Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Untreue-Prozess: Verdächtiges Geld aus Katzenzucht?
Lokales Segeberg Untreue-Prozess: Verdächtiges Geld aus Katzenzucht?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:23 07.09.2016

Mehr als 30000 Euro soll ein Mitarbeiter des Wege- Zweckverbands (WZV) veruntreut haben. Auf dem Recyclinghof Norderstedt war er bis Ende 2014 für die Abrechnung zuständig. Dutzende Stornobons sollen den 40-Jährigen belasten. Alles manipuliert, meint der Verteidiger. Doch wie sind die hohen Bareinzahlungen auf das Konto des Angeklagten zu erklären? Was ist mit den 14500 Euro, die bei der Wohnungsdurchsuchung gefunden wurden? Und wie kommt es zu den Mehreinnahmen, seit der Angeklagte nicht mehr die Abrechnung macht? Fragen, mit denen sich das Schöffengericht Norderstedt gestern beschäftigte.

WZV-Chef Jens Kretschmer verweist darauf, dass nicht nur die Bar-Einnahmen gestiegen seien, sondern auch die per Rechnung. Wie er sich die „deutlich zweistellige“ Umsatzerhöhung erkläre, bei nur leicht erhöhten Kundenzahlen und Stoffströmen, will Richter Matthias Lohmann wissen – eine Preiserhöhung hatte es nicht gegeben. Kretschmer mutmaßt, die Mitarbeiter seien nach der polizeilichen Durchsuchung aus Angst vor Fehlern genauer vorgegangen bei der Volumen-Schätzung des zu entsorgenden Mülls. Aus Scheu vor Konflikten mit den Kunden sei das in der Vergangenheit womöglich großzügiger gehandhabt worden. Das würde erklären, warum die Stoffströme, die den Hof verlassen – und vorher gewogen werden – kaum angestiegen sind.

Die hohen Geldbeträge erklärte Verteidiger Gerald Goecke mit der Katzenzucht seines Mandanten. Er beantragte, zum Beweis des wirtschaftlichen Potenzials dieser Zucht, die betreuende Tierärztin zu hören. Zur fraglichen Zeit hätten der Angeklagte und seine Frau bis zu zehn Rassekatzen und vier Kater gehabt. Damit hätten sie jährlich 50000 Euro erwirtschaften können. – Ein heikles Thema, die Einnahmen wurden wohl nicht korrekt versteuert. Staatsanwältin Kerstin Kuhlbrodt verweist dagegen auf die Homepage des Zuchtbetriebs. Laut dieser hätten 2014 nur neun Tiere zum Verkauf gestanden – nicht genug für die hohen Bareinzahlungen. Ob die Staatsanwaltschaft auch bei Steuerverfahren ermittele, fragte Goecke abschätzig. Er verwies auf die Stückelung des gefundenen Gelds in großen Scheinen. Das sei nicht mit den kleinen Beträgen in Einklang zu bringen, mit denen auf dem Recyclinghof hantiert werde.

Die Verteidigung baut auf die Theorie, dass die belastenden Stornobons manipuliert und womöglich am Computer erstellt wurden. Goecke will deshalb einen Sachverständigen von der Herstellerfirma der verwendeten Registrierkasse hören. Eine Entscheidung dazu soll beim nächsten Prozesstag am 13. September fallen.

nam

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Straßensanierungsarbeiten und der Umbau vom Haus Rönnau haben in diesem Jahr für einige graue Haare mehr bei den Organisatoren des Kindervogelschießens gesorgt.

07.09.2016

Blütenpracht und Erntelust – auf Gut Bissenbrook in Großenaspe (Bissenbrook 4) wird am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr der Gartenzauber gefeiert.

07.09.2016

Die Volkshochschule Bad Segeberg bietet noch freie Plätze in dem Kursus „Porträtfotografie“. Das Seminar mit Martina Franke, das vom 16.

07.09.2016
Anzeige