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Segeberg Übung „Sebarg 2017“: Großalarm in der Schule
Lokales Segeberg Übung „Sebarg 2017“: Großalarm in der Schule
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21:09 30.09.2017
Sebarg 2017: Die Katastrophenschutzübung des Kreises Segeberg in der Schule am Burgfeld. Mit Drehleiter und Wasserwerfern wird gelöscht.
Bad Segeberg

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, veranstaltet der Kreis Segeberg in regelmäßigen Abständen solch eine Großschadensübung. Eigentlich war die Übung für 2015 geplant gewesen. „Doch aufgrund der Flüchtlingsproblematik haben wir die Übung auf dieses Jahr verschoben“, erklärte Landrat Jan Peter Schröder den über 30 Gästen aus Politik und Verwaltung, Bundeswehr, Polizei und Feuerwehr.

Eine Explosion in der Schule am Burgfeld, knapp 60 Verletzte, darunter einige Schwerverletzte; Teile des Schulgebäudes sind eingestürzt oder drohen einzubrechen. Feuerwehr, Polizei und THW sind alarmiert. Das ist das Szenario der Katastrophenübung „Sebarg 2017“ am Sonnabend.

Kreisbrandmeister Holger Gebauer führte kurz in die Übung ein, die nun immer mit dem plattdeutschen „Sebarg“ und der Jahreszahl bezeichnet werden. Schwerpunkte waren der Massenanfall von Verletzten („MANV“) sowie deren Rettung und Versorgung, die Technische Hilfeleistung und ein ABC-Einsatz mit anschließender Dekontamination der Einsatzkräfte. Wichtige Voraussetzungen für einen Einsatz sind dabei die Strukturierung des Einsatzraumes sowie die Lagebeurteilung und deren Bilddarstellung.

Kreispressewart Sönke Möller hatte seine private Drohne mitgebracht, die er über das Schulgebäude fliegen ließ. Da solche Luftbildaufnahmen sehr hilfreich sind, wurde beim Kreisfeuerwehrverband eine Drohneneinheit gegründet, die der Technischen Einsatzleitung untergeordnet ist. Demnächst wird die Einheit dann über eine eigene Drohne mit permanentem Strom- und Datenaustausch verfügen.

Etwa 400 Personen waren an „Sebarg 2017“ beteiligt. Neben den Freiwilligen Feuerwehren Bad Segeberg und Klein Rönnau sowie dem ABC-Zug waren der Rettungsdienst, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Verein für Krankentransporte, Behinderte- und Altenhilfe (KBA) aus Norderstedt, das Technische Hilfswerk, die Polizei, Teile der Technischen Einsatzleitung sowie Mitarbeiter der Kreisverwaltung involviert. Das Besondere dieser Übung war außerdem, dass die Segeberger Kliniken mit im Boot waren. 34 Mitarbeiter des Krankenhauses, 13 Ärzte und 21 Pflegekräfte machten freiwillig mit und versorgten eine Reihe von Schwer-, Mittel- und Leichtverletzten. Die Leitende Notärztin Dr. Anja Schulz kümmerte sich mit ihrem Team um die eingelieferten Personen und verteilte sie entsprechend ihrer Verletzungen. Sogar imaginäre Operationspläne wurden erarbeitet, um das Szenario bis zum Ende durchzuspielen.

Auch die Gäste waren von der Großübung beeindruckt. „Ich nehme einiges mit“, sagte Kay-Uwe Greggersen, stellvertretender Bereitschaftsleiter im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Auch er arbeitet derzeit eine Großschadensübung aus: ein Flugzeug soll dabei auf eine Schule stürzen. Vielleicht wird er nun das THW einbinden.

Nach vier Stunden Übung zog Gebauer ein kurzes Fazit: „Es ist gut gelaufen. Einige Dinge können verbessert werden.“

 Von Silvie Domann

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