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Segeberg Uwe Bangert: Segebergs prominenter Maler wird 90
Lokales Segeberg Uwe Bangert: Segebergs prominenter Maler wird 90
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20:42 18.10.2017
Sohn Klaus Bangert (links) und Peter Zastrow eröffneten gestern die Ausstellung, hier mit dem ersten Ölgemälde von Uwe Bangert überhaupt, einem Selbstporträt aus dem Jahr 1946. Quelle: Fotos: Kullack
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Bad Segeberg

Dass er überhaupt Kunst für die öffentliche Hand geschaffen hat – zum Beispiel eine Keramik-Wand für die Wahlstedter Realschule oder Glasfenster für Kirchen – war Bangert eher lästig. „Er fühlte sich als Künstler eingeschränkt, wenn es thematische Vorgaben gab“, sagt Katrin Linau, die ab 1967 Unterricht beim großen Segeberger Maler nahm und bis heute zu ihm Kontakt hält, etwa wegen der Auge-Jahresschauen. Doch es galt, eine Familie mit später vier Kindern zu ernähren, und da nimmt man als freischaffender Künstler selbst Werbeaufträge, wie etwa von den Schwartauer Werken oder von der Stadt Bad Segeberg, an. Längst nicht immer gab es so viel zu verdienen wie 1961, als „Das kleine Insektenbuch“ mit Aquarellen von Uwe Bangert erschien, der für jede Buchseite die damals sehr stolze Summe von 1800 D-Mark bekam . . .

Katrin Lienau mit dem Kalkberg– Wandteppich, entworfen von Bangert, gewebt von Hildegard Osten.

Heimatkundler Peter Zastrow hat solche Geschichten und zahlreiche Exponate, Bücher und Grafiken zusammengetragen und auf Schautafeln für die Ausstellung „Ein Künstlerleben“ aufbereitet. Besprochen hat Zastrow alle Details mit Sohn Klaus Bangert (59), der auch einige Leihgaben aus dem Schaffen seines Vaters beigesteuert hat. Große Wandgemälde oder Aquarelle sucht man im Rathaus vergeblich – die Stadtverwaltung kann keine Aufsicht garantieren, und in solchen Fällen streiken dann die Versicherer. Wohl aber sind einige Bleistiftzeichnungen in den Vitrinen zu sehen, eine italienische Landschaft in Öl und – als Kleinod der Ausstellung – das erste Ölgemälde des 19-jährigen Künstlers überhaupt, ein Selbstporträt von 1946. Außerdem gibt es eine Video-Schau, gestaltet von Klaus Lienau. Stark vertreten ist die Gebrauchgrafik Bangerts, der einst zwischen den Studiengängen Medizin und Biologie schwankte und durch eine Segeberger Ausstellung von Karl Storch – Vater und Sohn – angeregt wurde, es selbst als Künstler zu probieren. Seiner Heimatstadt war Bangert, Ehrenbürger seit 2007, stets verbunden. Für die Schützengilde entwarf er eine neue Fahne, und wer zu den entsprechenden Konfirmationsjahrgängen gehört, der hat einen echten Bangert im Haus: Marienkirche und Altar im Konfirmationszeugnis.

Nächsten Donnerstag stellt Katrin Lienau das Buch ihrer Tochter Anna-Sophie Laug „Uwe Bangert: Kunst am Bau“ vor. Am 3. November beginnt der Geburtstags-Empfang um 11 Uhr im Bürgersaal. Die Kieler Kunsthistorikerin Dr. Bärbel Manitz wird die Laudatio halten.

„Ein Künstler-Leben: Maler, Grafiker und Zeichner Uwe Bangert 90. Geburtstag“: Bis 1. Dezember im Rathaus, montags bis mittwochs 8 bis 17 Uhr, donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr. Eintritt frei.

Uwe Bangert in Jahreszahlen

3. November 1927 Uwe Bangert wird in Neumünster geboren.

1938 Die Familie zieht nach Bad Segeberg, wo Vater Ernst Stadtbaumeister wird.

1948 Abitur an der Dahlmannschule, danach Plöner Kunstschule bei Karl Storch d. J. und Erik Richter sowie Landeskunstschule Hamburg.

1953 Heirat mit Maria Michaelsen, Geburt von Peter (1954), Susanne (1956), Klaus (1958), Christine (1960).

ab 1957 unternimmt Bangert Studienreisen, unter anderem nach Istanbul, Venedig, Rom, Oslo.

1961 „Das kleine Insektenbuch“ erscheint.

ab 1975 Einzelausstellungen, unter anderem in Hamburg, Brest, Gdingen, Kopenhagen, New York.

2007 Bangert wird Ehrenbürger.

2012 Der Maler zieht ins Propsteialtenheim, wo er seit dem Tod seiner Frau im selben Jahr lebt.

Lothar Hermann Kullack

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