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Segeberg Unterwegs mit dem rollenden Kaffeehaus
Lokales Segeberg Unterwegs mit dem rollenden Kaffeehaus
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21:50 25.07.2017
Die lustige dicke Kaffeebohne kommt immer mit – sie ist der Hingucker des mobilen Cafés. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Wenn Tim Schnoor mit seinem 2,42 Meter breiten und zehn Meter langen Anhänger vorfährt, bleiben Passanten unweigerlich stehen. Denn die Motive lassen den Anhänger schon im geschlossenen Zustand zu einem Hingucker werden. Bemalt ist der ursprünglich triste Anhänger mit lachenden Kaffeebohnen und Motiven aus vergangenen Kaffeehaus-Zeiten. Kunstvoll gesprüht hat die Motive der Hamburger Jonathan Sachau, der unter dem Namen „Dosenfutter“ bereits mehrere Stromkästen für die Schleswig-Holstein-Netz AG im Kreis Segeberg verschönert hat.

Tim Schnoor macht mit seinem Promo-Anhänger das Segeberger Aufgussgetränk bekannt – und er hat schon weitere große Pläne.

„Mit ihm habe ich das Design besprochen, nach vier Tagen war alles fertig. Zwei Leute haben daran gearbeitet. Es ist wirklich schön geworden“, sagt Tim Schnoor, der selbst noch viel mehr Zeit in den gebrauchten Anhänger investiert hat. Bereits im September vergangenen Jahres hatte er damit begonnen, alles aus dem Anhänger auszubauen und für die Erfordernisse eines mobilen Kaffeehausbetriebes umzurüsten. „Da stecken 600 Arbeitsstunden drin. Inzwischen ist es auch egal, ob wir am jeweiligen Standort Wechsel- oder Starkstrom vorfinden. Wir sind für alles gerüstet“, erzählt Tim Schnoor stolz.

Wenn er mit seinem Anhänger, der mit einem Gesamtgewicht von drei Tonnen sich übrigens von einem normalen Pkw ziehen lässt, unterwegs ist, hat er bislang 16 reine Kaffeesorten und zwei Hausmischungen in großen Schütten dabei. Außerdem gehören Kaffee-Nebenprodukte wie Kaffeesalz, Kaffeeessenz, Kaffeepressen, in denen der braune Trunk auch in der Kalkberg-Kaffeerösterei serviert wird, und seit Kurzem auch eine Kalkberg-Kaffee-Barbecue-Sauce zum Programm. „Sie schmeckt wie eine fruchtige Barbecue-Sauce, bekommt durch Espresso aber eine rauchige Note“, erzählt Tim Schnoor. Wenn er auf Tour ist, dürfen auch Kaffeehausmöbel nicht fehlen, schließlich will er seine Kunden nicht nur beraten, sondern sie sollen den frischen Kaffee schließlich auch direkt vor Ort trinken können.

Ein Stuhl ist dabei quasi als Markenzeichen immer für eine riesige Kaffeebohne reserviert, wie sie auch vor der Kaffeerösterei in Bad Segeberg zu finden ist, die sein Freund Ralf Schaffer führt. Mit ihm zusammen hat Tim Schnoor die Kalkberg-Cafébetriebe gegründet, deren Geschäftsführung wie auch die Betreuung eines Onlineshops in seiner Hand liegt.

Dass die Kalkberg-Cafébetriebe von den Lübecker Nachrichten und dem NDR für die Travemünder Woche ausgewählt wurden, freut die beiden Kaffee-Macher sehr. Tim Schnoor: „Wir versorgen die Café-Talk-Runden im Medienzelt mit unserem Kaffee und schenken ihn natürlich auch an Besucher aus. Die Resonanz ist durchweg positiv. Für uns ist das natürlich eine gute Chance, unseren Kaffee bekannter zu machen.“

Zeit zum Verschnaufen nach der anstrengenden Travemünder Woche hat Tim Schnoor nur kurz, denn das nächste Projekt ist bereits in Arbeit: eine mobile Kaffeerösterei. „Ab August/September möchte ich direkt vor Ort auch Kaffee rösten können. Es gibt nur eine mobile Rösterei im Ruhrgebiet. In Schleswig-Holstein wären wir damit einzigartig“, erzählt der Segeberger voller Vorfreude. Größtes Problem dafür sei allerdings der bürokratische Aufwand. „Rohkaffee ist zollfrei. Erst bei der Röstung wird Zoll fällig. Wir müssen also abends direkt vor Ort eine Zollerklärung abgegeben.“

Alles zur Travemünder Woche online unter www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Travemuender-Woche

 Petra Dreu

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