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Segeberg Unternehmerverein „Wir für Segeberg“ ist gescheitert
Lokales Segeberg Unternehmerverein „Wir für Segeberg“ ist gescheitert
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12:28 14.04.2016
"Es ist entscheidend, dass sich mehrere Personen für Vereinsvorstand finden.“ Dirk Lemcke, Vorsitzender Quelle: LN-Archiv

Für die nur selten mit neuen Ideen in Erscheinung getretene Vereinigung läutet nun das Totenglöckchen.

Oder gelingt die Wiederbelebung? Die Mitglieder werden in der Mail „eindringlich“ gebeten, sich vor dem Unternehmerparlament, das am 12. Mai tagt, Gedanken um eine Neuausrichtung oder gar die Auflösung des Vereins zu machen. „Der Kernvorstand steht nach über sechs Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung.“ Nur Dieter Koep sei bereit, bei Strukturänderungen erneut ein Amt zu übernehmen. „Mit Fug und Recht kann man behaupten, dass der Unternehmerverein ein geeignetes Sprachrohr geworden ist, wenn es darum geht, die Interessen der hiesigen Unternehmer zu vertreten“, betont der Vorstand. Doch leider sei in den vergangenen ein bis zwei Jahren ein Fortschritt nicht mehr zu erkennen. Aus dem Verein seien immer weniger Initiativen entwickelt worden, oft fehle die Bereitschaft, Zeit für das Ehrenamt aufzubringen.

Tatsächlich hatte man sich nicht einmal zusammenraufen können, als es gegen Einzelhandelsansiedlungen im Levo-Park ging. Hier konnten nur Einzelkämpfer Erfolge erstreiten. Dirk Lemcke, seit vier Jahren erster Vorsitzender, räumte auf LN-Nachfrage ein, dass der Verein hier wegen widerstreitender Interessen der Mitglieder kein einheitliches Bild geboten habe. „Es war für uns als Vorstand schwer, sich nach außen darzustellen.“

Eine Auflösung stehe nicht fest, betonte Lemcke. Denkbar wäre es, mehr projektbezogen zu arbeiten oder „den Verein in eine Dachgesellschaft zu integrieren“. Hier könnten auch Stadt und Unternehmen Anteile erwerben, sich als Gesellschafter organisieren. Zimmervermittlung und Tourismusinformation kämen dazu. Die Arbeit würde man professionalisieren, „weg vom Ehrenamt“. Lemcke schwebt eine Stadtmarketing GmbH — mit anderem Namen vor. Für einen Geschäftsführer wenigstens in Teilzeit hatte sich 2011 der damalige WfS-Vorsitzende Ingo Micheel stark gemacht, war aber gescheitert und hatte im Streit den Vorstand verlassen. Die Ideen des Eventmanagers fehlten, der Verein dümpelte vor sich hin. Wie man das Innenstadtgeschäft belebt, machten andere vor, wie die Initiative in der Hamburger Straße um Bullerbü-Fan Ulf Peters.

Lemcke hofft jetzt auf den Ruck. Bislang hätten er und seine Vorstandskollegen bewusst nicht andere angesprochen, um sie für Vorstandsarbeit zu gewinnen. Die 130 Mitglieder — es waren schon einmal 145 — zahlten regelmäßig ihren Beitrag. Entsprechend voll ist die Vereinskasse. Lemcke: „Wir können uns vorstellen, das Geld an eine Nachfolgeorganisation zu übergeben.“ Die Summe wollte Lemke nicht nennen, nur so viel verriet er: 20 000 Euro sollten 2015 für Projekte ausgegeben werden, doch diese seien „bei weitem nicht abgegriffen worden“. Es fehlte einfach an Ideen. „Das Geld ist zu großen Teilen noch da.“ Mit der drohenden Auflösung möchte er jetzt alle Mitglieder „wachrütteln“.

Von Wolfgang Glombik

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