Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Udo Fröhlich - Er ist wieder mittendrin in der Politik
Lokales Segeberg Udo Fröhlich - Er ist wieder mittendrin in der Politik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:57 02.09.2016
Mit scharfer rhetorischer Klinge am Rednerpult: Udo Fröhlich (SPD) will sich jetzt als Kandidat für den Bundestag aufstellen lassen. Quelle: *hil

Beliebt war er wohl nie. Vergleicht man ihn mit den anderen SPD-Bewerbern um die SPD-Direktkandidatur im Bundestagswahlkreis Segeberg-Stormarn-Mitte Alexander Wagner, Martin Ahrens, Mahmut Cinar wirkt er wie ein altes Partei-Schlachtross (Jahrgang 55) unter Milchgesichtern. Udo Fröhlich ist in Bad Segeberg noch als früherer Bürgermeister von 1997 bis 2003 in Erinnerung.

Aus der zweiten Amtszeit wurde nichts. Er wurde mit 22,1 Prozent der Stimmen von den Bürgern per Stimmzettel quasi aus dem Rathaus gejagt. Auch scheiterte er 2011 bei seinen Genossen mit dem Versuch, als Abgeordneter für den Landtag zu kandidieren. Zahlreiche Fehden im Ortsverein, Krach mit Mitarbeitern – Schönfeld blieb sich selbst treu.

Ob offen oder hinter vorgehaltener Hand – Ihm gibt keiner auch nur den Hauch einer Chance bei seinem neuen Anlauf. Er plane ja auch keine politische Karriere, sagte er gestern den Lübecker Nachrichten. Aber ältere Genossen, die den derzeitigen Kurs der SPD in Berlin sehr kritisierten, hätten ihn zur Kandidatur geraten. Er suche jetzt die „inhaltliche Auseinandersetzung“.

Zur Galerie
Mit scharfer rhetorischer Klinge am Rednerpult: Udo Fröhlich (SPD) will sich jetzt als Kandidat für den Bundestag aufstellen lassen.

Fröhlich ist kein Leisetreter. Der verheiratete Vater erwachsener Kinder bleibt Parteilinker. In seiner Bewerbung kritisiert er an den Berliner Parteifreunden, „dass sie den neoliberalen Verheißungen auf den Leim gegangen“ seien. „Das schikanöse Hartz-System und die privatisierte Riester-Rente stehen für Irrungen, die den Menschen den Glauben an unsere Versprechungen von Gerechtigkeit genommen haben.“ Die SPD dürfe nicht „noch einmal die Chance auf eine andere Mehrheit links von der CDU verspielen“.

Vor allem kritisiert er, dass MdB Franz Thönnes den Stab quasi im Abgeordnetenbüro gleich weitergegeben habe. Er spielt damit auf den favorisierten Bewerber Alexander Wagner an, der jahrelang das Sekretariat von Franz Thönnes leitete. Aber der 30-Jährige war nicht nur der ewige Assistent. Er arbeitet fleißig als Kreistagsabgeordneter, war im Kreis- und Landesvorstand, bei den Jusos auf Kreis- und Landeebene führend aktiv. Und vom Naturell ist er sicher das Gegenteil des streitbaren Fröhlich.

Der kann als Diplomverwaltungswirt mit Verwaltungs- und Führungserfahrung punkten. Oder auch nicht: Egal wo Udo Fröhlich Chef war, wurde es laut, knallten Türen. Auch bei den Piraten soll es dem Vernehmen nach mächtig knirschen, hört man sich im Mitarbeiterstab des Landtages um.

Von wegen Haifischbecken bei den Piraten! Der Landesvorsitzende Wolfgang Dudda weist das zurück. Es sei aber für einige Mitarbeiterinnen ungewöhnlich gewesen, Fröhlichs „Old-School-Führungsstil“ zu erleben. Dudda: „Da hatten einige Probleme bei der Umstellung.“ Früher waren bei den Piraten Hierarchien verpönt. Dudda: „Aber das klappte nicht.“ Der frühere Fraktionsgeschäftsführer musste gehen.

Dudda: „Wir haben vorher gewusst, was wir uns mit Herrn Fröhlich einkaufen, das haben wir bewusst getan.“ Die Fraktion sei mit dem Resultat seiner Arbeit sehr zufrieden. Fröhlichs Art und Weise – mag man sie nun autoritär nennen, „das wollten wir“. Dudda selbst sei mit ihm schon zusammengerasselt, aber auch einträchtig zusammen bei Infoständen der Piraten auf Marktplätzen gewesen. Dass Fröhlich bei der SPD kandidiere sei kein Problem, aber – „zugegeben etwas ungewöhnlich“. Offen ist jetzt, wie das bei der alten Tante SPD ankommt. Auch wenn Fröhlichs „Seitensprung“ zu den Piraten – nur so ein Verwaltungsjob sei, beteuert er. Rein platonisch.

Hier kann man sie erleben

Auf fünf Regionalkonferenzen können Mitglieder der SPD die vier Bewerber um die Direktkandidatur im Bundeswahlkreis Segeberg-Stormarn-Mitte, Martin Ahrens, Mahmut Cinar, Udo Fröhlich und Alexander Wagner kennenlernen. Start ist am 13.September, 20 Uhr, im Bad Segeberger Restaurant am Ihlsee (Am Ihlsee 2). Unter anderem treten die Kandidaten auch in Itzstedt, Juhls Gasthof (21.

September, 19 Uhr) und im Bürgerhaus von Kaltenkirchen (12. Oktober, 19 Uhr) auf.

 Wolfgang Glombik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein reges Kommen und Gehen, am Freitag bei den Tierärztinnen in der Ziegelstraße: Sie hatten einen Impfstoff, den nicht jeder haben darf.

03.09.2016

Einmal im Jahr steht in der Norderstedt der Verkehr still. Und zwar am Sonntag, 18. September, wenn sich Norderstedt an der europaweiten Aktionswoche „mobil ohne Auto“ beteiligt. Dann läuft auf der Ulzburger Straße, der längsten Nord-Süd-Verbindung der Stadt, ein Straßenfest - bei dem auch getanzt wird.

02.09.2016

Für die neue Ostküstenleitung werden in den kommenden Wochen vom Netzbetreiber Tennet in Auftrag gegebene Vermessungen sowie Baugrunduntersuchungen in Henstedt-Ulzburg, Alveslohe und Kisdorf durchgeführt. Es sei allerdings nicht möglich, jeden Eigentümer vorab über das Betreten seiner Flächen zu informieren.

02.09.2016
Anzeige