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Untreue-Prozess: Ungeklärte Bareinzahlungen

Norderstedt Untreue-Prozess: Ungeklärte Bareinzahlungen

30000 Euro flossen auf das Konto des WZV-Mitarbeiters – Eine ähnliche Summe soll er genommen haben.

Norderstedt. Hat er oder hat er nicht? Mehr als 30000 Euro soll ein leitender Mitarbeiter des Wege-Zweckverbands über Monate aus der Bargeldkasse des Recyclinghofes Norderstedt genommen haben. Gewerbsmäßige Untreue lautet die Anklage gegen den 40-Jährigen, der zwar schweigt, die Vorwürfe über seinen Verteidiger aber bestreitet: Die verdächtigen Stornobeläge sollen manipuliert sein. Fragen warfen am Verhandlungstag gestern vor dem Amtsgericht Norderstedt aber ungewöhnliche Bareinzahlungen auf das Konto des Angeklagten auf.

Zirka 30000 Euro seien es in 2014 gewesen, berichtete Kriminalhauptkommissar Hans Walter Schümann, der die Durchsuchung auf dem Recyclinghof leitete. „Es waren immer größere Summen, die eingezahlt wurden.“ Im vierstelligen Bereich. Zwischen Februar und Oktober 2014 soll auch das Geld aus der Kasse des Recyclinghofes verschwunden sein. Der Angeklagte soll bei der Abrechnung der Tageseinnahmen auf dem Recyclinghof Norderstedt Warengruppen storniert und das Geld für sich genommen haben. Ein Mitarbeiter – der Hauptbelastungszeuge im Verfahren – will die Stornobelege im Papierkorb gefunden haben, die häufig den gleichen Stornobetrag aufwiesen: exakt 650 Euro. Häufig lagen nur wenige Tage zwischen den hohen Stornobuchungen.

Ob es dieses Geld ist, das auf das Privatkonto des Angeklagten einging? Über die Herkunft der Bareinzahlungen konnte der Kriminalkommissar naturgemäß keine Angaben machen. Aber auch in 2013 gab es hohe Einzahlungen auf dem Konto des Angeklagten: etwa 22000 Euro. Zudem seien bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten weitere 14500 Euro gefunden worden. Verteidiger Gerald Goecke hat seinem Mandanten geraten zu schweigen und befragte den Zeugen nach Erkenntnissen über Zucht-Einnahmen – offenbar züchtet der Angeklagte wertvolle Rassekatzen. Die Auswertung des beschlagnahmten Laptops des Angeklagten förderten unter anderem 42 Rechnungen über Tierverkäufe zutage. Das Problem dabei, so Schümann: „Die Rechnungen hatten kein Datum. Das hat mich auch gewundert.“ Über die Erstellungsdaten der Dateien wurde ein Zeitraum von 2008 bis 2014 rekonstruiert. Die Gesamtkaufsumme aus den 42 Rechnungen belief sich auf knapp 22000 Euro. „Gab es weitere Ermittlungen, ob der vollständige Zuchtbetrieb erfasst wurde?“, wollte Rechtsanwalt Goecke wissen. Der Zeuge verneinte.

Zweifel säen will der Verteidiger: „Ich kämpfe für einen Freispruch“, sagte Goecke auch dieses Mal. Ein Baustein in dessen Theorie von gefälschten Stornobons sind auch die vermeintlich fehlenden Fingerabdrücke auf den vom Belastungszeugen eingebrachten Belegen, die dieser zusammengeknüllt im Papierkorb gefunden haben will. Auch bei der Durchsuchung auf dem Recyclinghof, berichtete Schümann, habe er einen solchen Beleg im Papierkorb gefunden. Diesen hatte der Beamte ohne Handschuhe angefasst. Bei der Kriminaltechnischen Untersuchung der Belege sei seiner der einzig verwertbare Fingerabdruck gewesen. „Es ist aber nicht so, dass keine anderen Fingerabdrücke gefunden wurden“, betonte Schümann. Sie seien eben nur nicht verwertbar gewesen. Das liege an der Beschichtung des Papiers, hätten die Expertenkollegen gesagt. Zum Thema Fingerabdrücke will Goecke noch einen Sachverständigen befragen, dieser soll bei der Fortsetzung des Prozesses am Freitag aussagen.

Nadine Materne

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