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Segeberg Verdachtsfläche Altlasten: Anlieger informiert Behörden
Lokales Segeberg Verdachtsfläche Altlasten: Anlieger informiert Behörden
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12:48 28.07.2016
Hier soll der B-Plan für ein Wohngebiet aufgestellt werden. Anlieger Günther Gathemann warnt vor Altlasten und informiert den Kreis. Quelle: Glombik

Was schlummert unter dem sattgrünen Grasteppich an der Straße Bornwischen? Ist es harmlos oder nicht? Das soll jetzt bei der Bauleitplanung von den Grundstücksbesitzern und den Behörden geklärt werden. Günther Gathemann, Anlieger an der Straße Bornwischen, hat den Behörden dazu historische Luftaufnahmen des Landesvermessungsamtes zur Verfügung gestellt. Beim Kreis war diese Verdachtsfläche für Altlasten bislang noch nicht bekannt.

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Diese Luftaufnahme von 1972 zeigt auf der Fläche hinter der Kirche der Gemeinde Gottes Erdbewegungen im großen Stil.

Das Luftbild von 1972 zeigt erhebliche Erdbewegungen auf dem Gelände. Gathemann kommt zu dem Schluss, dass dort in den sechziger Jahren Müll abgelagert und der just zum Zeitpunkt der Luftaufnahmen mit Sand abgedeckt worden ist. Auf frischer Tat beim Zudecken ertappt quasi. „Da war über Jahre gleich von zwei Seiten Dreck angeliefert worden“, habe er nach Befragungen betagter Bürger ermittelt.

„Das ist definitiv belastet.“ Nicht anders ist auch zu erklären, dass sich dort das Gelände etwa 1,80 Meter höher als die Umgebung wölbt. Ein Müllhügel? Vor einer Bebauung sollten dort auch in tieferen Schichten die Bodenverhältnisse geprüft werden, fordert er. Wie schon berichtet, sind im südlichen Bereich der Fläche Einfamilienhäuser geplant. Dazu sollen vier Reihenhäuser und ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Gathermann ist ein freundlicher Herr, wirkt besonnen und neigt nicht zu Pauschal-Urteilen. Dennoch Kopfschütteln. Die Alt-Segeberger hatten mit dem Müll offensichtlich ihre Probleme, meint er. Der Bauschutt des alten Kurhauses wurde auf der Backofenwiese versenkt, auf dem heutigen Karl-May-Parkplatz an der Oldesloer Straße war eine Müllkuhle, und zuletzt gab es großes Aufsehen über Pläne von Investoren, ausgerechnet auf der alten „Zentraldeponie“ am Wischhof Wohnhäuser zu bauen. Dort fordert der Kreis jetzt weitere Bodenuntersuchungen, gedacht wird auch an Gasfassungen, Entgasungsanlagen, weil dort Gase aus dem alte Deponiekörper und dem tieferliegenden Moorböden ermittelt wurden, heißt es vom Kreis.

Auch an der Straße Bornwischen soll, nachdem man dort Torf gestochen hatte, von Anliegern reichlich Hausmüll, Ölbehälter, Schrott und Bauschutt abgelagert worden sein, habe Gathemann von Zeitzeugen erfahren. Auch Bitumen und alte Asphaltbeläge seien auf diesen Sumpfwiese abgelegt worden. Diese Hinweise müssen jetzt überprüft werden. Beim zuständigen Fachdienst Abwasser, Boden und Abfall will man jetzt in die Prüfung einsteige. „Das muss jetzt sachgerecht abgearbeitet werden“, erklärte auf LN-Nachfrage der stellvertretende Abteilungsleiter Thomas Heinbokel. Im Rahmen der Bauleitplanung werde man dort „umfangreiche Bodengutachten anfordern“, wenn man Einlagerungen finde.

 Wolfgang Glombik

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