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Segeberg VR Bank schließt Filialen in Trappenkamp und Großenaspe
Lokales Segeberg VR Bank schließt Filialen in Trappenkamp und Großenaspe
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18:57 04.12.2018
Bank-Filialen in Trappenkamp und Großenaspe schließen. Die VR Bank in Bad Segeberg soll ab 2020 modernisiert werden. Quelle: Lothar Kullack
Trappenkamp/Großenaspe

Kunden der VR Bank in Trappenkamp und Großenaspe müssen in Zukunft längere Wege in Kauf nehmen: Die Bank schließt die beiden Zweigstellen. Sie haben am 31. Januar 2019 zum letzten Mal geöffnet. Der Grund: Die Kunden kommen nicht mehr so häufig, wie noch vor einigen Jahren. „Wir können jeden Tag verfolgen, wie in Zeiten der Bequemlichkeit und des digitalen Wandels das mobile Zahlen um sich greift“, begründet Vorstandsmitglied der VR Bank Neumünster, Dirk Dejewski.

Hälfte der Kunden mobil unterwegs

Die Hälfte aller Kunden, rund 30 000, nutzten inzwischen Online-Banking. Und davon verwenden bereits 5000 die Banking-App, die erst seit Juni zur Verfügung steht. Eine rasante Entwicklung. „Die Folge ist, dass die Geschäftsstellen verhaltener aufgesucht werden“, sagt Dejewski. Außerdem verlagere sich die Arbeit der Mitarbeiter. Weniger Service sei gefragt, dafür mehr intensive Beratungsgespräche. „Gerade Kollegen kleinerer Geschäftsstellen haben es schwer, aus der Filiale herauszukommen und den Markt zu bearbeiten“, sagt er. „Das Verhältnis von Service und Beratung verschiebt sich, ganz klar.“

Bündelung in Bornhöved und Boostedt

Für Kunden soll sich nur der Standort ändern: Trappenkamper werden von der Geschäftsstelle in Bornhöved bedient, Großenasper in Boostedt. Jeweils zwei Mitarbeiter wechseln die Filiale, sie sollen die gleichen Ansprechpartner bleiben. „Das ist kein Schritt, der Freude macht. Kunden werden ihre Bank vor Ort vermissen“, weiß Dejewski. „Wir geben jedoch nur das Gebäude auf, nicht das Marktgebiet und unsere Kunden“, betont er. Die Zweigstellen schrumpfen damit insgesamt von 16 auf 14. In Großenaspe wird selbst der Geldautomat eingestampft. „Man kann kein Geld mehr bekommen, aber es ist auch schwer, welches auszugeben.“ In Boostedt sei das schon eher der Fall. In Trappenkamp bleibt der Geldautomat bei Famila erhalten.

VR-Bank Vorstandsmitglieder Dirk Dejewski (l.), Rainer Bouss. Quelle: Irene Burow

„Wir bleiben eine Filialbank. Das ist keine Worthülse, sonst hätten wir in den vergangenen Jahren nicht so viel investiert“, sagt der Banker. „Wir müssen auf diese Standorte setzen“, ergänzt Vorstandsmitglied Rainer Bouss. Fünf Millionen Euro habe die VR Bank Neumünster in den vergangenen fünf Jahren in die Hand genommen, um in andere Geschäftsstellen zu investieren. Umgebaut und vergrößert worden seien zuletzt die Zweigstellen in Wahlstedt (im Jahr 2013), in Tungendorf (2014), in Wittorf (2016), in Einfeld (2016), in Bornhöved
(2017) und in Boostedt (2018).

Umbau in Bad Segeberg und Bordesholm

Und so soll es weitergehen: Für jeweils knapp eine Million Euro werden die größeren Filialen in Bordesholm und Bad Segeberg modernisiert. Die in Bordesholm befindet sich mitten in der Umbauphase, die Räume werden erweitert und modernisiert. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2019 geplant. In Bad Segeberg geht es in die Planung, Baustart soll 2020 sein. Das wird nicht ganz so einfach: Das Gebäude in der Innenstadt ist denkmalgeschützt. Das Ziel sei es, Barrierefreiheit zu schaffen sowie das Innenleben so in Einklang zu bringen, dass die Schalterhalle von den Geldautomaten aus sichtbar werde. Laut Vorstand wird das eine Herausforderung, die Planungen stehen jedoch noch ganz am Anfang.

Filialen schließen nach und nach

Geschlossen worden sind in der gleichen Zeit die Zweigstellen in Bönebüttel (2014), in Rickling (2016) sowie die zwei Filialen in der Straße Kuhberg sowie Wasbeker Straße in Neumünster (2017). Alle anderen Filialen in Neumünster sollen erhalten bleiben. Die Schließung in Trappenkamp und Großenaspe dürfte dennoch für einige Kunden eine Umstellung werden. „Ältere Leute sind mobiler, als wird denken“, meint Rainer Bouss. „Die Ängste liegen eher darin, neue Räume zu betreten.“ Aus diesem Grund ist ein Info-Café in Boostedt geplant.

Die VR Bank in Rickling gibt es nicht mehr. Quelle: Petra Dreu

Irene Burow

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