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20:22 21.06.2013

Als erste Kommune in Schleswig-Holstein führt die Stadt Norderstedt jetzt einen flächendeckenden und kostenlosen Zugang ins Internet ein. Bis Ende des Jahres würden alle öffentlichen Plätze und Einrichtungen, Bushaltestellen, Gaststätten, Büchereien, Einkaufszentren und Volkshochschulen mit einer drahtlosen Internetverbindung (Wireless-Lan) ausgestattet, kündigten jetzt Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote und wilhelm.tel-Chef Theo Weirich bei der Vorstellung dieses bislang einmaligen Angebots in Schleswig-Holstein an.

In 180 Stellen der Stadt ist diese drahtlose Verbindung schon in diesem Sommer möglich, so auch im Norderstedter Stadtpark mit dem Arriba-Strandbad. Weitere 600 Anschlüsse würden folgen. „Internet ist für uns ein Stück Menschenrecht“, sagte Weirich. „Wir wollen dieses Kulturgut als freies und neutrales und jedermann zugängliches Netz überall im Stadtgebiet anbieten.“

Auf dem Smartphone würde die Verbindung zum Mobyklick, wie die Wireless-Lan-Verbindung von wilhelm.tel heißt, jedem Nutzer sofort automatisch angezeigt, erklärte Weirich. Mit wenigen Klicks sei der Nutzer auf der Anmeldeseite und könnte so das drahtlose Internet kostenlos für einen Tag nutzen. Ständige kostenlose Verbindungen stehen allen wilhelm.tel-Kunden das gesamte Jahr überall in Norderstedt zur Verfügung.

Die Zugangsdaten können die Kunden im Service-Center der Stadtwerke oder auch per SMS auf ihr Handy erhalten. Auch die Gaststätten würden bald mit Vouchern ausgestattet, die sie an ihre Gäste kostenlos ausgeben sollen. Darüber hinaus werden ein freies und ein abgesichertes Netz im drahtlosen Verkehr angeboten. Letzteres sei insbesondere für die Kunden gedacht, die auch ihren E-Mail-Verkehr in geschützten Zonen abwickeln möchten, so Weirich. Dass dieses neue Angebot funktioniert, demonstrierte der wilhelm.tel-Chef gleich im Arriba-Strandbad im Norderstedter Stadtpark, wo auch während der Landesgartenschau 2011 erste Anfänge dieser W-Lan-Verbindung erfolgreich getestet worden seien. Die W-Lan-Verbindungen werden je nach Nähe zur Zelle und Zahl der Nutzer bis zu 100 Megabit pro Sekunde schnell sein. Weirich: „Wir werden ein Jahr brauchen, um alle Lücken zu schließen.“ Oberbürgermeister Grote betonte, welche Bedeutung das städtische Telekommunikationsunternehmen für Norderstedt habe. 163 Millionen Euro seien in das Glasfasernetz investiert worden bei einem Eigenkapital von 33 Millionen Euro. 2012 betrug der Gewinn 5,2 Millionen Euro bei einem Umsatz von 40,7 Millionen Euro. „Das entspricht einer Eigenkapitalverzinsung von 17,1 Prozent“, sagte Grote stolz. Da würden alle Kritiker, die die Verkabelung durch die Stadtwerke-Tochter wilhelm.tel 1999 kritisierten, keine Argumente mehr. „Das ist ein großer Standortvorteil. Die Datenbahnen sind heute wichtiger als die Autobahnen.“

Burkhard Fuchs

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