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Segeberg Verstoß gegen Kontaktverbot - Prozess gegen 72-jährigen Sexualtäter
Lokales Segeberg Verstoß gegen Kontaktverbot - Prozess gegen 72-jährigen Sexualtäter
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15:06 29.11.2012
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Vor dem Kieler Landgericht hat heute die Berufungsverhandlung gegen einen als gefährlich geltenden Sexualstraftäter aus Neumünster begonnen. Auf Antrag der Verteidigung wurde die Öffentlichkeit während der Aussagen des Angeklagten zu seiner Person ausgeschlossen. Seine Vernehmung zur Sache sollte dann wieder öffentlich sein. Wann das sein wird und wann das Urteil gesprochen wird, war zunächst nicht abzusehen. Für das Verfahren wurden mehrere Verhandlungstage anberaumt.

Der einschlägig vorbestrafte Rentner und frühere Bankkaufmann saß bereits wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen in 99 Fällen neun Jahre im Gefängnis. Weil er in Neumünster trotz richterlichen Verbots wieder Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufnahm, verurteilte ihn das dortige Amtsgericht im August zu vier Monaten Haft. Die Anklage lautete auf Verstoß gegen Weisungen der Führungsaufsicht. Dagegen legten der Rentner und die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die Staatsanwaltschaft sprach sich gegen die Höhe des Strafmaßes aus.

Laut Weisung der Führungsaufsicht ist es dem als unbelehrbar geltenden 72-Jährigen verboten, „mit Minderjährigen in der Art zu verkehren, die über das alltägliche Maß hinausgeht“. Dennoch suchte der Mann mehrfach die Nähe von Kindern und Jugendlichen, stellte das Amtsgericht fest. Seine Annäherungen fielen auch Erwachsenen auf, die schützend eingriffen und ihn vertrieben. „Durch die Weisungsverstöße besteht die Gefahr neuer erheblicher Straftaten“, hieß es im Urteil. Tatsachen für eine positive Prognose fand das Gericht nicht; deshalb soll er die Haft verbüßen.

Der Rentner, der mit Jackett im Hahnentritt-Muster und Toupet im Gerichtssaal erschien, schüttelte bei der Verlesung des Amtsgerichtsurteils mehrfach den Kopf und grinste abschätzig. Sein Fall hat in Neumünster hohe Wellen geschlagen. Der Mann wurde rund um die Uhr von der Polizei bewacht und muss inzwischen eine Fußfessel tragen. Als die Observation kurzzeitig von einer Amtsrichterin ausgesetzt wurde, schaltete sich die Politik ein. Der Richterbund kritisierte mögliche Einflussnahme; inzwischen gilt dieser Verdacht als ausgeräumt.

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