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Segeberg Verscherbelt Bad Segeberg seinen schönen Wald?
Lokales Segeberg Verscherbelt Bad Segeberg seinen schönen Wald?
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19:15 23.06.2016
Diese Bäume werden privat: Ein Anlieger am Waldweg möchte sein Privatgrundstück um eine städtische Waldfläche erweitern. Er bekam trotz kritischer Worte der Politiker einen positiven Beschluss. Quelle: Glombik

Eigentlich sollte das scheinbar unspektakuläre Thema „Erweiterung der entbehrlichen Grundstücke“ der Stadt um ein „Trennstück“ von 760 Quadratmetern im nicht öffentlichen Teil der Stadtvertretung behandelt werden – wie es bei Grundstücksangelegenheiten üblich ist. Doch auf Antrag der Grünen-Fraktion gab es eine Mehrheit dafür, den Punkt nicht hinter verschlossenen Türen zu beraten. Schließlich gehe es um das Naherholungsgebiet der Bad Segeberger. Und bei „Wald“ oder gar „Waldweg“ horchen alle auf.

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Stadtvertretung genehmigt Waldweg-Anlieger den Ankauf einer angrenzenden städtischen Waldfläche – Grüne befürchten Ausverkauf des Naherholungsgebietes.

Wehret den Anfängen, meinen die Bad Segeberger Grünen. Denn erst vor wenigen Monaten geriet ihr Ex-Landesvorsitzender und jetziger Sprecher des Grünen-Kreisvorstandes, Peter Stoltenberg, ins Gerede, weil im Waldweg auf dem städtischen Nachbargrundstück 20 teilweise über 100 Jahre alte Bäume für die Erweiterung des Stolteberg-Anwesens hätten gefällt werden müssen. CDU und SPD stimmten damals für den Antrag zur „Waldumwandlung“, die grünen Parteifreunde von Stoltenberg dagegen. Doch bevor die Kettensägen loslegen dürfen, bleibt noch das vom Kreis eingeforderte Gutachten zu Fledermäusen abzuwarten. Und dieses liegt aktuell laut Unterer Naturschutzbehörde noch nicht zur Prüfung vor, teilte UNB-Chef Axel Timmermann mit.

Und jetzt wolle wieder jemand im Waldweg dem Wald an den Kragen, befürchtet der Grünen-Stadtvertreter und Ihlsee-Anlieger Henning Vollert. Mit einer weiteren Privatisierung verschlechtere sich der Zustand des Waldes, irgendwann werde das Landesamt deshalb ein Badeverbot im Ihlsee verhängen. Er habe beobachtet, dass oftmals auf Privatgelände Wald ausgedünnt werde oder sich der Zustand der Bäume aus unerfindlichen Gründen verschlechtere. „Nur wenn das Waldgrundstück im Besitz der Stadt ist, haben wir den Finger drauf.“ Auch seine Fraktionsvorsitzende Annelie Eick zweifelt, ob privater Wald korrekt gepflegt werde: „Wir möchten, dass die Bevölkerung den Wald weiter genießen kann.“ Wer Wald kaufe, der werde diesen dann einzäunen.

Lohnt es sich wenigstens? Die Stadt möchte nach LN-Informationen etwa 15 Euro pro Quadratmeter Wald verlangen. Bei 760 Quadratmeter sind das gerade mal 11400 Euro. Nicht gerade viel Erlös für die Kasse einer bis über die Ohren verschuldeten Stadt. Diese sieht den Vorteil einer „Grenzbegradigung“, und die Fläche müsste auch nicht mehr gepflegt werden. Bei einem Ortstermin mit der Forstbehörde sei klargestellt worden, dass es sich hier überall – ob privat oder öffentlich – um Wald handele. Der sei wichtig für die geschützten Fledermäuse, stellte Bauamtsleiterin Antje Langethal klar. Es gebe dort keine Waldumwandlungsgenehmigung, habe die Forstbehörde ausdrücklich festgestellt. – Thomas Krüger (Unabhängige) wittert dennoch die Gefahr, dass private Eigentümer „schneller die Säge ansetzen“. Doch Ursula Michalak (CDU) sah Wald auch in privater Hand ausreichend vor Abholzung geschützt. Mit 14 Ja- und acht Nein-Stimmen wurde der Waldverkauf genehmigt.

Wolfgang Glombik

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