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Urteil gegen Exhibitionist von der A 20 gefallen

Bad Segeberg Urteil gegen Exhibitionist von der A 20 gefallen

Ein 24-Jähriger aus Segeberg wurde am Mittwoch zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Mann hatte ein Auto, in dem drei Frauen saßen, auf der A 20 bedrängt und dabei hinter dem Lenkrad masturbiert. Es war nicht die einzige Tat des Handwerkers.

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Bad Segeberg. Die Nacht des 22. Juli 2015 werden drei junge Segebergerinnen nicht so schnell vergessen. Noch heute haben sie ein mulmiges Gefühl, wenn sie nachts alleine auf der Autobahn fahren. Auch auf einen Besuch in der Lübecker Disko A1 verzichten sie, verbinden sie doch Disko und Stadt mit dem Erlebten: Auf ihrer Fahrt nach Hause waren sie an jenem Sommerabend von einem Exhibitionisten im Auto belästigt und genötigt worden.

Nur eine Woche später war der junge Mann wieder mit heruntergelassener Hose unterwegs, diesmal in Trappenkamp. Im Schritttempo war er an einer jungen Mutter mit ihrer kleinen Tochter masturbierend vorbeigefahren. Nun musste sich Jimmy G. (Namen des Angeklagten und der Zeuginnen geändert) dafür vor dem Amtsgericht verantworten.

Wegen exhibitionistischer Handlungen in zwei Fällen, in einem Fall mit einhergehender Nötigung verurteilte Richterin Sabine Roggendorf den 24-jährigen Handwerker zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 60 Euro (5400 Euro), zahlbar in Monatsraten zu 100 Euro.

Jimmy G. hatte sich im Juli einen ungewöhnlichen Ort für die exhibitionistische Handlungen ausgesucht: die A 20. Er hatte drei junge Frauen, die auf der Heimfahrt waren, belästigt und bedrängt.

„Er hatte das Innenraumlicht an, hat sich nach oben gezogen, damit wir sehen konnten, dass er masturbiert“, schilderte Lena K., die ihre Freundinnen nach Hause gefahren hatte. „Ich war geschockt, war abgelenkt. Er kam meinem Auto immer näher, ich fuhr schon auf dem Randstreifen, die Leitplanke war nicht weit entfernt“, sagte die 20-jährige Schülerin.

Der Mann habe sie dann überholt, etwas beruhigter habe sie die Fahrt fortgesetzt. Doch bei Geschendorf stand er plötzlich auf dem Seitenstreifen, saß nackt im Kofferraum und masturbierte erneut. Sie sei schnell an ihm vorbeigefahren, wurde kurze Zeit später aber wieder von Jimmy G. eingeholt und bedrängt. „Auch dieses Mal hat er wieder masturbiert.“

Freundin Kimberly Z. rief daraufhin die Polizei. „Das hat er wohl gesehen, er ist dann davon gebraust“, so Shirin F. (24), die während der Fahrt auf der Rückbank gesessen hatte. Sie sei schockiert gewesen, habe sie in dem Exhibitionisten doch ihren ehemaligen Mitschüler Jimmy G. erkannt.

Jimmy G. gab vor Gericht zu, die Handlungen ausgeführt zu haben. Die Nötigung habe er nicht als solche wahrgenommen. „Waren sie vielleicht zu sehr vom Autofahren abgelenkt? Eigentlich gehören beide Hände ans Lenkrad“, betonte die Richterin.

Auch den Tatvorwurf in Trappenkamp räumte der Segeberger ein. Einen dritten bestritt er allerdings. Am 31. Juli soll er auf einer Mauer in Trappenkamp gesessen und onaniert haben. Das hatte Zeugin Katja Q. gesehen, die in der Nähe geparkt hatte. Allerdings hatte sie nur die Handlung an sich gesehen, nicht aber das Gesicht des Mannes, sodass sie keine Aussagen zur Identität des Exhibitionisten machen konnte. Deshalb wurde dieser Tatvorwurf fallengelassen.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Gesamtstrafe von 140 Tagessätzen à 50 Euro. Richterin Roggendorf entschied sich für 90 Tagessätze, sodass Jimmy G. noch nicht als vorbestraft gilt. Sie hielt ihm zugute, dass er geständig und nicht vorbestraft sei und sich bei einer Beratungsstelle melden wolle. Die Geldstrafe sei jedoch empfindlich.

sd

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