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Segeberg „Ubuntu“: Eine große Welt im Kleinen
Lokales Segeberg „Ubuntu“: Eine große Welt im Kleinen
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22:21 27.06.2013
Die Ubuntu-Artisten haben ein neues Selbstbewusstsein und zeigen jetzt auf ihrer Tour, was sie alles gelernt haben. Quelle: Foto: Fuchs

Ein ganz ungewöhnliches Zirkusprojekt ist vom 30. Juni bis 2. Juli im Norderstedter Stadtpark zu sehen. Dort zeigen die 70 jugendlichen Clowns, Artisten, Akrobaten und Jongleure des Zirkus Ubuntu jeweils ab 14.30 und 17 Uhr im Feldpark ihr neues Programm „Eine Frage des Herzens“, mit dem sie gerade auf Tour durch Schleswig-Holstein sind.

Das Besondere an diesem Zirkus ist die Herkunft seiner Teilnehmer: Es handele sich um Kinder und Jugendliche, die schulmüde, verhaltensauffällig oder schwer erziehbar gewesen seien und über die Zirkusschule Ubuntu neue Lebensfreude und Selbstbewusstsein gewonnen hätten, schilderte Artistentrainer Fido. Er ist seit elf Jahren dabei und heißt mit bürgerlichem Namen Sebastian Geister. „Kein Mensch kommt als Clown oder Artist zur Welt“, erklärte Fido das Selbstverständnis von Ubuntu. „Uns interessiert auch nicht die perfekte oder sensationelle Einzelleistung. Wichtig sind die Erlebnisse und das Lernen in der Gemeinschaft, die zu diesen Kunststücken führen.“ Die Teilnehmer lernten auf spielerische Art Freude an der Bewegung, ein neues Körpergefühl kennen ebenso wie Disziplin und Kreativität, die sie oft zu neuen Persönlichkeiten machten.

Das bedeute natürlich nicht, dass die Zirkus-Show die Zuschauer nicht in ihren Bann ziehen werde, betonte Fido. „Wir bieten eine zweieinhalbstündige Show in der Manege, die die Besucher begeistert und von einer längst vergangenen Welt träumen lassen wird. Es wird sie berühren, nachdenklich stimmen und ihnen ein Lächeln auf die Lippen zaubern.“

Ubuntu sei 1995 gegründet worden und habe seitdem 750 Jugendlichen zeitweise eine Heimat und Geborgenheit gegeben, erzählte Fido. Einige seien seit vielen Jahren dabei, andere würden nach kurzer Zeit wieder zu ihren Familien zurückkehren. „Bei uns bekommen sie eine Auszeit von der Schule und lernen die große Welt im Kleinen kennen.“ Neben der Zirkusschule würden die Jugendlichen auch in Kochen, Nähen und Schweißen ausgebildet. 2009 ist Ubuntu zu einem Leuchtturmprojekt der Aktiv-Region Schleswig-Holstein erklärt worden. Der Name Ubuntu kommt aus den Bantusprachen der Zulu und Xhosa in Südafrika und bedeutet Menschlichkeit, Nächstenliebe, Gemeinsinn und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist. Bei diesem sozialen Zirkusprojekt, das allein aus Spenden und den Eintrittsgeldern der Zirkus-Tournee finanziert wird, kann jeder Jugendliche ab zwölf Jahren mitmachen.

Das Trainingsgelände von Ubuntu liegt in Horst bei Elmshorn. Weitere Vorstellungen sind am heutigen Freitag in Lübeck vor dem Drägerwerk geplant.

Wer bei Zirkus Ubuntu mitmachen will, kann sich unter Telefon 0 41 26/39 55 10 melden.

Burkhard Fuchs

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