einige Voraussetzungen erfüllen und wird entsprechend überprüft. Die Wohnung, so Ute Prange, müsse kindgerecht sein, es dürften weder Swimmingpool noch Teich vorhanden sein und vor allem keine giftigen Pflanzen oder Blumen im Garten wachsen. „Es muss auch einen Raum geben, in dem die Kinder schlafen können“, ergänzte Ute Prange. Erste-Hilfe-Kenntnisse müssten vorhanden sein und die Chemie zwischen Eltern und Tagesmütter sollte stimmen. Die Kosten für die Betreuung regelt ein individueller Vertrag zwischen beiden Seiten. Meistens sei es ein fester Stundensatz zwischen drei und vier Euro, sagte Ute Prange.

Zurzeit sehe der Kreis, der Träger der Kinderbetreuung ist, als angemessenen Betrag noch drei Euro pro Stunde vor. Ab August könnten Eltern eine einkommensunabhängige Ermäßigung von 80 Cent pro Stunde beantragen. Aufgrund des Rechtsanspruchs dürften Eltern von ein- und zweijährigen Kindern die Förderung bis zu einem Betreuungsumfang von 20 Stunden in der Woche in Anspruch nehmen. Gefördert würden außerdem Kinder bis zu zwölf Jahren, deren Eltern durch ihre Berufstätigkeit oder durch eine Ausbildung einen Bedarf nachweisen können.

Service: Ute Prange (Servicebüro Tagespflege beim Bildungswerk des evangelischen Kirchenkreises), ist zuständig für Bad Segeberg, Wahlstedt, Amt Trave-Land und Leezen, Telefon 045 51/99 30 974.

Ansprechpartner für Tagespflegekurse ist in Bad Oldesloe Ines Stamer, Telefon 045 31/77 68, in Bad Segeberg Gaby Hettmann, Telefon 045 51/99 33 45.

Ursula Kronlage

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