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Segeberg „Überdimensional hohe Kitagebühren“
Lokales Segeberg „Überdimensional hohe Kitagebühren“
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21:18 25.02.2016
Beate Mönkedieck kritisiert anstehende Erhöhung der städtischen Kitagebühren.

Das haut schon mächtig rein: Die Stadt Bad Segeberg plant, wie berichtet, in diesem Jahr eine besonders kräftige Erhöhung der Kindergartengebühren. Dazu gibt es jetzt schon heftige Reaktionen.

Besonders die Eltern von Krippenkindern sollen zur Kasse gebeten werden: Für sechs Stunden täglich in der Krippe müssen sie derzeit monatlich 276 Euro zahlen, es soll auf Vorschlag der Verwaltung künftig 365 Euro kosten. Das sind über 32 Prozent mehr. Acht Stunden Krippe soll statt 368 Euro bald 487 Euro kosten. Der Kindergartenbeirat hat das abgelehnt, er empfiehlt die Gebühren um höchstens acht Prozent zu erhöhen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Beate Mönkedieck, warnt in ihrer Stellungnahme an die Politiker vor „überdimensional hohen Kitagebühren“. Die geplante Anhebung sei „nicht sozialverträglich“. Das würde dazu führen, dass vor allem die Mütter im Interesse der Kinderbetreuung die Arbeit aufgeben müssten und ihr Kind von der Kita abmelden. Seit dem Kindergartenjahr 2011/2012 haben, so Mönkedieck, die Eltern Erhöhungen zwischen 18,4 und 23,4 Prozent verkraften müssen, dazu sei 2015 noch die Preiserhöhung der Mittagsverpflegung gekommen.

Die Gleichstellungsbeauftragte lehnt den Vorschlag der Verwaltung zur drastischen Gebührenerhöhung ab und schließt sich dem Vorschlag des Elternbeirates an, der eine Anhebung der Elternbeiträge von fünf bis acht Prozent einheitlich für alle Betreuungsarten von Krippe, Elementarbereich und Hortbereich fordert.

Bei einer drastischen Steigerung von 32 Prozent im Krippenbereich würde der Mittelstand ausgegrenzt werden. Nur noch Familien, die ermäßigte Gebühren per Sozialstaffel zahlten oder Eltern mit hohem Einkommen könnten sich so einen Betreuungsplatz leisten. Beate Mönkedieck weist die Politiker vorsorglich darauf hin, dass die Erhöhung der Kitagebühren nicht als Einsparziel im städtischen Haushalt aufgenommen worden war. Die Kommunalpolitik habe hier also Spielräume.

Der für Kitaplätze zuständige Amtsleiter Stephan Hartung berichtet, dass erstmals eine Bilanz der Kindergartenkosten aufgestellt worden sei. Danach mussten Gebühren neu kalkuliert werden. Im Elementarbereich Kita (drei bis sechs Jahre) lägen Vorschläge des Kindergartenbeirats und der Verwaltung mit acht Prozent Erhöhung dicht beieinander. Der Krippenbereich sei besonders teuer. Hartung:

„Da werden wir noch dran arbeiten müssen.“ Die Politik müsse entscheiden. Es könnte auch entschieden werden, die Kosten zu senken. Der Personalschlüssel sei zwingend, sonst werde die Betriebserlaubnis entzogen. „Wir müssen uns aber überlegen, ob wir den hohen Qualitätsstandard mit langen Öffnungszeiten von morgens um sechs bis abends 18 Uhr noch halten können.“

wgl

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