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Segeberg Veteranenfahrt: Ältestes Vehikel hat 105 Jahre auf dem Buckel
Lokales Segeberg Veteranenfahrt: Ältestes Vehikel hat 105 Jahre auf dem Buckel
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19:16 22.06.2016
Vorsitzender Thomas Stieper, Motorradfahrer Hubert Brosche, Sponsor Kai Gräper (Sparkasse) und Fahrtleiter Arno Wichmann (v.l.). Quelle: Kullack

Ein Ford T-Modell von 1926 wird dabei sein und ein A-Modell von 1930. Als ältestes Fahrzeug kommt ein „Oakland Torpedo Roadster“, der 105 Jahre auf dem Buckel hat. Und natürlich darf auch der älteste Motorradfahrer der Vorjahre nicht fehlen: Heinz Franz (85) aus Hasenmoor, dessen „Raleigh Model 14“ noch sieben Jahre älter ist als er selbst. Am Sonntag, 26. Juni, findet die beliebte Veteranenfahrt des AMSC Segeberg statt. Es ist mittlerweile die 36. Veranstaltung.

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Am Sonntag steigt wieder die AMSC–Oldtimer-Tour – Die Route führt bereits zum 36. Mal durch den Kreis Segeberg – Zahl der Motorräder hat zugenommen.

„Bei uns geht’s nicht ums Tempo – ganz im Gegenteil.“ Arno Wichmann,

Fahrtleiter des AMSC

Gestartet wird um 9.30 Uhr vor dem Autohaus Senger, von dort gehen die 70 Autos und 55 Motorräder auf die 120-Kilometer-Strecke quer durch den Kreis Segeberg. Auf der nebenstehenden Karte sind die fettgedruckten Orte für die Zuschauer interessant: Durch diese Gemeinden führt der Tross der alten Vehikel mitten hindurch, also sind die Veteranen dort besonders gut zu beobachten. So ganz in Ruhe kann man das ab 12 Uhr auf dem Leezener Dorfplatz tun, wo die Automobile und Motorräder zur Mittagspause abgestellt werden sowie natürlich ab 16.15 Uhr auf dem Bad Segeberger Marktplatz, dem Ziel der Rundtour.

AMSC-Fahrtleiter Arno Wichmann erinnert an den Kern der Veranstaltung: „Wir nennen es ganz bewusst ADAC-Veteranenfahrt und nicht Rallye. Bei uns gibt es keine Geschwindigkeitspunkte zu gewinnen – ganz im Gegenteil: Wer die Zeitkontrollen zu früh erreicht, bekommt Punktabzüge.“

Genau wie Fahrtleiter Wichmann freut sich Motorrad-Veteran Hubert Brosche, dass dieses Mal im Verhältnis sehr viele Motorräder dabei sind. „Das gibt es anderswo nicht, weil andere Veranstaltungen von Strecke und Ausschreibung her nicht so für Motorräder geeignet sind.“ So sind es auch die Motorräder, die BMW mit 20 Fahrzeugen zur am meisten vertretenen Marke bei der 36. Veteranenfahrt machen.

Dann aber folgen schon die Autos: 19 Mercedes Benz sind am Start und elf VW-Käfer.

Hubert Brosche freut sich besonders, dass dieses Mal sechs Teilnehmer vom Motorradclub Werneuchen bei Berlin dabei sind, dem ältesten Motorradclub Deutschlands. Während der DDR-Zeit lag der Club auf Eis, und Brosche – der um die Geschichte wusste, damals zu Verwandtenbesuchen aber an Werneuchen vorbeifuhr, weil er nicht halten durfte – hat den Club persönlich nach der Wende wiederbelebt.

Wegen der besonderen Eignung für Motorräder ist die Segeberger Veteranenfahrt gleich für vier Meisterschaften ein Wertungslauf: für die Oldtimer Trophy Nord, für die ADAC Oldtimermeisterschaften von Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe sowie für den bundesweiten Classic Revival Pokal des ADAC.

Doch solche Details mögen den Zuschauern völlig gleich sein. Sie werden wie in den Vorjahren wieder am Rand der Strecke stehen und den Fahrern der auf Hochglanz polierten Automobile und Motorräder zuwinken. Und vielleicht wird mancher auch die eine oder andere Träne verdrücken: „So einen hatte ich auch einmal. Warum habe ich den nicht behalten?“

Die „Sonntagsfahrer“ sind mit jungen Oldtimern unterwegs

Dürfen Mitglieder eines Automobilclubs sich als „Sonntagsfahrer“ bezeichnen? Ja, sie dürfen es sogar mit einiger Lust, wenn sie es nicht bier-(geht eh’ nicht, man muss noch fahren) -ernst meinen und sich auch selbst auf die Schippe nehmen. „Sonntagsfahrer“ nennt sich die neue Gruppe des AMSC, die sich jeden letzten Sonntag im Monat ab 14 Uhr an der alten Avia-Tankstelle in der Lübecker Straße trifft. „Wir haben seit Jahresbeginn 14 Neueintritte, sonst klagen Automobilclubs meist über rückläufige Zahlen“, strahlt AMSC-Vorsitzender Thomas Stieper. Der ist auch neu.

Und was machen Sonntagsfahrer? Logisch, sie fahren, und zwar mit „Youngtimern“. Das sind Fahrzeuge, die noch nicht 30, aber mindestens 20 Jahre alt sind. Wer Spaß an alt-jungen Autos hat, selbst aber keines besitzt und trotzdem fahren möchte, kann zum Avia-Treff kommen: Die „Sonntagsfahrer“ haben drei Modelle zum Probefahren.

Zusammenhalt hat man im 1951 gegründeten Club ohnehin stets groß geschrieben. Davon können Besucher sich noch bis zum 1. Juli in der Sparkasse Südholstein, Oldesloer Straße, überzeugen, wo eine Ausstellung Clubgeschehen aus über 50 Jahren demonstriert, aber auch per Video die alte Zeit der Grasbahnrennen auf der Rennkoppel wieder auferstehen lässt. Die Ausstellung ist gar nicht zu verfehlen: Da steht eine leibhaftige „Knutschkugel“, ein betagter Fiat 500. ark

Lothar Hermann Kullack

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