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Viel Kritik an Ideen fürs „WestTor“

Bad Segeberg Viel Kritik an Ideen fürs „WestTor“

Zum Mitreden bei der „WestTor“-Gestaltung in ihrer Südstadt waren die Bürger aufgefordert worden. Dass sich Montag gleich 70 im Musiksaal der Franz-Claudius-Schule drängen würden, damit hatte Bad Segebergs Stadtverwaltung nicht gerechnet. Und es hagelte Kritik.

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An den Parkplätzen auf der Südseite des Platzes hängen offenbar viele Bürger aus der Südstadt. Doch für die Stadt und die Planer kommt bei der Neugestaltung des Platzes eine vollständige Beibehaltung der Stellflächen nicht in Frage. FOTOS (2): GLOMBIK

Bad Segeberg. So stellte sich die Frage, ob sich die Bad Segeberger überhaupt ein schöneres West-Entree für ihren Stadtteil wünschen. Vor allem, dass etwa 20 Stellplätze für die Umgestaltung des Platzes wegfallen sollen, wurde heftig im Plenum kritisiert. Der Abend verlief ohnehin nicht gerade optimal: Der Landschaftsplaner Gert Lübs hatte sich gut eine halbe Stunde verspätet. Wegen eines Stromausfalls sei er in einer Tiefgarage gefangen gewesen, hieß es.

LN-Bild

Zum Mitreden bei der „WestTor“-Gestaltung in ihrer Südstadt waren die Bürger aufgefordert worden. Dass sich Montag gleich 70 im Musiksaal der Franz-Claudius-Schule drängen würden, damit hatte Bad Segebergs Stadtverwaltung nicht gerechnet. Und es hagelte Kritik.

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Tor-Elemente

Hochwertige Stilelemente sollen bei der Platzgestaltung am „WestTor“ verwendet werden. Mehrfarbige Klinkerpflaster, Mastleuchten mit Mehrfachstrahlern, großzügige Stufen, Hecken als Sichtschutz zum Trafohaus und Bäume mit Effektbeleuchtungen könnten laut dem Planungsbüro verwendet werden. Dazu kämen auch große Sitzbänke.

Und für seinen Animationsvortag zur Platzgestaltung passten am Laptop die Stecker nicht. Der Planer musste wie vor 30 Jahren seine Ideen auf einer Karte „händisch“ erklären. Von einem „Worst Case“

sprach Bauamtsleiterin Antje Langethal. Nicht nur die Technik streikte, auch sonst sprang der Funke nicht über zum meist älteren, skeptischen Publikum. Die Gäste kamen bei ihren Fragen oft vom Hölzchen aufs Stöckchen, schimpften, dass die A 20 nicht gebaut werde – wofür die Stadt nun aber nichts kann.

Dabei ging es darum, den eher hässlichen Ort, den man derzeit so schnell wie möglich verlassen möchte, so Bauamtsleiterin Antje Langethal, so umzugestalten, dass man sich dort gerne aufhalte. „Wo wohnt ihr denn?“, fragten schon mal die Besucher von auswärts, wenn sie hier Bad Segeberger besuchten.

Für die Stadt wäre die Verschönerungsmaßnahme ein Schnäppchen. Etwa 80 Prozent der Umbaukosten werden im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ getragen. Gerechnet werde vorerst mit einer Bausumme von 450 000 Euro. Es ist schon ein Kunststück, aus dem Fleck etwas Schönes zu machen, der eher als Trampelpfad zum Zigarettenholen bei der gegenüberliegenden Tanke genutzt wird: Etwa 20 000 Fahrzeuge passieren täglich den zwischen Hamburger Straße, Theodor-Storm-Straße und Ostlandstraße eingezwängten Platz.

Ziel sei es aber trotzdem, den Raum, den die Straße beanspruche, zu minimieren, sagte der Planer. Er möchte die kleine Verkehrsinsel entfernen, schon um eine großzügige Pflasterfläche mit Bänken und einer Bühne für Jugendliche zu ermöglichen. Möglich seien als Gestaltung auch wuchtige Treppenstufen. Das markante, jetzt noch bunte Trafo-Haus soll ein neues Outfit bekommen, könnte auch mit einer grünen Hecke verdeckt werden. Zur Hamburger Straße hin könnte der Platz, so ein Vorschlag der Planer vom Büro „G2-Landschaft“, mit Staudenrabatten und Bäumen gestaltet werden. Die Bäume sollen von unten mit Scheinwerfern bestrahlt werden, so bekäme man einen Tor-Effekt.

Doch die Skeptiker überwogen: „Welches Konzept haben Sie für den Ausgleich für einen Stellplatzwegfall?“ – „Ich sehe mich da nicht sitzen, mitten im Verkehr.“ – „Warum nicht alles beim Alten lassen?“

Verkehrsplaner Reiner Brudnitzki schlug vor, in der Theodor-Storm-Straße Tempo 30 einzurichten. Das mache den Verkehr doch viel erträglicher.

Strittig war auch, ob bei der Gestaltung des Platzes Karl-May-Motive wie Tipis verwendet werden sollten. Der Planer wollte hingegen die Fassade des hohen Gebäudes am Platz mit einem riesigen Schimmelreiter als „Signal“ bemalen lassen. Lübs: „Bad Segeberg hat doch schon so viele Karl-May-Motive.“ „Wir wollen Husum nicht den Rang als Theodor-Storm-Stadt ablaufen“, meuterte hingegen Luzian Roth. Das Planungsbüro will nun in einer weiteren Veranstaltung – mit funktionierender Technik – seine Ideen veranschaulichen.

 Wolfgang Glombik

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