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Segeberg Vereine müssen mehr Geld abführen
Lokales Segeberg Vereine müssen mehr Geld abführen
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19:16 21.06.2016

Das Harmoniebedürfnis beim Segeberger Kreissportverband ist offenbar groß, nach den aufregenden letzten Monaten. So bestätigte der mit rund 65 000 Mitgliedern größte Verband des Kreises Segeberg auf seinem Verbandstag in Norderstedt am Montag nicht nur den Vorstand einmütig in seinem Amt. Auch die vom Vorstand vorgeschlagene Gebührenanhebung um rund 20 Prozent zum nächsten Jahr wurde ohne Widerrede und Gegenstimme der 111 Vertreter der 204 Sportvereine verabschiedet. So müssen die Vereine vom nächsten Jahr an 85 Cent statt bisher 60 Cent je jugendliches Mitglied und 2,35 Euro statt 2,10 Euro je erwachsenes Mitglied an den Verband zahlen.

Die Tricking-Abteilung des SC Norderstedt beeindruckte mit ihren akrobatischen Übungen die 111 Vertreter beim Verbandstag des Kreissportverbandes in Norderstedt. Quelle: Fotos: Fuchs
Ehrenvorsitzender Hans Siebke (r.) verlieh seinem Amtsnachfolger Sven Neitzke die Goldene Ehrennadel.
Die Tricking-Abteilung des SC Norderstedt beeindruckte mit ihren akrobatischen Übungen die 111 Vertreter beim Verbandstag des Kreissportverbandes in Norderstedt. Quelle: Fotos: Fuchs

Die erwarteten zusätzlichen Einnahmen von 14 000 Euro würden aber dringend gebraucht, begründete der frisch bis 2020 wiedergewählte Kreisverbandsvorsitzende Sven Neitzke (45) vom Großenaspener Sportverein, dem sein Amtsvorgänger und KSV-Ehrenvorsitzender Hans Siebke zuvor noch wie dessen drei Stellvertretern noch die goldene Ehrennadel verlieh. Der stetige Mitgliederschwund, die Personalkostensteigerung um 25 Prozent seit 2009 und der Ankauf des Grundstücks von 50 000 Euro für die neue Kreisgeschäftsstelle in Bad Segeberg machten dies erforderlich. Und natürlich auch das Betriebsdefizit von rund 93000 Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr bei Ausgaben von fast einer Million Euro.

So war kurz vor Weihnachten 2014 plötzlich der Deal mit dem Unternehmen Möbel Kraft gescheitert, das dem KSV an anderer Stelle eine neue Geschäftsstelle hatte bauen wollen, erinnerte Neitzke die Versammlung an den ursprünglichen Plan, für den es bereits einen fertigen Bebauungsplan gab. „Mit dem Kaufvertrag jetzt im Mai ist es gerade noch mal gutgegangen.“ Nun werde die Geschäftsstelle dort gebaut, wo sie der Ehrenvorsitzende Siebke in seiner 30-jährigen Amtszeit immer habe bauen wollen, wie dieser bestätigte.

Der Verbandstag, dem der SC Norderstedt sein Clubheim-Räume zur Verfügung stellte, war hochkarätig besucht. Kreispräsident Winfried Zylka (CDU) versicherte dem Verband den vollen Rückhalt des Kreistages. Dies zeige sich auch in dem jüngsten Beschluss des Sportausschusses, der aber noch vom Kreistag bestätigt werden müsste, den jährlichen Zuschuss für die Verwaltung um 50 Prozent auf 57 000 Euro im Jahr zu erhöhen. „Der Sport ist ein Schwerpunkt unserer Förderung.“ Gerade bei der Integration der Flüchtlinge komme ihm eine große Rolle zu. „Er schafft Nähe und Bindung zu den Menschen untereinander, ohne dass sie die Sprache können müssen.“

Eine Aussage, die Norderstedts Stadtpräsidentin Kathrin Oehme sogleich bekräftigte: „Im Sport spricht man eine Sprache. Ein Tor ist ein Tor auch in Afghanistan.“ Hans-Jakob Tiessen, Präsident des Landessportverbandes mit seinen 800000 Mitgliedern in 2600 Vereinen, gab den zunehmenden freien Angeboten für Fitness-Kurse und Kurzmitgliedschaften die Hauptschuld für den Mitgliederschwund in den Vereinen. „Das wird die Aufgabe für die Zukunft sein, wie wir damit umgehen.“ So ist seit 1998 die Zahl der Mitglieder im KSV Segeberg, der nur noch sechstgrößter Sportverband in Schleswig-Holstein ist, um 11 000 Mitglieder gesunken. Nur noch ein Viertel der Bevölkerung gehöre einem Sportverein an. Damals war es noch jeder Dritte.

Neben Neitzke wurden seine Stellvertreter Christian Detlof und Michael Gehringer für weitere vier Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Detlof vom SV Schmalensee und die anderen beiden Stellvertreter Stefan Kröger (SV Friedrichsgabe) und Heinz Tölle (MTV Segeberg) erhielten ebenso wie KSV-Vorsitzender Neitzke die goldene Ehrennadel für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement für den Verbandssport.

Burkhard Fuchs

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