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Segeberg Umstellung ist geschafft: Feuerwehr funkt jetzt digital
Lokales Segeberg Umstellung ist geschafft: Feuerwehr funkt jetzt digital
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20:46 12.04.2017
Christoph Jaacks, Olaf Heitlindemann, Marco Drews und Heiko Berfelder (v.l.) zeigen vier Generationen von Sprechfunkgeräten. Das älteste aus den 1980er Jahren (r.) hat noch eine Lederhülle und ist fast doppelt so groß wie die Geräte der aktuellen Generation. Quelle: Fotos: Dreu

Was lange währt, wird endlich gut. Diese Lebensweisheit scheint auch auf den Digitalfunk zuzutreffen. Geplant war dessen flächendeckende Einführung für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Katastrophenschutz bereits zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Immer wieder jedoch musste das Mammutprojekt verschoben werden. Jetzt aber ist es vollbracht. Der Digitalfunk läuft, die Feuerwehren sind zufrieden, und die Gemeinden freuen sich, dass die neue Technik nicht so teuer geworden ist, wie sie ursprünglich befürchtet hatten.

Feste Sprechfunkgeräte sind auch im Heck des Feuerwehrautos eingebaut.

„Jetzt funktioniert alles. Ich bin begeistert. Kai Jansen

Feuerwehr Westerrade

„Wir hatten für die Geräte und den Einbau in die Feuerwehrautos unserer 27 Gemeinden 336900 Euro veranschlagt. Ganz so teuer ist es dann doch nicht geworden. Gezahlt haben wir nun 187150 Euro“, erzählt Angelika Saalfeld, die beim Amt Trave-Land Ansprechpartnerin für die Feuerwehren ist. Lediglich die beiden Einsatzleitwagen (ELW) der Amtsfeuerwehr sind teurer geworden. Statt der veranschlagten 50000 Euro musste Angelika Saalfeld 74000 Euro für die Umrüstung beider Fahrzeuge inklusive Technik überweisen. „Sie mussten komplett auseinandergenommen werden, haben aber auch noch zusätzliche technische Komponenten bekommen“, berichtet sie.

„Das Amt hat es natürlich doppelt getroffen, weil es zwei ELW hat. Doch jetzt funktioniert alles. Ich bin begeistert“, sagt Kai Jansen von der Freiwilligen Feuerwehr Westerrade. Jansen hat die Beschaffung und Umrüstung der beiden ELW der Amtsfeuerwehr Trave-Land organisiert. Der lange Zeitraum von den ersten Ankündigungen des Digitalfunks bis zur tatsächlichen Realisierung empfindet er nicht als Problem. „Ich kann die Verzögerungen verstehen. Dafür hat man uns nun ein Paket hingestellt, das funktioniert, mit dem man auch arbeiten kann“, so Jansen.

Zufrieden sind mit der neuen Technik auch die Pronstorfer Feuerwehrleute Christoph Jaacks, Olaf Heitlindemann, Marco Drews und Heiko Bergfelder. „Die Funkqualität ist gut, vor allem rauscht und knackt nichts mehr“, freut sich Heiko Bergfelder. Die Erreichbarkeit sei ebenfalls sehr gut. Lediglich im Segeberger Forst gebe es noch Probleme. „Doch eigentlich kann man sich dabei auch helfen.

Denn jedes Funkgerät kann zu einem Repeater umfunktioniert werden, um die Reichweite der Signale zu erhöhen“, erzählt Heiko Bergfelder.

Nicht jedes Feuerwehrauto, aber doch mehrere sind doppelt mit digitalen Sprechfunkgeräten ausgestattet. Zusätzlich zu den Geräten in der Fahrerkabine befindet sich ein weiteres im hinteren Fahrzeugbereich, was für Olaf Heitlindemann ein deutlicher Pluspunkt ist. „Den Funk zu verfolgen, war früher nur von der Mannschaftskabine aus möglich. Im Einsatz aber spielt sich eigentlich alles hier hinten ab“, erzählt der Feuerwehrmann. Zum Frühjahrsempfang der Gemeinde Pronstorf hatten er und seine Kollegen vier Generationen von Funkgeräten ausgestellt. Das älteste, ein Bosch FuG10 aus den 1980er Jahren hat noch eine Lederhülle und ist mit einer Größe von 42 mal 9 Zentimetern fast doppelt so groß wie die Geräte der neuesten Generation. Das jetzt angeschaffte Digitalfunkgerät Motorola MTP 850 misst 24 mal 7 Zentimeter.

Updates kommen

Zwölf Monate dauerte die Auslieferung von 2176 Hand- und Fahrzeugfunkgeräten an die 115 Feuerwehren in Segeberg . Erfasst und zugeordnet wurden die Geräte von den Mitarbeitern der Digitalfunk-Servicestelle im Kreisfeuerwehrverband. 200 weitere Funkgeräte wurden bis heute in einer Nachbestellung nachgeordert. Die ersten Software-Updates für die Funkgeräte werden voraussichtlich ab Mitte des Jahres verfügbar sein. pd

Petra Dreu

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