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Verregnetes Musikfest in Pronstorf

Pronstorf Verregnetes Musikfest in Pronstorf

Ungemütliches Wetter draußen, im Saal aber fantastische Musik von jungen Preisträgern. Der Wettbewerb des Sparkassen- und Giroverbandes hatte in diesem Jahr ein erstaunlich hohes Niveau. Man könne nur ungerecht sein – irgend jemanden benachteilige man immer, sagte Festival-Intendant Dr. Christian Kuhnt als Jurymitglied. Doch am Ende habe man mit Sonja Kowollik aus Münster eine würdige Preisträgerin mit einer selbstbewussten Anschlagtechnik und viel Mut zur Interpretation gefunden.

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Ohne Schirme ging überhaupt nichts am ersten Tag des Pronstorfer Musikfestes 2017.

Quelle: Fotos: Kullack

Pronstorf. Nicht für die Jury spiele sie, sondern für das Publikum. Sehr selbstbewusst klang das, als die 16jährige Sonja Kowollik das sagte. Sie verströmte ein Selbstbewusstsein, hinter dem auch viel steckt: Ihre Interpretationen von Frederic Chopins Préludes (fünf ausgewählte aus dem 24 Stücken) und von Igor Strawinskis „Der Feuervogel“ überzeugte die Jury dermaßen, dass Sonja Kowollik die Preisträgerin 2017 des Sparkassen- und Giroverbandes ist. Ansonsten erlebten die Besucher im fast ausverkauften Pronstorfer Kuhstall einen durchwachsenen ersten Tag des Musikfestes : Wunderbare Musik von hoffnungsvollen, teils schon perfekten jungen Musikern d4r5innen – und viel Regen und graue Wolken draußen.

LN-Bild

Ungemütliches Wetter draußen – im Saal aber fantastische Musik von jungen Preisträgern.

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Das Programm heute

11 Uhr: Amadeus Wiesensee (Klavier) mit Werken von Brahms, Schubert und Prokofjeff.

13 Uhr: Junges Bläserensemble mit Stücken von Ravel, Mussorgski, Anton Reicha und Jacques Ibert.

15 Uhr: Gruppe Sväng: „Mundharmonika-Attacken aus Finnland“.

Nur noch Restkarten an der Tageskasse vor der Konzertscheune.

Der Wettbewerb des Sparkassen- und Giroverbandes hatte in diesem Jahr ein erstaunlich hohes Niveau. Man könne nur ungerecht sein – irgend jemanden benachteilige man immer, sagte Festival-Intendant Dr. Christian Kuhnt als Jurymitglied. Doch am Ende habe man mit Sonja Kowollik aus Münster eine würdige Preisträgerin mit einer selbstbewussten Anschlagtechnik und viel Mut zur Interpretation gefunden.

Freuen darf sich auch Constantin Schiffner, 18jähriger Pianist aus Lübeck. Nachdem er die spanische Rhapsodie von Franz Liszt und die Prélude h-Moll nach Bachs Präludium e-Moll (BWV 855 a) von Alexander Siloti vorgestellt hatte, wurde ihm der Publikumspreis zuerkannt. Die Schiffners aus Lübeck sind eine hochmusikalische Familie. Mit seiner Schwester Felicitas an der Geige spielte der frischernannte Preisträger danach noch Werke von Beethoven, Prokofjeff, Liszt und Brahms. Beide hatten bereits 2013 mit den Dortmunder Philharmonikern am Internationalen Festival der Akademie für Klassische Musik im russischen Tscheljabinsk teilgenommen.

Die Schiffners könnten auch in Quintett- und noch größerer Kammermusikstärke auftraten, denn es sind insgesamt sieben Kinder, von denen Constantin der zweitjüngste ist. Er wird seit seinem sechsten Lebensjahr von Vadim Goldfeld an der Musikhochschule Lübeck unterrichtet und hat schon allerhand Preise eingestrichen – nicht allein im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Zuletzt gewann er im Bundeswettbewerb 2015 (Klavier vierhändig) und 2016 )Klavier-Kammermusik) erste Preise.

Dritte Pianistin im Bunde war gestern Wei-Ting Chou (17), eine gebürtige Chinesin aus Berlin. Sie wartete mit dem ersten Satz aus Joseph Haydns Sonate in C-Dur (Hob. XVI:50), mit zwei Sätzen aus Robert Schumanns „Faschingsschwank aus Wien“( op. 26) und schließlich mit „L’isle joyeuse“ von Claude Debussy auf und zeigte sich – siehe die Bemerkung von Intendant Kuhn – um keinen Deut schlechter als ihre beiden Mitbewerber.

Vielleicht war es wirklich das Selbstbewusstsein, das für Sonja Kowollik den Ausschlag gab. Sie ist trotz ihrer erst 16 Jahre bereits sehr wettbewerbserfahren, war bereits 2010 und 2011 Preisträgerin beim Westfälischen van Bremen-Wettbewerb. Klavierunterricht bekam sie erstmals mit fünf Jahren, seit dem Vorjahr kommt auch noch Geige hinzu. Seit 2011 bereits ist sie Jungstudentin.

 Lothar Hermann Kullack

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