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Umfrage: Wirtschaft in der Region brummt

Norderstedt Umfrage: Wirtschaft in der Region brummt

Fast jedes dritte Unternehmen im Raum Norderstedt ist voll ausgelastet — Unternehmensverband kritisiert zu viel Bürokratie und Handysucht der Auszubildenden.

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„Der Fachkräftemangel nimmt erheblich zu.“ Sebastian Koch (l.) und Ken Blöcker über die Konjunkturdaten der Wirtschaft im Raum Norderstedt.

Norderstedt. So gute Konjunkturdaten erbrachte die Umfrage des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste, der zweimal im Jahr seine 400 Mitgliedsbetriebe zwischen Norderstedt und Sylt nach Auftragslage, Auslastung, Personalbestand und Investitionen befragt, schon lange nicht mehr. Demnach brummt die Wirtschaft vor allem im Süden des Landes, wo sich 58 Betriebschefs an der Befragung beteiligt haben. In und um Norderstedt sind 28 Prozent der befragten Unternehmen zurzeit zu 100 Prozent ausgelastet. Einen solch herausragenden Wert hat es in dieser Umfrage seit Jahrzehnten nicht gegeben.

Auch die anderen Eckdaten, die die Verbandsgeschäftsführer Ken Blöcker und Sebastian Koch jetzt vorstellten, beschreiben rosigen Zeiten für die Wirtschaft in der Region. „Die Auftragsbücher sind voll und es wird vermehrt Personal eingestellt“, fasst Blöcker das Ergebnis ihrer Analyse zusammen. Jeder fünfte Betrieb im Raum Norderstedt hat demnach seine Mitarbeiterzahl erhöht, nur vier Prozent haben sie gesenkt.

Auch für 2016 erwarten die Manager demnach eine weiter anziehende Konjunktur. So rechnet jeder dritte Betrieb in Norderstedt mit mehr Aufträgen im nächsten Jahr. Entsprechend günstig fielen auch die Umsatzerwartungen aus, führte Koch aus. Doch es gebe einige Hemmnisse, die die Wirtschaft unnötig belasteten, stellte der Verbandsgeschäftsführer dar. „Der steigende Bürokratieaufwand ist die Wirtschaftsbremse Nummer eins.“ Vor allem die zeitraubende Dokumentationspflicht wegen des zum Jahresbeginn eingeführten Mindestlohnes von 8,50 Euro gehöre dazu. Zudem wünschten sich viele Unternehmer, eigene Fachkräfte nach deren Eintritt ins Rentenalter flexibler für Beratungstätigkeiten einzusetzen, falls diese es wünschten, was aber gesetzlich erschwert worden sei.

Der zunehmende Fachkräftemangel lasse die Unternehmer zudem sorgenvoll in die Zukunft blicken, sprach Blöcker ein weiteres Problem an. 40 Prozent aller befragten Betriebschefs habe bereits die Erfahrung gemacht, dass Schulabgänger ihre Ausbildung nicht antraten, obwohl sie bereits einen Lehrvertrag unterschrieben hätten. Durch dieses „unsoziale und ungerechte“ Verhalten der Berufseinsteiger bleibe manche Lehrstelle so unfreiwillig nicht besetzt. „Wir empfehlen unseren Betrieben daher, ihren betrieblichen Nachwuchs frühzeitig durch Praktika an das Unternehmen zu binden.“

Während der Ausbildung wiederum träten weitere Probleme auf, die die neuen sozialen Medien im digitalen Zeitalter verursachten, führte Verbandschef Koch aus. So störe es die Ausbilder in den Betrieben zunehmend, dass die jungen Leute ständig und überall mit ihrem Smartphone hantierten, ergab die Umfrage. Jeder neunte Chef habe bereits ein Handyverbot in seinem Betrieb erteilt, fast 40 Prozent hielten ein Verbot für angebracht, um ein konzentrierteres Arbeiten zu ermöglichen. Jeder vierte Unternehmer sei der Auffassung, dass die Abhängigkeit der jungen Menschen vom Mobiltelefon ihren Arbeitsablauf erheblich belaste.

Burkhard Fuchs

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