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Segeberg Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingestellt
Lokales Segeberg Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingestellt
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21:23 27.05.2016

Anna hat Geburtstag – das muss (nach)gefeiert werden. Um die 80 Gäste kamen im Juni 2015 in die angemieteten Räume nach Wahlstedt. Eine nette Fete mit viel Wodka und Bier. Alles lief glatt . . . bis etwa 5 Uhr morgens. Da flogen die Fäuste, einer der Kombattanten hatte am Ende ein gebrochenes Nasenbein.

Deshalb landete nun fast ein Dutzend der Gäste von Anna (alle Namen von der Redaktion geändert) vor dem Amtsgericht, drei als Angeklagte, acht als Zeugen. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung.

Doch Richterin Sabine Roggendorf blieb am Ende nichts anderes übrig, als das Verfahren gegen Lasse, Loris und Lutz (alle zwischen 22 und 25 Jahren, alle aus Wahlstedt) einzustellen. Zu verworren waren die Angaben der beiden „Opfer“, die selbst mitgeprügelt hatten an jenem Morgen. Im Gegenteil: Statt einer Verurteilung rettete die Richterin den Zeugen Mike (20) vor Schlimmerem. Jeder der drei Angeklagten, so hatte er damals bei der Polizei ausgesagt, habe ihm „mindestens fünf Schläge oder Tritte“ versetzt, auch als er schon am Boden gelegen habe. Die Mutter des Geburtstagskindes habe noch vergeblich versucht, das Trio mit einem Besen zu vertreiben.

Nichts davon nun vor Gericht, jedenfalls nichts Konkretes. Mike konnte nur einen Tritt zuordnen, den Lasse ihm gleich zu Beginn der Auseinandersetzung verpasst habe. Das hatte der zuvor auch eingeräumt – doch Mike sei es gewesen, der mit den Worten „Du Hurensohn, was glaubst Du, wer Du bist?“ auf ihn zugestürmt sei und ihn, Lasse, habe verprügeln wollen. Der Tritt sei nur Abwehr gewesen.

„Wir reden hier nicht von einer Geldstrafe – bewusste Falschaussagen können Ihnen bis zu einem Jahr Haft einbringen“, mahnte die Richterin Mike, als so gar keine Details herüberkamen. Am Ende hatte wohl Angeklagter Lutz noch die treffendste Schilderung abgegeben: „In jener Nacht war schon sehr viel Alkohol unterwegs.“

Lothar Hermann Kullack

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