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Segeberg Untreue: Hauptzeuge soll nochmal vor Gericht
Lokales Segeberg Untreue: Hauptzeuge soll nochmal vor Gericht
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21:18 13.09.2016

Eigentlich waren die Beteiligten bereits darauf vorbereitet zu plädieren im Prozess um den Untreue-Vorwurf gegen einen leitenden Mitarbeiter des Wege-Zweckverbands (WZV). Wie berichtet, wird der 40-Jährige bezichtigt, 30000 Euro aus der Kasse des Recyclinghofs Norderstedt genommen zu haben. Doch nun will das Gericht noch einmal den Hauptbelastungszeugen hören, ebenfalls ein WZV-Mitarbeiter. Der hatte ausgesagt, Stornobons, die seinen Chef belasten, im Papierkorb gefunden und den Fall schließlich zur Anzeige gebracht zu haben.

Die Indizienlage lässt vermuten, dass der Angeklagte bei der täglichen Kassenabrechnung regelmäßig Zahlungseingänge in Höhe von mehreren Hundert Euro storniert hat. Als Beweis dafür dienen sollen Zwischenberichte des Zeugen über die Einnahmen der Registrierkasse und sogenannte Zeitberichte, die die Stornos dokumentieren und der Zeuge im Papierkorb gefunden haben will.

Auf einen dieser Berichte vom 22. August 2014 legte Verteidiger Gerald Goecke gestern sein Augenmerk. Den soll der Zeuge selbst ausgedruckt haben. Außerdem zwei Zwischenberichte zwischen 15 und 16 Uhr von jenem Tag. Den ersten, kurz bevor der Angeklagte auf dem Hof erschien, und einen nach dessen Verschwinden. Am Ende sollen über 400 Euro fehlen. Das wäre doch der Beweis für einen Betrug gewesen, so Goecke. Trotzdem habe der Zeuge gerade diese Ausdrucke nie erwähnt. Daran würde man sich doch erinnern, meint Goecke, der dem Zeugen vorwirft, die ganze Sache gegen seinen Mandanten fingiert zu haben.

Goeckes Theorie: Die Stornobons sollen manipuliert und am Computer erstellt worden sein. Einen Beweis dafür gibt es bisher nicht, über den Antrag auf die Befragung eines Sachverständigen vom Hersteller über die Möglichkeiten, die Kasse an einen Computer anzuschließen, wurde noch nicht beschieden. „Was an der Kasse möglich ist, ist irrelevant“, sagte Staatsanwältin Kerstin Kuhlbrodt gestern vor dem Schöffengericht in Norderstedt. Dafür gebe es keine Anhaltspunkte.

Fast spöttisch reagierte Goecke, der wiederholt „Ermittlungsfehler“ anprangerte. Die Polizei habe gar nicht nach entsprechenden Hinweisen gesucht. So sei etwa die Kasse nicht beschlagnahmt worden. Bei der Durchsuchung sei ein Sachverständiger dabei gewesen, der die Daten der Kasse gesichert habe, erwiderte Kuhlbrodt. Dieser hatte im Verfahren ausgesagt, dass die belastenden Stornobons in ihrer Nummerierung stimmig seien. Sie passen sogar zum Fahrtenbuch des Angeklagten. Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt.

Nadine Materne

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