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Unfall im Umspannwerk: Ein Verletzter und Stromausfall

Wahlstedt Unfall im Umspannwerk: Ein Verletzter und Stromausfall

Zahlreiche Orte waren gestern Vormittag zeitweise lahmgelegt — Unternehmen mussten die Arbeit einstellen — Auch in Privat-Haushalten ging kaum noch etwas.

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Die Produktion steht still: Frank Schürmeyer, Chef der Strickfabrik „Die Masche“ in Wahlstedt, bringt einen Generator in Position.

Quelle: Fotos: Heike Hiltrop

Wahlstedt. Gestern Morgen um 9.08 Uhr stoppt die Produktion in etlichen Firmen, die Bildschirme in den Büros sind schwarz, die Lichter bei den Lebensmitteldiscountern gehen aus. Nichts geht mehr. Stromausfall in Wahlstedt, Wittenborn, Groß Rönnau, Negernbötel, Todesfelde und etlichen anderen Orten rund um Bad Segeberg.

LN-Bild

Zahlreiche Orte waren gestern Vormittag zeitweise lahmgelegt — Unternehmen mussten die Arbeit einstellen — Auch in Privat-Haushalten ging kaum noch etwas.

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Schuld an der ganzen Misere sei ein Lichtbogen (siehe Info-Text), der bei Arbeiten im Umspannwerk Wahlstedt entstanden sei und zum Stromausfall geführt habe, heißt es von der Schleswig-Holstein Netz AG. „Bei Arbeiten kam es zu einem Schaden an der Sammelschiene. Dabei verletzte sich ein Mitarbeiter leicht“, teilt SH Netz mit. Weitere Details gibt es von dem Unternehmen nicht. Die genauen Hintergründe des „Blackouts“ würden derzeit noch analysiert.

Ein buchstäblich schwarzer Montag. „Der Notstromakku für meine Kasse lief noch gut zehn Minuten, dann war‘s vorbei“, sagt Ulrich Geniffke, Mitarbeiter eines Getränkehandels in Wahlstedt. Er steht im Finstern an der Ladentür und schickt einen Kunden wieder nach Hause, der ein Hermes-Paket abliefern will: „Tut mir leid. Keine Chance“, bekommt der Mann noch mit auf den Weg. In der Dr.-Hermann-Lindrath-Straße sitzen die Mitarbeiter der Stadtwerke Wahlstedt in der Sonne — unfreiwillige Kaffeepause. Nicht einmal die Telefone funktionieren. Krisenrat auch bei der örtlichen Feuerwehr: Die Rolltore müssen manuell hochgezogen werden. Das kleinste Problem. Schwerer wiegt, dass der Alarm nicht funktioniert und darum eine Rufbereitschaft eingerichtet werden muss. Zu allem Überfluss wäre die Stadt quasi ohne Löschwasser, wie Feuerwehrmann Sven Ehmke bestätigt. „Im Wasserwerk können die vom Notstrom angetriebenen Pumpen nur so viel fördern, dass es nicht zu stehendem Wasser in den Leitungen kommt.“ Und so plätschert nur ein Rinnsal, statt dass ein kräftiger Strahl schießt.

Hektisch winkt der Lidl-Filialleiter in Wahlstedt ab, keine Zeit für ein Gespräch. Ein Kühl-Lkw sei für die verderbliche Ware geordert, werde jeden Moment eintreffen. Bei Ardagh Glass laufen indes die Notstromaggregate an. Der Produktionsausfall könne in die Tausende gehen, schätzt Betriebsleiter Hans Teutsch. Nebenan in der Strickfabrik stehen die Maschinen still, Chef Frank Schürmeyer versucht, einen Dieselgenerator zu aktivieren. Bei Grundfos kommen Büromitarbeiter in Fluren und Gängen zusammen. Selbst die Kommunikation innerhalb der Gebäude liegt danieder. In den sozialen Netzwerke überschlagen sich derweil hektische Kommentare.

Am späten Vormittag ist der Spuk vorbei. „Ab zirka 10 Uhr konnten die betroffenen Ortschaften nach und nach wieder mit Strom versorgt werden“, so SH- Netz-Sprecher Ove Struck. Gegen 11 Uhr seien alle wieder am Netz gewesen. Auch bei Facebook entspannt sich die Lage wieder. Wie hoch der entstandene Schaden sei, kann SH Netz noch nicht beziffern.

Gasentladung zwischen Elektroden

Zu einem Lichtbogen kommt es bei einer stromstarken, sich selbst erhaltenden Gasentladung mit hoher elektrischer Spannung zwischen zwei Elektroden. Er wird wie ein Blitz wahrgenommen. Lichtbögen sind ein ganz normales Phänomen, das unter bestimmten Voraussetzung entsteht. Aber es gibt auch die ungeplante Reaktion, die zu Schäden, beispielsweise zu einem Kurzschluss und Ausfällen führen kann. Gestern im Umspannwerk Wahlstedt an der Hans-Dall-Straße sorgten die Sicherungen dafür, dass der Strom im gesamten von dort aus versorgten Gebiet für knapp zwei Stunden ausgefallen war. In der Regel ist so ein Störfall schnell behoben. hil

Von Heike Hiltrop

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