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Segeberg Viel zu teuer: Kita Sülfeld senkt Gebühren
Lokales Segeberg Viel zu teuer: Kita Sülfeld senkt Gebühren
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23:24 08.11.2013
Schön ist er ja, modern und toll gelegen, der Kindergarten „Beste Freunde“. Aber sein Kind dort betreuen zu lassen, ist für die Eltern eine teure Angelegenheit. Das ist jetzt amtlich dokumentiert. Quelle: Fotos: Spreer
Sülfeld

Ist der Sülfelder Kindergarten der teuerste in ganz Schleswig-Holstein? Die Eltern eines dort untergebrachten Kindes mutmaßen dies. Ob es stimmt, ist nicht geklärt. Sicher aber ist: Der Sülfelder Kindergarten ist mit Abstand der teuerste im Amt Itzstedt. Und das nicht knapp, sondern mit einem „Vorsprung“, der staunen lässt.

Beispiel gefällig? Wer sein Kind in der Krippe von 7 bis 17 Uhr betreuen lässt, muss dafür in Sülfeld 686 Euro bezahlen, in Oering bekommt man die gleiche Leistung schon für 383 (Preisunterschied:

48,3 Prozent). Je nach Betreuungsdauer ist die Kita „Beste Freunde“ der evangelischen Kirchengemeinde im Vergleich zu den Kitas in Tangstedt, Oering, Itzstedt, Nahe, Seth und Kayhude um 29,2 bis 48,3 Prozent teurer als der Durchschnitt. Welche Zeiträume auch verglichen wurden, Sülfeld ist immer „Spitze“.

Das ergibt eine Aufstellung des Kirchenkreises, die mancher Kommunalpolitiker gern unter Verschluss gehalten hätte. Doch der Versuch eines Teils der Gemeindevertreter, das peinliche Thema im nichtöffentlichen Teil des Sitzung am Donnerstag „unter der Decke“ zu behandeln, scheiterte.

In Gang gebracht hat das Thema Sven Stückelschweiger (Landeschef der Piratenpartei), der die Gebühr für sein Kind zu hoch fand und sich nach einem selbst angestellten Vergleich mit den Beiträgen in Seth und Itzstedt bestätigt sah. Er bat den SPD-Fraktionschef Harald Becker, sich des Themas anzunehmen. In der vorherigen Sitzung hatte Becker nicht nur erreicht, dass künftig die Zuhörer der Gemeinderatssitzungen alle Vorlagen erhalten, damit sie auch verstehen, was ihre gewählten Vertreter erörtern — Stichwort Transparenz. Becker hatte Bürgermeister Karl-Heinz Wegner (CDU) auch gebeten, eine Gegenüberstellung der Kita-Gebühren im Amt vorzulegen. Das Ergebnis hat offenbar auch Wegner geschockt. Angesichts der Zahlen sagte er: „Wir haben Handlungsbedarf und müssen die Beiträge senken.“

Wie lassen sich die enorm hohen Gebühren in Sülfeld rechtfertigen, wie kamen sie zustande? Eigentümer des Kindergartens mit Krippe ist die Kommune. Mieter und Träger der Kita ist die Kirchengemeinde.

Und die führt Monat für Monat eine üppige Miete an Sülfeld ab: allein für den Elementarbereich jährlich 86 000 Euro. Die Miete ist ein Gebührentreiber. Aber auch die Personal(neben)kosten, die bei Kircheneinrichtungen höher seien als bei Vereinen, sagte Kirchengemeinderatsvorsitzender Ulrich Bärwald den LN nach der Sitzung.

Außerdem sei die Einrichtung ziemlich neu. Das sehr individuell mögliche Betreuungssystem schlage ebenfalls zu Buche. Auf Wegners Anregung hin beschlossen die Gemeindevertreter als Hauptmaßnahme eine Mietsenkung um 26 000 Euro — in der Hoffnung, dass die Kirche die Minderausgabe in Form niedrigerer Gebühren an die Eltern weiterreiche. Dass dies geschieht, da hatte am Donnerstag wohl niemand einen Zweifel.

Becker kam es vor allem darauf an, „eine Fehlentwicklung zu korrigieren“. Hätte es einen Beitragsvergleich mit anderen Kitas schon früher gegeben, wären diese „eklatanten Unterschiede“ zu vermeiden gewesen. Mit den verabschiedeten Maßnahmen könnten die Beiträge im Krippenbereich um durchschnittlich 49 Euro und im Elementarbereich um 29 Euro im Monat gesenkt werden, rechnete er vor. Wenn die Kirche mitzieht. Das sei ein erster Schritt, denn andere Kitas seien „immer noch preiswerter als unsere“. Günstige Beiträge wirkten auf Eltern durchaus als „wichtiger Standortfaktor“, sagte Becker.

Gefragt, ob die Mieten und als Folge die geforderten Beiträge nicht viel zu hoch seien, verglichen mit anderen Kitas, sagte Ulrich Bärwald: „Wir haben hier einen Top-Kindergarten, woanders werden die Kinder in Containern betreut.“ Zudem erinnerte er an die überproportionalen Personalkosten. „Da sind uns die Hände gebunden.“ „Noch vor Weihnachten“ werde der Kirchenvorstand entscheiden, wie es angesichts der neuen Lage weitergeht.

Christian Spreer

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