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Uneins über gemeinsame Drehleiter

Bornhöved Uneins über gemeinsame Drehleiter

Bornhöveder hadern mit der Kooperation – Trappenkamp bangt um Fördermittel.

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Die Anschaffung einer Drehleiter für 550 000 Euro sorgt in Bornhöved für Unstimmigkeiten.

Quelle: Fotos: Fotolia/materne/sd*

Bornhöved. Die Wehren der Gemeinden Bornhöved und Trappenkamp sind sich einig: Beide Orte brauchen angesichts der Gefahrenlage eine Drehleiter, so steht es in beiden Bedarfsplänen. Nächstes Jahr möchte die Gemeinde Trappenkamp ein sogenanntes Hubrettungsfahrzeug anschaffen. Geschätzte Kosten: 550000 Euro. Und Kreiswehrführer Holger Gebauer ist bereit, sich für eine 45-prozentige Förderung einzusetzen – „sofern ein Kooperationsvertrag geschlossen wird“, wie er in einem Schreiben an den Kreis formuliert. Zehn Prozent Kostenbeteiligung für Bornhöved stehen im Raum. Doch die Bornhöveder vertagten eine Entscheidung jüngst und verwiesen die Angelegenheit zurück in den Werkausschuss – wegen noch fehlender Informationen, wie es im Antrag von Hans-Georg Kruse (WGB) heißt.

 

LN-Bild

„Aus Sicht der Feuerwehr ist das nicht nachzuvoll- ziehen. Dirk Stemke Wehrführer Bornhöved

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„Aus feuerwehrtechnischer Sicht ist das für mich nicht nachzuvollziehen“, sagt Bornhöveds Wehrführer Dirk Stemke auf LN-Nachfrage. Mit dem neuen Bedarfsplan habe man sich viel Arbeit gemacht und für die nächsten 20 Jahre geplant. „Die Gemeinde plant ein Neubaugebiet und will das Ortszentrum neu überbauen“, so Stemke. Mit einer Drehleiter im Rücken könne man gegenüber Investoren ganz anders auftreten – gerade in Bezug auf Gebäudehöhen. Eine Idee für das Zentrum sei seniorengerechtes Wohnen. „Die alten Leute kann man dann doch nicht über eine Leiter retten“, verdeutlicht Stemke. Dafür brauche man ein Hubrettungsfahrzeug.

Für Kruse sind das ungelegte Eier: „Wenn wir dort so etwas bauen sollten, dann kann man sich über eine Drehleiter Gedanken machen.“ Momentan sei es aber Trappenkamp, das ein Wohnprojekt für Senioren verwirkliche. Wenn die Gemeinde eine Drehleiter wolle, solle sie sich eine beschaffen. Der bezweifelte Bedarf ist für Kruse nicht das einzige Problem. Laut Kooperationsvertrag sollen beide Wehren mit der Drehleiter arbeiten und an dieser ausgebildet werden. Die noch unbestimmten Kosten für die Ausbildung soll jede Gemeinde selbst tragen. „Ich bezweifle, dass jemals einer unserer Kameraden mit der Drehleiter fahren wird“, sagt Kruse. Aber die benötigten Führerscheine seien sehr teuer.

Dass es bei einer einmaligen Zahlung bleibt, bezweifelt auch die BBI. „Dann kommen da Wartungskosten dazu, die sind nicht überschaubar“, befürchtet Fraktionschef Reinhard Wundram. Ansonsten sei er für eine Beteiligung. Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Arne Albertsen ist die Kooperation mit Trappenkamp „eine einmalige Chance“ auf eine Drehleiter. Zumal Gebauer in seiner Stellungnahme eindeutig schreibt, dass er einem zweiten Hubrettungsfahrzeug nicht zustimmen werde.

Trappenkamps Bürgermeister Harald Krille (SPD) beobachtet das Geschehen mit Sorge. Eine Ablehnung der Kooperation könnte das ganze Projekt gefährden, wenn deshalb die Förderung verweigert würde.

Nachdem das gemeinsame Gewerbegebiet schon gescheitert ist, wolle er mit der Drehleiter zeigen, dass man eben doch zusammenarbeiten könne, sagt Krille.

Amtskollege Dietrich Schwarz beschwichtigt: „Die Drehleiter wurde nur zurückgestellt.“ Auf längere Sicht brauche man wohl das Fahrzeug sicherlich. Allerdings hat Trappenkamp nicht ewig Zeit. Für die Beschaffung in 2018 muss ein entsprechender Förderantrag bis Ende September gestellt werden.

Zu teuer: Wunsch nach neuem Feuerwehrfahrzeug abgelehnt

Noch wichtiger als die Drehleiter ist der Feuerwehr Bornhöved ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF). Dessen Bedarf aber zweifelt der Gemeinderat an: Mit sieben zu fünf wurde der Grundsatzbeschluss über die Beschaffung des HLF abgelehnt.

Das Problem der Wehr: Die derzeit genutzten Einsatzfahrzeuge, zwei davon 13 Jahre alt, dürfen nicht stärker beladen werden. In typischen Einsatzlagen rücke man deshalb mit drei Fahrzeugen aus, um alles dabei zu haben für Löscheinsätze und technische Hilfeleistung, erklärt Stemke. Das aber binde viel Personal, allein drei Fahrer, und nehme viel Platz ein am Einsatzort – etwa im Baustellenbereich der Autobahn. „Mit dem neuen Fahrzeug hätten wir alles an Bord“, betont Stemke. Dafür könnte man ein Auto verkaufen, mit Förderung würde eine Neuanschaffung nur noch die Hälfte kosten.

Ex-Wehrführer und WGB-Fraktionschef Hans-Georg Kruse zweifelt diese Rechnung an. Statt 150000 Euro würde das gewünschte Auto mindestens 250000 Euro kosten. Die Wehr habe sich immer mehr Geräte angeschafft, die nur deshalb auf mehrere Fahrzeuge verteilt werden müssen, kritisiert Kruse und steht damit nicht allein: „Wenn die Fahrzeuge überladen sind, war das die Feuerwehr selbst“, findet Bürgermeister Dietrich Schwarz (SPD). In einigen Jahren erst könne man über eine Neuanschaffung reden. So sieht das auch die BBI unter Reinhard Wundram. Immerhin müsse auch der Bauhof mit älteren Geräten auskommen. Lediglich die CDU scheint von der Argumentation der Wehr überzeugt. Deren Fraktionschef Arne Albertsen kündigt an, das Thema zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Tagesordnung zu heben.

Nadine Materne

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